Vilhelm Moberg – der berühmte schwedischer Schriftsteller, bekannt durch die Auswandererromane

Vilhelm Moberg. Quelle: Wikipedia, Scanpix

 

Der schwedische Schriftsteller Vilhelm Moberg wurde vor allem durch seine Auswandererbücher berühmt. In seinen vier Romanen, „Die Auswanderer“, „In der neuen Welt“, „Die Siedler“ und „Der letzte Brief nach Schweden“ erzählt Moberg die Geschichte schwedischer Auswanderer, die ihre Heimat in Småland verlassen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben in Amerika. Die Erzählung wurde später auch verfilmt und die ABBA-Musiker Björn Ulvaeus und Benny Andersson machten daraus 1995 ein Musical unter dem Titel „Kristina von Duvemåla“.

Moberg hat sich stark mit dem Thema Auswanderung auseinander gesetzt. Er war schon von Kind an in seiner Heimat ständig damit konfrontiert, auch eigene Verwandte verließen die Heimat. Zusammen mit ein paar Zeitgenossen hat er 1968 in Växjö das Haus der Auswanderer gegründet, welches das größte Archiv zu diesem Thema in Europa beherbergt. Dort sind auch viele seiner Manuskripte, Notizen und Fotos ausgestellt.

Geboren wurde Vilhelm Moberg am 20. August 1898 in Moshultamåla in Småland und er starb 1973 in Grisslehamn durch einen Selbstmord. Moshultamåla liegt in der Gemeinde Emmaboda und dort wuchs Moberg zusammen mit sechs Geschwistern auf. Sein Vater war Soldat und später Bauer. Die Familie zog einige Jahre später in den kleinen Ort Duvemåla in der Gemeinde Ljuder. Dort lernte er das Leben der armen småländischen Bevölkerung kennen und dort spielt auch sein späterer Roman über die Auswanderer. Er verstand, warum so viele von dem Wunsch besessen waren, nach Amerika auszuwandern.
Mit nur 11 Jahren musste Moberg schon arbeiten und zwar in einer Glashütte. Später knüpfte er Kontakte zur Arbeiterbewegung und zum Sozialismus. Schon als Kind hatte er Freude am Lesen und verfasste auch schon in seiner Jugend kleinere Artikel für lokale Zeitungen. Er besuchte weiterbildende Schulen und wurde schließlich Journalist. 1918 erkrankte er an der spanischen Grippe, von der er sich erst nach einem halben Jahr wieder erholte. Danach fand er Arbeit bei verschiedenen Zeitungen und schrieb auch seine ersten Theaterstücke.
Seinen ersten erfolgreichen Roman veröffentlichte er 1927 mit dem Titel „Raskens“. Hier verarbeitete er die Geschichten seines Großvaters und beschrieb das Milieu, das er aus eigener Erfahrung kannte. Die Erzählung handelt von einer Soldatenfamilie in der Zeit zwischen 1870 und 1900. Auch die folgenden Romane spielen im ländlichen Milieu Smålands. Eine Romantrilogie, die er zwischen 1935 und 1939 geschrieben hat, schildert das Leben eines Bauernsohnes, der in die Stadt kommt und Journalist werden möchte und der schließlich enttäuscht wieder aufs Land zurückkehrt und wieder auf dem Bauernhof arbeitet. Nach einem Roman „Rid i natt“, in welchem småländische Bauern gegen die Unterdrückung durch einen deutschen Adligen kämpfen und der auch ein Aufruf zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus war, wurden seine Bücher im Deutschen Reich verboten.

Sein Hauptwerk erschien Anfang der 1950er Jahre. Die vier Bücher über die große Auswanderung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als etwa ein Viertel der Bevölkerung Schwedens in die USA auswanderte, ist sehr beeindruckend und für die Berühmtheit Mobergs verantwortlich. Das Werk wurde in mehrere Sprachen übersetzt.

Moberg war aber auch ein starker Gesellschaftskritiker und sprach sich gegen Sozialismus, Nationalsozialismus, Kommunismus und Faschismus aus und war auch gegen die Monarchie.

Mobergs Romane spiegeln sein eigenes Leben wieder, sie handeln von den Menschen in Småland und deren Problemen und Sehnsüchten. Zu den Auswanderern nach Amerika gehörten auch Mitglieder seiner eigenen Verwandtschaft. Auch er dachte schon 1916 über eine Auswanderung nach, blieb aber dann bei seinen Eltern. 1948 reiste er mit seiner Familie nach Amerika, wo er die schwedischen Siedlungen besuchte und dort nach Material für seine Romane forschte. In Carmel, Kalifornien schrieb er die ersten zwei Bände seines Auswandererepos, und auch die anderen beiden entstanden etwas später in Amerika.

Immer wieder kommt es in seinen Romanen vor, dass die Leute vorankommen wollen, weg von der Heimat wollen, und immer wieder merken diese Menschen, dass ihnen etwas fehlt und dass sie sich zurück nach ihrer Heimat sehnen. Karl-Oskar, die Hauptfigur in den Auswandererromanen, stirbt in Minnesota mit der alten Landkarte aus seiner Heimat Ljuder in der Hand. Und seine Frau Kristina hatte ihr ganzes Leben lang Schweden vermisst und schafft es noch, kurz bevor sie stirbt, in den Apfel zu beißen, der von dem Apfelbaum stammt, den sie aus Schweden mitgebracht und in Minnesota angepflanzt hatte.

Gegen Ende seines Lebens litt Moberg unter Depressionen, er konnte nicht mehr so schreiben, wie er wollte und 1972 ertränkte er sich im See hinter seinem Haus.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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