Län-Verwaltungen sperren sich gegen Großregionen

Neuer Vorschlag: 21 Regionen könnten zu sechs großen Einheiten zusammengezogen werden. Grafik: Sverige Radio

Neuer Vorschlag: 21 Regionen könnten zu sechs großen Einheiten zusammengezogen werden. Grafik: Sverige Radio

Die geplante Zusammenlegung der schwedischen „län“ zu Großregionen wird erst einmal aufgeschoben. Laut Schwedens Zivilminister Ardalan Shekarabi, zuständig für die administraitve Ordnung des Landes, braucht die Reform einfach mehr Zeit. Damit gibt die schwedische Regierung des vielen Kritikern Recht. Der Plan lautete, aus den heute 21 „län“ sechs „Superregionen“ zu machen. Norrland, Svealand und Västra Götaland sollten bereits 2018 auf der schwedische Karte verzeichnet sein. Aber die betroffenen Län-Verwaltungen haben gegen diesen Zeitplan protestiert. Nun soll dies frühestens 2019 aktuell werden.

Die betroffenen Läns begrüßen den Aufschub. Nicht zuletzt wegen der in 2018 anstehenden Parlamentswahl in Schweden: Da eine Län-Verwaltung auch für die Durchführung von Wahlen auf ihrem Gebiet zuständig ist, hätte die Neuordnung hier womöglich Sand ins Getriebe gestreut. Man brauche für die Durchführung von Wahlen eine effektive, eingespielte Organisation, so die Meinung in den Regionen.

Dass mit der Neuordnung auch regionale Identität und gewachsene Strukturen auf dem Spiel stehen, ist ein weiterer Faktor für die zögerliche Umsetzung: So sperrt sich etwa der Län Halland dagegen, mit dem nördlichen Värmland zusammen zu gehen, da man historisch und wirtschaftlich eher nach Süden orientiert sei. Im Norden weckt die Superregion „Norrland“ berechtigte Ängste um weitere Zentralsierung und somit Verschlechterung der Versorgung vor Ort. In mehreren läns sollen deshalb nun Volksbefragungen durchgeführt werden, so etwa in Norrbotten, Västerbotten, Jämtland och Dalarna.

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