Die Bewohner des schwedischsprachigen Teiles Finnlands werden Finnlandschweden genannt. Die Finnlandschweden fühlen sich heute weder als Schweden noch als eigene Ethnie, sondern als schwedischsprachige Finnen. Während es im Mittelalter noch einen Anteil von 25 % der Finnlandschweden an der Gesamtbevölkerung gab, ist der Anteil heute auf 5,5 %, also knapp 290.000 Personen, zurückgegangen.

Die Finnlandschweden wohnen in drei räumlich getrennten Bereichen: Im Süden ist die Küste von Nyland (Uusimaa) zwischen Pyttis (Pyhtää) und Hangö (Hanko) zu einem großen Teil schwedischsprachig. Ebenfalls zum finnlandschwedischen Siedlungsgebiet gehört der als Åboland (Turunmaa) bezeichnete Südteil des Schärengebiets vor der Küste von Egentliga Finland (Varsinais-Suomi) im Südwesten des Landes. Dazu kommt an der Westküste ein Küstenstreifen in der Landschaft Österbotten (Pohjanmaa), der von Kristinestad (Kristiinankaupunki) bis Karleby (Kokkola) reicht. Die autonome Provinz Åland, deren Bewohnern eine Sonderstellung zukommt, wird oft nicht mehr zum Siedlungsgebiet der Finnlandschweden im eigentlichen Sinne gezählt.

Der Dialekt wird Finnlandschwedisch (schwedisch: finlandssvenska; finnisch: suomenruotsi) genannt und  ist eine Bezeichnung für das in Finnland gesprochene Schwedische. Schwedisch ist neben Finnisch die zweite Amtssprache in Finnland. Die finnlandschwedische Hochsprache unterscheidet sich vor allem in der Aussprache und Teilen des Wortschatzes in der Schriftsprache aber nur geringfügig vom in Schweden gesprochenen Reichsschwedisch. Das alltäglich gesprochene Finnlandschwedische zerfällt in mehrere, teils stark voneinander abweichende Dialekte. Der åländische Dialekt steht den in Schweden gesprochenen Mundarten in vieler Hinsicht näher als denen des finnischen Festlandes. Während von der Stadtbevölkerung oft gebildetes Finnlandschwedisch, sogenanntes Hochschwedisch, gesprochen wird, dessen Wortschatz sehr dem Reichsschwedischen gleicht, sprechen die Bewohner alter schwedischer Ansiedlungen auf dem Lande in der Regel eher schwerverständliche Dialekte.

Das finnische Nationalbewusstsein und ihre eigenständige Hochkultur im 19. Jahrhundert wurde maßgeblich von Finnlandschweden geschaffen. Bekannte Finnlandschweden waren hier bei Johan Vilhelm Snellman, Johan Ludvig Runeberg und Akseli Gallen-Kallela.

Die Interessen der Finnlandschweden werden durch das Svenska Finlands Folkting, einer parlamentsähnlichen, gesetzlich anerkannten Vertretung sowie im Parlament durch die Schwedische Volkspartei vertreten. Die Schwedische Volkspartei (schwed.: Svenska folkpartiet – sfp; finn.: Ruotsalainen kansanpuolue – rkp) ist eine moderat liberale politische Partei in Finnland, die regelmäßig an der finnischen Regierung beteiligt ist und sie ist Mitglied in der Europäischen Liberalen, Demokratischen und Reformpartei, der europäischen Vereinigung liberaler Parteien. Des Weiteren existiert ein Netzwerk von schwedischsprachigen Medien, Einrichtungen und Festivals, die die drei finnlandschwedischen Bereiche verbindet. Ein Beispiel hierfür ist die größte schwedischsprachige Zeitung Finnlands das Hufvudstadsbladet.

Berühmte Finnlandschweden sind Fredrik Idestam (Nokia-Gründer), Jean Sibelius (Komponist), Linus Torvalds (Linux-Erfinder).

Weiterführende Links:

(Autor: Julia Noe)

 

Skogsfinnar

 

SkogsfinnarSpuren der Waldfinnen finden sich heute vor allem in Nordvärmland. Ortsnamen wie Nikkela, Purala oder Ritamärki erinnern an die finnische Herkunft der Gründer. Die Waldfinnen bauten ihre Gebäude auf eigene Art. Die Wände bestanden aus liegenden Stämmen, das Wohnhaus hatte eine Rauchstube ohne Schornstein. Es gab eine Rauchsauna und die Roggengarben wurden in einer sog. Darre getrocknet.

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