Winter in Stockholm (Teil 2/2)

Foto: Tina

Derzeit zeigt sich Stockholm von seiner, sagen wir es ganz deutlich, scheußlichsten Seite. Aber Kälte und Schnee eröffnen dem Städtereisenden Möglichkeiten, die er im Sommer nicht hätte: Wintersport. Kaum fallen die ersten Schneeflocken, rücken die Bediensteten Stockholms aus. Die eine Hälfte räumt die Straßen. Die Übrigen spuren Langlauf – Loipen und bereiten Eislaufbahnen vor.

Vor allem für Kinder herrschen winters paradiesische Zustände. Der Grünflächenanteil (sollte der im Moment nicht besser Kahle-Äste-Anteil heißen?) Stockholms ist sehr hoch. Man hat richtig viel Platz, sich auszutoben. Überall im Stadtgebiet werden Hügel spontan zu Rodelbergen umfunktioniert. Also auf keinen Fall die Schneeanzüge für die Kiddies vergessen! Falls ihr, an eure eigene Kindheit erinnert, in die Versuchung kommt, auch mal rutschen zu wollen: prüft vorher, ob die Kinder in den Hang Schanzen eingebaut haben. Ich spreche aus eigener, schmerzvoller (!) Erfahrung.

Für Erwachsenen, die aufs Rodeln verzichten, bieten sich andere Möglichkeiten.
Neben dem Eishockey ist Langlauf für Schweden eine Art Nationalsport, verständlich für Jeden, der mal versucht hat, durch den Tiefschnee irgendwohin zu gelangen. Und so werden in und um Stockholm, sobald es die Schneeverhältnisse zulassen, Loipen gespurt zum Beispiel in Agesta in der Nähe von Farsta und Hellasgarden in der Nähe von Nacka. Leider kann man an Keinem der Beiden Ausrüstung leihen.

Schlittschuhe dagegen können an verschiedenen Plätzen ausgeliehen werden, zum Beispiel im „Kungsträdgarden“ bei der dortigen Eislauffläche. Wenn man im südlichen Teil Stockholms wohnt, lohnt sich ein Besuch im SecondHand Laden Myrorna im Einkaufszentrum Skärholmen. Die haben eine eigene Abteilung für Wintersportausrüstung. Mein Freund (Schuhgröße 45) und ich (Schuhgröße 36) haben dort Beide Schlittschuhe gekauft, und dafür nicht mehr bezahlt, als für den Cappuccino im Cafe danach. Schlittschuhbahnen finden sich überall in der Stadt (hier ein Link zur Übersichtskarte). Die Unsicheren und Ängstlichen unter euch kann ich beruhigen: Man braucht keine Angst zu haben, über den Haufen gefahren zu werden: die Schweden sind normalerweise extrem zuvorkommend, und weichen Anfängern großräumig aus. Und das können sie! Wahrscheinlich könnten sie auch gleichzeitig Kaffee trinken, Eishockey spielen und einen Pullover stricken. Es ist ein Klischee, aber: Die meisten Schweden fahren, als wären sie mit Kufen unter den Füßen geboren worden, und hätten das Laufen auf dem Eis gelernt.

Sogar Alpinski kann in Stockholm gefahren werden. Natürlich sind die Pisten nicht mit den Fjälls oder gar den Alpen vergleichbar, aber für einen vergnüglichen Nachmittag sind sie allemal geeignet. Ausrüstung kann vor Ort geliehen werden (muss teilweise am Tag vorher vorbestellt werden. In und um Stockholm existieren drei Pisten: Väsjöbacken, Flottsbro und Hammarbybacken.

Ich hoffe, ich konnte einige gute Anregungen oder Ideen für die Stockholmreise geben. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle noch meine persönlichen Lieblingsstellen in Stockholm nennen. Aber mit einem sagenhaften Gefühl für Timing haben die Wetterverhältnisse in den letzten Tagen umgeschlagen, im Moment haben wir knapp über null Grad und Tauwetter. Da alle diese Sportarten natürlich extrem wetterabhängig sind, besucht am besten nach eurer Ankunft die Touristeninformation. Die wissen tagesaktuell, welche Flächen offen und befahrbar sind.

Derzeit zeigt sich Stockholm von seiner, ja, ich meine es, scheußlichsten Seite. Trotzdem, oder gerade deswegen suchen auch um diese Zeit einige unerschrockene Touristen ihren Weg in die schwedische Hauptstadt. Sie spazieren auf den Seen, fahren Schlittschuh, bewundern die gigantischen Schneemassen. Und dann bricht die Sonne durch die Wolken. Und fast alle, fast alle sagen sie: wir kehren zurück. Wir wollen unbedingt wissen, wie es hier aussieht, wenn es Sommer wird.

Autor(in): Tina Skupin – tskupin32@gmail.com

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