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Der Nobelpreis

Alfred Nobel erfand das Dynamit – und den Nobelpreis.

„Erbärmliches Halbleben, hätte vom menschenfreundlichen Arzt erstickt werden sollen, als er schreiend in dieses Leben trat. Größte Verdienste: die Fingernägel rein zu halten und nie jemandem zur Last zu liegen. Größte Fehler: keine Familie zu haben, keine frohe Laune, keinen guten Magen. Größter und einziger Anspruch: nicht lebendig begraben zu werden. Größte Sünde: nicht dem Mammon zu huldigen. Bedeutende Ereignisse in seinem Leben: keine.“

Dies schrieb Alfred Nobel über sich selbst. Ein Understatement, schließlich ist er der Begründer des Nobelpreises, der bis heute Verdienste für die Menschheit würdigt.

Wissenschaft und Ideen im Dienste der Menschheit

Der Nobelpreis dürfte ohne Zweifel die höchste Ehrung sein, die einem Wissenschaftler zuteil kommen kann. Er wurde von dem schwedischen Chemiker, Erfinder und Industriellen Alfred Nobel  gestiftet. Er wurde am 21. Oktober 1833 in Stockholm geboren und starb am 10. Dezember 1896 in San Remo. Seinen Reichtum erlangte er durch die Erfindung des Dynamits. Da Nobel kinderlos blieb, veranlasste er, dass mit seinem Vermögen von etwa 31,2 Mio. Kronen eine Stiftung gegründet werden sollte. Dies erfolgte 1900. Ein Jahr vor seinem Tod setzte er in Anwesenheit einiger Freunde, aber ohne Anwalt, sein Testament auf. Den größten Teil seines Vermögens führte er der Stiftung zu:

Am 27. November 1885 unterschrieb Alfred Nobel in Paris sein berühmtes Testament, das den Nobelpreis ermöglichte:

„Mit dem ganzen Rest meines realisierbaren Vermögens ist folgendermaßen zu verfahren: Das Kapital, von den Testamentvollstreckern in sicheren Wertpapieren realisiert, soll einen Fond bilden, dessen jährliche Zinsen als Preise denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben.

Die Zinsen werden in fünf gleiche Teile geteilt, von denen zufällt: ein Teil dem, der auf dem Gebiete der Physik die wichtigste Entdeckung oder Erfindung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigste chemische Entdeckung oder Verbesserung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigste Entdeckung auf dem Gebiete der Physiologie oder der Medizin gemacht hat; ein Teil dem, der in der Literatur das beste in idealistischer Richtung geschaffen hat; ein Teil dem, der am meisten oder am besten für die Verbrüderung der Völker gewirkt hat, für die Abschaffung oder Verminderung der stehenden Heere sowie für die Bildung und Verbreitung von Friedenskongressen.

Die Preise für Physik und Chemie werden von der Schwedischen Akademie der Wissenschaften verteilt; die für physiologische oder medizinische Arbeiten vom Karolinischen Institut in Stockholm und die für die Eifrigsten im Kampf um den Frieden von einem Ausschuss von fünf Personen, die vom norwegischen Storting gewählt werden. Es ist mein ausdrücklicher Wille, dass bei der Preisverteilung keinerlei Rücksicht auf die Nationalität genommen werden darf, so dass nur der Würdigste den Preis erhält, ob er nun Skandinavier ist oder nicht.

Paris, 27 November 1895
Alfred Bernhard Nobel“

Nobel legte auch fest, wer für die Vergabe der Preise zuständig sein sollte: Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften vergibt die Auszeichnungen für Physik und Chemie, das Karolinska Institut den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin und die Schwedische Akademie den für Literatur. Während es sich bei diesen Institutionen um wissenschaftliche handelt, ist für die Vergabe des Friedensnobelpreises eine vom norwegischen Parlament bestimmte Kommission, das Norwegische Nobelpreiskomitee, zuständig.

Die Verleihungen der Nobelpreise finden jeweils am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels,  in Oslo und Stockholm statt, erstmalig 1901. Rund eine Million Euro pro Fachrichtung erhalten die Gewinner. Ausgezeichnet werden die fünf klassischen, von Alfred Nobel selbst benannten Fächer. Zusätzlich wird ein Preis im Gedenken Nobels für Wirtschaftswissenschaften verliehen, gestiftet von der Schwedischen Reichsbank.

Der Alfred Nobel Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften

Zur gleichen Zeit wie der Nobelpreis wird auch der sogenannte Wirtschaftsnobelpreis den Besten ihrer Zunft zuteil. Er gilt als die höchste Auszeichnung in den Wirtschaftswissenschaften und ist jeweils mit der gleiche Preissumme dotiert wie die anderen Nobelpreise. Entstanden ist die Auszeichnung lange nach Alfred Nobels Tod, und sie wurde auch nicht in seinem Testament genannt. Vielmehr begründete und stiftete die Schwedische Reichsbank diesen Preis aus Anlaß ihres 300. Jubiläums 1968. Im Jahre 1969 wurde der Preis der Schwedischen Reichsbank zum ersten Mal vergeben.

Die Zeremonie der Auswahl und Vergabe ist die gleiche wie bei den anderen Wissenschaftspreisen. Und nicht zuletzt wird den Preisträgern durch das Nobelfest und die Übergabe durch den König dieselbe Ehre zuteil.

Der alternative Nobelpreis – Right Livelihood Award

Häufig taucht im Zusammenhang mit den jährlichen Nobelpreisen der Begriff „alternativer Nobelpreis“ auf. Dieser hat ähnlich hehre Ziele wie Nobels Vermächtnis und inzwischen auch ein beachtliches internationales Ansehen. Allerdings hat dieser Preis formell nichts mit den Nobelpreisen zu tun. Er wird vielmehr gestiftet von der „Right Livelihood Foundation“, die auf den Deutsch-Schweden Jakob von Uexkull zurückgeht und seit 1980 existiert. Jährlich wird dieser „Preis für die Gestaltung einer besseren Welt“ ebenfalls in Stockholm verliehen; Bisher im Schwedischen Außenministrerium, – jedoch nicht im jahr 2014 als Edward Snowden für den Preis vorgesehen war.

Neue Attraktion in Stockholm: Das Nobel Center

In Stockholm wird derzeit das neue => NobelCenter gebaut. Das Gebäude soll auf dem Blasieholmen, direkt neben dem Nationalmuseum entstehen. Es wird sich voll und ganz dem Nobelpreis und seiner Preisträger widmen: In Ausstellungen, Seminaren, Vorträgen und Workshops.


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