Kiruna – eine Stadt zieht um

Grubenstadt Kiruna. Foto: Sonia Jansson/ imagebank.sweden.se

Grubenstadt Kiruna. Foto: Sonia Jansson/ imagebank.sweden.se

Mitten in Lappland und rund 140 km nördlich vom Polarkreis liegt Kiruna. Mit heute gut 18.000 Einwohnern eine Großstadt für diese Gegend, galt Kiruna in den 1970er Jahren auch noch als die flächenmäßig größte Stadt der Welt – damals zählte nämlich noch das Umland zum Stadtgebiet. Im Jahre 1900 wurde Kiruna als Bergwerksstadt gegründet und bis heute bildet der Abbau von Eisenerz die wichtigste Eigenschaft der Stadt –  sowohl für die Einwohner, die zum Großteil bei der ansässigen Minengesellschaft LKAB (Luossavaara, Kiirunavaara Aktie Bolag)  beschäftigt sind, als auch für die Touristen, denen die charakteristischen Erzberge sowohl von außen als auch von innen als spektakuläres Fotomotiv dienen: Eine Tour ist sehr empfehlenswert, man fährt per Bus, der direkt vor der „turistinformation“ abfährt, 500m tief in den Berg und erfährt dann dort, weißbehelmt wie ein echter Bergmann, alles Wissenswerte über den Erzabbau und auch die Geschichte der Stadt.

Hjalmar Lundbohm, der gemeinhin als Gründer Kirunas angesehen wird, ist ebenfalls ein Museum gewidmet, das in dessen ehemaligen Wohnhaus eingerichtet wurde und mit unzähligen Fotos von seinem Leben als Chef der LKAB in Kiruna berichtet. Die Museumsstücke selbst sind jedoch nicht der einzige Grund, dieses Museum zu besuchen – die Kuratorin dort ist ein Original, spricht 5 verschiedene Sprachen und stellt den Stadtvater mit einer solch überzeugenden Leidenschaft vor, dass man sich nach der gut einstündigen Führung dem Städtchen emotional ein wenig näher fühlt.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die rote Holzkirche, deren Architektur sich an der traditionellen Samenbehausung „kåta“ orientiert.
Doch die Kehrseite des steten Erzabbaus zeigt sich seit einigen Jahren in Form von absackenden Böden und Erdrutschen. Der Untergrund ist derart instabil geworden, dass nun ein Großteil der Stadt verschoben wird. Ganze Häuser werden mittels riesiger LKWs verladen und an anderer Stelle (5km nordwestlich vom jetzigen Stadtzentrum) wieder aufgestellt. Dies ist das größte Projekt seiner Art in Schweden, vielleicht in ganz Europa. Selbst das landesweit bekannte Rathaus, das 1964, ein Jahr nach seiner Erbauung, als schönstes Gebäude Schwedens ausgezeichnet wurde, wird umziehen müssen. Doch so schnell geht der Umzug einer ganzen Stadt natürlich nicht, das Projekt erstreckt sich über die nächsten 30 Jahre und wird Kosten von ungefähr 50 Millionen Kronen verursachen. Die Finanzierung wird zum Großteil die Minengesellschaft LKAB übernehmen.

Superlative der ganz anderen Art entlockt einem das Eishotel, das jeden Winter in dem 17km entfernten Jukkasjärvi aus Eisblöcken des Torne-Flusses gebaut wird. Zum Hotel gehört die bereits weltweit bekannte Absolut Icebar und eine Kirche, in der Taufen und natürlich Hochzeiten gefeiert werden können. Die Zimmer und Betten werden ebenfalls zur Gänze aus Eis und Schnee gebaut, isolierende Rentierfelle machen die Übernachtung bei etwa minus 8 Grad „Zimmertemperatur“ regelrecht angenehm und auf jeden Fall einzigartig.

(Autor: Birgit Breinhölder)

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