„Laga Skifte“ – Die große Landreform

Bauernhof

Schwedischer Bauernhof, inmitten von Feldern und Wiesen in Skåne. Foto: Henrik Malmqvist/ imagebank.sweden.se

Eine Kirche, ein Dorfkrug und ein Ansammlung von prächtigen Höfen. So stellt man sich das Landleben vor, das aus bäuerlicher Tradition gewachsen ist. Allerdings: Wer über Land durch Schweden reist, bemerkt schnell den Unterschied! In vielen Regionen sind die Anwesen weit verstreut und kein richtiger Dorfkern auszumachen. Hier stehen manche Kirchen einsam auf dem Hügel, und der nächste Nachbar ist 300 Meter entfernt. So erscheinen viele Dörfer leer und leblos. Von einer aktiven Dorfgemeinschaft fehlt auf den ersten Blick jede Spur.

Dass das ländliche Schweden so ist, wie es ist, liegt nicht nur an den großen Distanzen. Noch im Mittelalter lebten die Menschen, genau wie überall, dicht auf dicht in kleinen Dörfern; Die Bauern hatten ihre Parzellen rund um den Ortskern und bewirtschafteten diese mit Feldfrüchten. Auf gesonderten Flächen ging das Vieh.

Doch genau wie in anderen Ländern wurden die Parzellen für die Bauern nach und nach zu klein: Durch Erbfolge teilte man Ackerflächen in immer kleinere Teile und zum Schluss lag ein Flickenteppich an Eigentum rund um die Dörfer. Felder schrumpften zu Beetgröße, manche Parzellen waren so klein, dass man den Pflug kaum wenden konnte. Schmale Ackerstreifen in Besitz verschiedener Bauern wurden oft mit derselben Feldfrucht bebaut und gemeinsam bearbeitet, damit sich der Aufwand überhaupt lohnte. Trotzdem musste der einzelne Landwirt oft weite Wege zu seinen Parzellen zurücklegen.

Karte Laga skifte

Ein Kartenausschnitt von Kåsta i Södermanland. Vor der Landreform hatten 11 Höfe je 22 Parzellen bunt verstreut rund ums Dorf. Nach 1827 liegen die Häuser verstreut, aber die Parzellen sind größer und einheitlicher. Foto: Historiesajten.

Derart verstreute Besitztümer waren höchst ineffektiv und gaben Anlass für Streitigkeiten. In Schweden gab es daher schon im 18. Jahrhundert verschiedene Versuche zur Bodenreform. Was als die landwirtschaftlliche Revolution in Europa bekannt wurde, fand in Schweden seinen Ausdruck in der „Laga skifte“ – der gesetzlichen Flurbereinigung. Ein echter Strukturwandel, vom König verordnet, der das Bild vieler schwedischer Regionen für immer veränderte.

König Karl XIV Johan Bernadotte erlies 1827 die „laga skifte“, eine gesetzliche Flurbereinigung.

Die „laga skifte“ wurde ab 1827 planmäßig durchgeführt, während der Regierungszeit von König Karl XIV Johan – übrigens der erste Bernadotte! Bei dieser Flurbereinigung wurden die zersplitterten Besitzungen inventiert und neu zusammengefasst.

Von nun an sollten auch alle Höfe inmitten oder nah bei den Parzellen liegen. Das hieß in der Praxis: Die Bauern zogen aus! Viele verlegten ihre Höfe und zogen fort aus dem Dorfkern, hin zu ihren neu abgesteckten Feldern. Hier hatten sie dann keine Nachbarn mehr, dafür aber viel Platz und zusammenhängende Parzellen, die sie sinnvoll bewirtschaften konnten. Da sich nun auch die Fruchtfolge durchsetzte, stieg die Produktion tatsächlich um ein Vielfaches.

Der Nachteil der Laga skifte war, dass alte gewachsene Dorfkerne regelrecht ausbluteten. Ein Strukturwandel mit großen Konsequenzen, dem man noch heute ein wenig die Schuld an aktuellen Problemen gibt. Die Abwanderung aus dem ländlichen Raum ist ein Problem für viele Gemeinden. Das soziale und kulturelle Leben findet weitgehend in den größeren Ortschaften statt („tätort“), während kleinere Dörfer ums Überleben kämpfen.

In manchen Regionen hat sich die Bodenreform „laga skifte“ allerdings nie durchgesetzt, so etwa in Dalarna. Tatsächlich sind viele ländliche Traditionen dort noch besonders lebendig.

Mehr über die große Flurreform von 1827, auf schwedisch, bei => Historiesajten.

  • Aktuelle Fakten zur Landwirtschaft in Schweden: In Schweden sind rund 171000 Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt. Die Branche mit Nebenerwerbszweigen steht für 1,2 Prozent der Beschäfigung des Landes (ohne Forstwirtschaft und Lebensmittelindustrie). Die meisten Landwirte sind Milchbauern, sie stehen für 20 Prozent der gesamten schwedischen Landwirtschaftsproduktion. Es gibt heute rund 63000 Bauernhöfe in Schweden, dabei wird die Größe der einzelnen Betriebe immer größer: im Durchschnitt nun 40 Hektar. 1970 gab es noch über 120000 Höfe, die im Durchschnitt nur halb so groß waren wie heute. Quelle: => Jordbruksverket.

Autor(in): Katja Singer – katja-singer@gmx.de

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