Marianne Fredriksson

Das ist Schweden, Literatur, Wissenswertes

Marianne Fredriksson

‚Eine Fee hat mich mit ihrem Zauberstab berührt‘ – Ein Porträt über Marianne Fredriksson

Schweden, es ist der Land der Schären und tiefen Wälder, das Land von Astrid Lindgren und Selma Lagerlöf und nicht zuletzt die Heimat der Autorin Marianne Frederiksson. Weltberühmt wurde sie mit ihrem Buch ‚Hannahs Töchter‘. Auf einer Reise voller Romantik, Mystik und Harmonie entführt sie ihre Leser in kleine schwedische Dörfer, zu tiefblauen Seen und an das weite Meer.

Marianne Frederiksson erblickte im Jahr 1927 als erstes Kind von Hugo und Hilda das Licht dieser Welt. Geprägt von den Ereignissen während des zweiten Weltkrieges wuchs die schwedische Buchautorin in einfachen Verhältnissen auf. Ihr Eltern waren politisch stark engagiert und agierten als aktive Sozialdemokraten. Bis heute erinnert sich Marianne Frederiksson an die Worte die die Erwachsenen am Abend in der Küche ihres Elternhauses gesprochen haben. So erinnert sie sich an den Zorn, die Angst und die Wut die in ihren Ausdruck lag. Bis heute hat ist sich dessen bewusst, dass dies ihr Erwachsenwerden entscheidend beeinflusst hat: ‚Mein Leben wurde früh durch eine tiefe Ernsthaftigkeit gerpägt und der Suche nach den Ursachen dafür, wie es so weit hätte kommen können. Um es anders auszudrücken: der Krieg hat mich gelehrt, dass das Leben ernst zu nehmen ist.‘
Marianne Frederiksson besuchte in Langedrag eine Schule für wohlhabende Kinder. Obwohl ihr herzliches Lachen bis zum heutigen Tag erhalten geblieben ist, war ihr Schulalltag für das kleine Mädchen nicht gerade einfach. Gegenüber den anderen Kindern wirkte sie plump und tollpatschig und ihre guten Schulleistungen förderten nicht gerade ihre Beliebtheit. Täglich wurde sie auf dem Heimweg von einer Bande Jungen verprügelt. Ihre Mutter wusste sich nicht mehr zu helfen und wollte bei Lehrern und Eltern vorsprechen. Doch entgegen wirkte die Reaktion des Vaters, die für ihn so typisch war. Am Abend schnappt er sich sein Töchterchen und ging mit ihr in den Keller des Hauses. Dort lernte er ihr an einem Abend den linken und rechten Haken. Noch heute erinnert sich Marinne an seine Worte: ‚Du kannst alles was du nur willst. Gib nie klein bei.‘ Und es half. Am nächsten Tag teilte das kleine Mädchen aus und von dem Moment an liesen die anderen Kinder sie i n Ruhe. In ihrem Vater schöpfte die Autorin ihre Lebenskraft. Ihre Mutter hingegen war die Liebevolle und Zärtliche in der Familie und so fand Marianne in ihr einen Rückzugspunkt. Aber ihre Mutter war auch diejenige die in die Welt ihrer Tochter die Märchen gebracht und somit eine Zauber- und Magiewelt geschaffen hat. Dass Marianne Frederiksson Journalistin wurde war wohl eher ein Zufall als göttliche Fügung oder Vorbestimmung. So war sie vor allem eine gute Schülerin in Schwedisch und ihre damalige Lehrerin kannte jemanden bei der Göteborger Zeitung Ny tid. Es war also naheliegend, dass Marianne nach ihrer Schulzeit dort ein Praktkum durchführen drufte. Ihre tägliche Arbeit absolvierte sie im Bereich der Korrekturlesung und so war es wieder mal rein zufällig, dass sie einen Arbeitseinsatz als Reporterin bekam. Als während des Aufenthalts der Opernsänger Brita Herzberg und Einar Beyron kein freier Journalist in der Redaktion zur Verfð cgung stand, wurde die junge Frau spontan in das Hotel der Sänger geschickt. Es war die Geburtsstunde  ihrer Karriere als Journalistin.

