Wildunfälle in Schweden

Wildunfälle, vildolycksremsa

Praktischer Papierstreifen zum Markieren der Unglücksstelle – und mit wichtigen Informationen. Foto: Angelika

 Wildunfälle sind in Schweden leider eine häufige Unfallursache. Bedenkt man, dass ein ausgewachsener Elch 500 kg oder mehr auf die Waage bringt, kann man sich leicht ausmalen, dass ein solches Unglück fatal enden kann. In diesem Jahr kam es in Schweden bis einschließlich September unter anderem zu 3.575 Unfälle mit Elchen, 23.156 Unfälle mit Rehen und 1.849 mit Wildschweinen (Quelle: http://algen.se/se/viltolycksstatistik).

Wildtiere = Dämmerungstiere

Die meisten Tiere sind in der Abend- und Morgendämmerung unterwegs, wobei Wildschweine später am Abend ihr Lager verlassen als Rehe und Elche, dafür aber vor der Morgendämmerung wieder zu ihrem Lager zurückkehren. Mitunter sind sie nicht alleine, sondern haben einige Frischlinge im Schlepptau, die nach und nach die Straße queren. Bei Rehen gilt ebenfalls: wo ein Reh über die Straße springt ist mit weiteren zu rechnen. Elche erkennt man oft zuerst an ihren langen weißen Beinen, die in der Dunkelheit im Gegensatz zum restlichen dunklen Körper fast schon leuchten.

Hinweisschilder und Wildzäune

Achtet auf Warnhinweise für Wildwechsel. Dort wo sie stehen haben sie ihre Berechtigung. Das Abschrauben von solchen Warnschildern – insbesondere die mit dem Elch sind bei Touristen begehrt – ist übrigens strengstens untersagt!! An besonders gefährdeten Straßen gibt es „vildstängsel“, Zäune längs der Straße, die das Wild am Queren hindern. Leider kann es vorkommen, dass Tiere trotzdem vor den Zaun geraten, zum Beispiel weil Wanderer ein Gatter nicht richtig geschlossen haben, dann irren sie panisch auf der Straße umher, die für sie nun erst Recht zur Todesfalle wird.

Anpassen der Geschwindigkeit

Fährt man mit einer Geschwindigkeit von 70 km/h und ein Wildtier tritt in ca. 50 m Entfernung auf die Straßen, kann das Fahrzeug rechtzeitig zum Stehen gebracht werden. Ist man mit 90 km/h unterwegs, kollidiert man mit dem Tier und hat beim Aufprall noch eine Geschwindigkeit von 70 km/h (Quelle: http://algen.se/se/undvik-viltolyckan).

Wenn ein Unglück passiert ist …

Gemäß § 40 der Jagdverordnung ist man verpflichtet, nach einer Kollision mit Elch, Hirsch, Reh, Wildschwein, Luchs, Vielfraß, Mufflon, Bär, Otter, Wolf und Adler die Unglücksstelle zu markieren. Andernfalls macht man sich einer Ordnungsstrafe schuldig. Zum Markieren der Stelle nimmt man entweder spezielle Papierstreifen, die man z. B. bei Bilprovningen erhält oder eine Plasiktüte. Man markiert die Stelle, an der das verletzte Tier auf der Straße liegt bzw. in den Wald geflohen ist. Ein totes Tier sollte man an den Fahrbahnrand ziehen, das gilt auch für kleinere Tiere wie Hase oder Kaninchen, da tote Tiere wiederrum Raubtiere anlocken können und es dadurch zu schwereren Unfällen kommen kann. Ausnahme hiervon ist eine Kollision mit einem Bär oder Wildschwein. In diesen Fälle sollte man im Fahrzeug sitzen bleiben und ca. 100 m von der Unglücksstelle wegfahren.

Polizei alarmieren

Dann wird die Polizei unter 112 alarmiert. Auch hierzu ist man nach einer Kollision mit einem der oben genannten Tiere verpflichtet. Die Polizei gibt Auskunft, ob man die Unglücksstelle verlassen darf. Wenn keine Personenschäden oder andere wichtige Umstände vorliegen, kommt die Polizei selten zur Unglücksstellen. Sie informiert stattdessen den Inhaber des Jagdrechts, der sich um das verletzte oder tote Tier kümmert. Ein totes Tier mitzunehmen ist Diebstahl. Es gehört dem Jagdrechtsinhaber. Auch wenn ein Tier nach einer Kollision anscheinend unverletzt in den Wald gelaufen ist, muss die Polizei informiert werden. Als Fahrzeugführer kann und darf man nicht entscheiden, ob das Tier eine schwere Verletzung davongetragen hat und möglicherweise erst nach tagelangem Leiden elend zugrunde geht. Gerade wenn man eine Elchkuh angefahren hat, ist es wichtig, den Unfall zu melden, da vielleicht in der Nähe der Unfallstelle noch ein Kalb umherirrt. Es wird immer ein Jäger mit einem Spürhund losgeschickt, der das verletzte Wild sucht und ihm den Gnadenschuss gibt. (Quelle: http://algen.se/se/pa-olycksplatsen)

 

Autor(in): Angelika – angelika@schulze-uebersetzungen.eu

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