Försäkringskassan: Krank in Schweden

Allgemein

Bild_Schweden_försakringskassan

Wer länger als eine Woche krank ist, muss ein ärztliches Attest vorlegen (Foto: Kristin Lidell / imagebank.sweden.se).

Mit der Meldung beim skatteverket und dem Erhalt der Personennummer sind Einwanderer automatisch in Schweden krankenversichert. Anders als in Deutschland gibt es dort mit der försäkringskassan nämlich nur einen zentralen Versicherungsträger.

Wer in Schweden als Angestellter krank wird, muss seinen Arbeitgeber darüber am ersten Krankheitstag informieren. Nach einer Woche ist ein ärztliches Attest nötig, es sei denn, der Arbeitgeber besteht schon früher darauf. Auch in Schweden gilt: Zeit ist Geld. Deshalb empfiehlt die Försäkringskassan, dass der Arzt das Attest elektronisch an sie übermitteln soll. Das letzte Wort aber hat der Patient: Er kann das genauso gut selbst per Post erledigen und die drei bis vier Tage in Kauf nehmen. Försäkringskassan ist das schwedische Sozialversicherungsamt, bei dem neben der Krankenkasse auch die Elternversicherung angesiedelt ist.

Der erste Krankheitstag gilt als Karenztag, an dem der Arbeitnehmer kein Krankengeld erhält. Von Tag zwei bis 14 zahlt der Arbeitgeber 80 Prozent des Lohnes als Krankengeld weiter. Bei längeren Ausfällen übernimmt – ähnlich wie in Deutschland auch – die försakringskassan die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Die Meldung an die försakringskassan übernimmt der Arbeitgeber. Unter www.forsakringskassan.se lässt sich dies kontrollieren und auch direkt das Krankengeld beantragen.

Krankengeld wird in Schweden im Laufe von 15 Monaten nur über einen Zeitraum von 364 Tagen ausbezahlt. Wer dies ausgeschöpft hat, kann allerdings eine verlängerte Auszahlung beantragen.

Übrigens: Selbstständige, Arbeitslose oder Eltern in Elternzeit haben vom ersten Krankheitstag an Anspruch auf Krankengeld.

Mehr dazu auf der Homepage des schwedischen Sozialversicherungsamtes unter www.forsakringskassan.se. Unter dem Link „Other languages“ sind auch Informationen auf Deutsch erhältlich.

2 Kommentare

  1. Tamara Wisnewski-Kunow

    Guten Tag. Meine Tochter arbeitet in Schweden und lebt dort schon seit 2 Jahren. Nun war sie einen Tag krank und es wurden ihr 90€ Lohn abgezogen. Ist dies rechtens? Mit freundlichen Grüßen, Tamara Wisnewski Kunow

    Antworten
  2. Laura Schüppel

    @Tamara: Ja, bei einem/dem ersten Tag krank (Karenztag), bekommt man für diesen Tag keinen Lohn. Was man da theoretisch verdienen würde, wird einem abgezogen.

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  1. Krankenversicherung in Schweden - Schwedenblog Schwedenblog - […] Gesundheitssystem in Schweden bzw. die Krankenversicherung in Schweden unterliegt staatlicher Hand, wobei die 21 […]

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