Marianne Frederiksson heiratete im Alter von 20 Jahren ihren Mann Sven, der als Seefahrer arbeitete, in Genua. Infolge dessen beworb sie sich Schiffssekretärin um mehr Zeit mir ihrer großen Liebe zu verbringen und verdiente so gerade mal 2 Kronen und 50 Öre im Monat. Als sie nach einem Jahr schwanger wurde kehrte sie auf das schwedische Festland zurück und brachte im Jahr 1950 ihre erste Tochter Ann zur Welt. Vier Jahre später folgte die kleine Turid. Auch nach der Geburt ihrer beiden Töchter arbeitete Marianne weiter als Journalistin. Obwohl ihr komplettes Gehalt für die Bezahlung der Kindenmädchen gebraucht wurde, führte für sie kein Weg hinein ihre Arbeit aufzugeben. Schon immer stand für sie die Unabhängigkeit und Freiheit, die ihr dieser Beruf brachte, an oberster Stelle. Auf Grund ihres Karrierestrebens folgte schnell der Umzug in die schwedische Hauptstadt Stockholm. In Stockholm fand sie als Chefredakteurin bei diversen Magazine, di e über Wohnen, Erziehung und Kulinarisches berichteten, eine Festanstellung. Bereits nach kurzer Zeit bekam sie den Posten als Chefredakteurin bei der großen schwedischen Zeitung Svenska Dagbladet angeboten. 15 Jahre war sie für den Bereich der sich menschlichen Beziehungen, Psycholgie und Lebensfragen widmete, verantwortlich. Der Wunsch für andere die Welt begreifbar zu machen, prägte ihre Arbeit stark.

Nachdem ihre beiden Töchter das Haus verlassen hatte, fehlte es der Schwedin an einer neuen Lebensaufgabe und so widmete sie sich dem Schreiben von Büchern. Ihre Romane sollten diese Lücke füllen und ihr aus der Lebenskrise helfen. Auch in ihrer neuen Aufgabe stand für sie die Einfachheit ihrer Werke an erster Stelle: ‚Aus meiner Kindheit ist mir das Verlangen erhalten geblieben, die Welt begreifbar zu machen. Und außerdem will ich so schreiben, dass gewöhnliche Menschen mich verstehen.‘ Ihre Romanhelden haben ihr geholfen sich ihre ganz eigene Welt zu schaffen. Heute lebt Marianne in Österskär nördlich von Stockholm auf einem kleinen Anwesen. Ihr Wohn-  und Arbeitshaus sind der Spiegel der schwedischen Romanautorin. Beide Häuser sind durch einen beheizten Weg über den Rasen miteinander verbunden, sodass sie auch im Winter barfuß zwischen den beiden Punkten hin und her gehen kann. Mit der Zeit hat Marianne begriffen, dass Schreiben eine ganz besondere Form der Kunst und Arbeit ist und die keinesfalls jeden Tag von der Hand geht. ‚Es muss fließen.‘, erklärt sie und weist darauf hin, dass man es keineswegs erzwingen kann. Fällt ihr an einem Tag die Schreibkunst schwer, widmet sie sich von ganzem Herzen ihrer Blumenpracht im Garten. In all den Jahren entstanden wundervolle und großartige Werke, Romane wie Hannas Töchter  und Simon die weltweit zu Bestsellern wurden. Marianne verbindet nicht nur mit ihrem Heimatland Schweden eine Liebe die von Herzen kommt, sondern auch mit ihren Romanhelden. Die vielen Besonderheiten eines so großartigen Landes baut sie eindurckvoll in ihre Werke ein und nimmt ihre Leser mit auf eine Reise dorthin, wo die Welt anscheinend am Schönsten ist. Sie lässt in ihnen Erinnerungen Revue passieren und so ist ihr erstes Werk ‚Eva‘ eine Reminiszenze an ihre eigene Lebenskrisen: ‚So ist es nun einmal mit den Worten, dachte sie, sie bereichern das Leben. Vor den Worten gab es nur Gewächse, nun gibt es Farben, Arten, Unterschiede, Eigenschaften, das Wissen, wie man sie bestimmte, einordnete und anwendete.

Marianne Fredriksson verstarb am 11.Februar 2007 im Alter von 79 Jahren an einem Herzinfarkt.

(Autor: Nancy Fischer)

 

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