Evert Taube: Schwedens vielseitiger Künstler

Evert Taube

So haben die Schweden Evert Taube in Erinnerung. Hier bei einem Auftritt in den 60er-Jahren.
Foto: Arne Schweitz / Scanpix – hd.se, Public Domain, commons.wikimedia.org

Evert Taube war ein echtes Multitalent: Maler, Sänger und Schriftsteller. Ein schwedischer Künstler in vielfacher Hinsicht, der übrigens auch die argentinische Staatsbürgerschaft inne hatte! Sein Charakter, seine Persönlichkeit und sein Werk haben sich zweifellos im Gedächtnis der Landes verewigt. Taube lebte von 1890 bis 1976.

Der Junge aus dem Schärengarten

Evert Taube (sprich: „Evert Toob“) stammte von einem baltisch-deutschen Adelsgeschlecht ab. Er wurde 1890 als viertes Kind einer Familie mit 13 Kindern in Göteborg geboren. Sein Vater war Marineoffizier, wodurch Evert schon in jungen Jahren mit der Seefahrt und dem Meer in Berührung kam: Dies hatte einen starken Einfluss auf seine späteren Werke.

Seine Kindheit verbrachte Taube auf der Schäreninsel Vinga bei Göteborg, wo sein Vater Leuchtturmwärter war. Sein Vater interessierte sich für Sprache und Literatur, was sich schon in jungen Jahren auf Evert Taube übertrug. Später besuchte der junge Taube die Schule in Malmö und lebte dort bei seinem Onkel. Seine Leistungen in der Schule waren nicht überragend, mit Ausnahme des Gesangs und der schwedischen Sprache. In Malmö lernte er nebenbei das Zeichnen von seinem Cousin Mathias, der zu dieser Zeit schon eine künstlerische Ausbildung absolviert hatte.

Nach der Schule begann er eine Lehre als Theatermaler, die er aber vorzeitig abbrach, um nach Stockholm umzusiedeln und Künstler zu werden. Allerdings wurde er letztlich nicht von der Kunstakademie aufgenommen! So lebte der junge Mann in Stockholm in den Tag hinein, wohnte zeitweise bei seinem Cousin Mathias, fertigte Zeichnungen für schwedische Zeitungen an und knüpfte Kontakte zu bekannten Künstlern. Sein Vater war mit der Lebensweise seines Sohnes nicht einverstanden und stellt ihn vor die Wahl, entweder eine Ausbildung in einer Internatsschule zu absolvieren oder wie der Vater zur See zu fahren. Evert entschied sich für Letzteres…

Taube-Skulptur von Eino Hansk in Göteborg. Ganz nah am Wasser…

Schule oder Seefahrt? Taubes Wahl war klar!

Nach ein paar Jahren auf See, wo ihn die Reisen unter anderem nach Sri Lanka, ins Rote Meer und nach Südafrika führten. Nach einem längeren Aufenthalt in Argentinien, wo er an Land arbeitete, in einfachen Verhältnissen lebte und schließlich auch die argentinische Staatsbürgerschaft bekam, kehrte er 1915 nach Schweden zurück. In Europa hatte der Erste Weltkrieg begonnen, und Evert absolvierte nun in Schweden seinen Wehrdienst. Doch kurz danach widmete er sich schon wieder seiner künstlerischen Laufbahn.

Seine Seereisen und Erfahrungen aus fernen Ländern prägten Evert Taubes künstlerischen Stil. Ab ca. 1920 begann er, Lieder zu schreiben, brachte zahlreiche Schallplatten heraus und wurde in Schweden zu einem beliebten Gesangsstar, ein so genannter „Trubadur“. Allzu gern und mit Leidenschaft trug er seine Lieder vor, wie „Fritiof och Carmencita“, „Flickan i Havanna“, „Inbjudan till Bohuslän“ oder „Maj på Malö“. Viele der Melodien und Texte leben bis heute fort, – nicht zuletzt weil sein Sohns Sven-Bertil Taube als Sänger in die Fußstapfen des Vaters trat.

Taube gilt als schwedischer Nationaldichter. Themen seiner Lieder und Gedichte waren immer wieder die Seefahrt, ferne Länder, aber auch die schwedische Natur. Neben Poesie schrieb Taube auch Romane, Theaterstücke und Reiseberichte. Und nicht zuletzt war er auch Maler und Zeichner, der Zeichnungen, Aquarelle und Ölbilder entwarf.

Glückliche Künstler-Ehe mit Astri

Zwei Jahre war Evert Taube mit Malin Engström verlobt, lernte dann aber 1920 in Paris Astri Bergman kennen, ebenfalls eine Künstlerin. Die beiden wollten heiraten, – Astris Vater war jedoch dagegen, da er nicht glaubte, dass der erwerbslose Künstler eine Familie ernähren konnte. Erst vier Jahre später, nachdem Taube einige Bücher veröffentlicht und sich einen Namen gemacht hatte, stimmte der Vater der Hochzeit zu. Nach der Vermählung stellte das Künstlerehepaar 1925 zum ersten Mal zusammen aus. Evert und Astri bekamen zusammen vier Kinder.

Von der Schwedischen Akademie wurde ihm der Bellmann-Preis verliehen, eine Auszeichnung für „aufstrebende schwedische Dichter“. 1966 wurde er Ehrendoktor der Universität Göteborg und 1970 Mitglied der Königlich Schwedischen Musikakademie. Sein Traum aber, Mitglied der Schwedischen Akademie zu werden, ging nie in Erfüllung.

Eine besondere Ehre wurde Evert Taube posthum zuteil. Er ist seit 2015 auf dem schwedischen 50-Kronen-Geldschein verewigt.

(Autor: Heide Walker)

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