Das Steinzeit-Kaugummi von Huseby-Klev

Funde auf Orust

Das „Kaugummi“ aus Pech (links) ist der spektakulärste Fund von Huseby Klev. Foto: Bohusläns Museum

Die Insel Orust an Schwedens Westküste ist ein ländliches Idyll mit Bauernhöfen, Fischerdörfern und Schärengarten. Hier findet man Ruhe und Erholung pur. Oder aber – wenn man tief genug gräbt – spektakuläre archäologische Funde! Ein Stück Rindenpech aus Huseby-Klev auf Orust ist so zur Sensation geworden. Schwedische Forscher isolierten nun erstmals menschliche DNA von dem Fundplatz auf Orust – diese ist mehr als 10.000 Jahre alt!

Das „Kaugummi“ von Huseby-Klev ist ein Stück Pech von der Birkenrinde. Es hat sich im Mund eines Steinzeit-Menschen befunden, der zwischen 10000 und 4000 v.Chr. gelebt haben muss. Deutliche Kauspuren im weichen Harz wurden bereits 1993 gefunden. Die jetzt entdeckte DNA ist ein weiteres wichtiges Puzzle-Stück für die Forscher.

Warum die Steinzeit-Schweden auf Harz und Pech kauten, konnte ebenfalls erklärt werden: In der Gesellschaft von Jägern und Fischern stellte man bereits Werkzeuge her, und das Rindenpech der Birke erwies sich als praktischer „Klebstoff“.

Fika im Wald

Bei Ellös, an der Straße 178, liegt der Wanderweg Husebyleden. Foto: Orust kommun

Vieles, was man heute über die Besiedlung Westschwedens weiß, kommt von den Ausgrabungen um Huseby Klev. So genannte „Kulturlager“ von der Steinzeit bis in die Wikingerzeit sind dokumentiert und werden die Wissenschaftler noch über Jahre beschäftigen.

Wer den steinzeitlichen Spuren folgen will, sollte vom Ort Ellös aus starten: Ein kleines Museum im Ellös Park zeigt einige der Funde (die meisten sind allerdings unter Verschluss in den Universitäten des Landes). Geht man weiter auf dem Huseby Wanderweg sieht man im Terrain Reste einer alten Wallburg und kann sich zumindest ausmalen, wie es in der Steinzeit auf Orust gewesen sein könnte.

=> Spiegel-Artikel über DNA-Funde

=> Wandern auf dem Husebyleden

=> Tourist-Information Süd-Bohuslän

 

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