Der Marsch über den Belt

Karl X Gustaf Belt

Karl X Gustaf nach der Schlacht von Iversnaes. Gemälde von Johann Philip Lemke, Stockholm Nationalmuseum

Strenge Winter sind heute selbst in Südskandinavien die Ausnahme. Aber alle geschichtlich Interessierten wissen, dass es früher ganz anders war: Stets am 10. Februar gedenkt man dem „Marsch über den Belt“, der eine ganze Armee auf das Eis der Ostsee führte. So fest gefroren war das Meer, dass Schwedens König Karl X. Gustav das eiskalte Terrain für die Kriegsführung nutzte!

Früher war nicht alles besser. Zum Beispiel gab es viel mehr Krieg! Schweden hatte schon im 30-jährigen Krieg die Rolle einer Eroberungsmacht gespielt, und anno 1657 war das Land noch immer in diverse Schlachten verwickelt. Auf dem Kontinent focht König Karl X Gustav gerade einen Krieg mit Polen aus, als ihm Dänemark (erneut) den Krieg erklärte. Als damalige Erzfeinde stritten Dänemark und Schweden um den Zugang zum Öresund, um das neu gegründete Göteborg, um Regionen wie Halland, Skåne und Bohuslän sowie um die nördlichen Gebiete Trondheim, Jämtland und Herjedalen.

Die Kriegserklärung von Dänemark 1657 blieb nicht unbeantwortet, und der erneute Krieg sollte diesmal zu einem Wendepunkt in der Geschichte werden. Karl X. verließ Polen und machte sich mit seiner Armee auf dem Landweg zurück gen Heimat. Durch Holstein und Südjütland zog das Heer, als das Winter kam. Die dänische Königsmacht aber saß sicher auf der Insel Sjaelland und wartete nur drauf, dass die Schweden auf dem Festland erfrieren würden. Eine Flotte für den Transport gab es ja nicht…!

Karl X Gustav

Karl X Gustav war schwedischer König von 1654 bis 1660.

Da entschloss sich der schwedische König am 10. Februar 1658 zu einer der tollkühnsten Operationen der Militärgeschichte: Der Marsch über den Belt. Zwischen dänischem Festland und der Insel Fünen war das Eis in jenen Wintern so dick, dass der König das Wagnis einging. Bei Fredriksodde war der Belt nur 500 Meter breit und das Eis fest gefroren; aber auf der anderen Seiten warteten 2000 dänische Kavalleristen und 1500 bewaffnete Bauern! Der Marsch selbst ging nach gründlicher Vorbereitung gut, aber während die Schlacht um Fünen aufbrannte, brachen zwei Kompagnien durch das Eis und ertranken. Es handelte sich dabei um deutsche Söldner, die sich den schwedischen Truppen angeschlossen hatten.

Dass der Zug schließlich direkt über den großen Belt weiterging, ist ein Mythos der Geschichte. König Karl X. soll stattdessen einen Umweg über Langeland und Lolland genommen haben. Immerhin waren dort weitere 12 km Meeres-Eis zu überwinden…

Fakt ist, dass das riskante Manöver Dänemark große Verluste brachte, die im „Frieden zu Roskilde“ besiegelt wurden: Schweden erhielt nun die ostdänsichen Landschaften Skåne, Blekinge sowie Bohuslän und Halland. Auch wenn dieser Frieden nur bis zum Sommer 1658 hielt, haben sich diese Grenzen seither nicht mehr verschoben.

=> Weitere Informationen

Frieden von Roskilde

Historische Kriege zwischen Schweden und Dänemark

 





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