Umeå 2014 – Ein Kulturjahr in acht Jahreszeiten

Glashuset Umea

Offen für Vereine, Organisationen, Kulturschaffende und -akteure: Das Glashuset am Rådhustorget in Umeå. Foto: Forslundagymnasiet /flickr.com (CC BY-SA 2.0)

Das nordschwedische Umeå war im Jahr 2014 Europäische Kulturhauptstadt 2014. Drei Tage dauerten die Feierlichkeiten zum Beginn der „Jahreszeit der Pflege“. Eine Show mit Licht und Feuer zum Rhythmus samischer Trommeln bot einen Vorgeschmack auf die kommenden Monate: das Kulturhauptstadtjahr im Rhythmus der acht Jahreszeiten des samischen Kalenders.

Anfang 2014 „brannte“ es erneut in Umeå. Es war kein verheerendes und Feuer wie jenes 1888, das große Teile der Stadt zerstörte. Vielmehr richtet sich mit dem neuerlichen „Brennen“ der Blick in die unmittelbare und fernere Zukunft der „Stadt der Birken“.

Umeå „brennt“ für Kultur

Schätzungsweise 55.000 Menschen, darunter Kronprinzessin Victoria, Schirmherrin des Kulturhauptstadtjahres, zog es an den Umeälven, dem Schauspiel aus künstlerischen Darbietungen, Licht- und Videoprojektionen, samischen Klängen beizuwohnen. Den Schnee im eisigen Umeå „brennen“ zu sehen.

Nicht nur während der „Burning Snow“ genannten offiziellen Einweihungszeremonie am und auf dem Umeälven leuchtete das winterliche Dunkel. Während des Wochenendes vom 31. Januar bis 2.Februar verwandelten Programmpunkte wie „City of Winter“ und „Lit City“ die Kulturstadt in Nordschweden in eine Landschaft aus Schnee, Eis, Licht und Feuer. Von einem Container in der Rådhuseplanaden hallte Musik durch die Straßen. „Soundscapes“ gaben Umeå eine neue Klanglandschaft.

Der Rådhustorget im Zentrum der Stadt wurde zum Raum der Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Sami. Auf deren Kultur sich der Fokus von Umeå 2014 richtet. Die in einem samischen Dialekt Ubmeje genannte Kulturhauptstadt ist altes Siedlungsgebiet der Samen. Und doch war es nicht selbstverständlich die Ureinwohner an der Konzeptionierung des Kulturjahres zu beteiligen.

 

300 Veranstaltungen in acht Spielzeiten

Rund 300 Veranstaltungen – Festivals und Konzerte, Poesie und Literatur, Ausstellungen und auch Sport – wurden in das Kulturjahr gepackt. In Anlehnung an die acht Jahreszeiten der Sami ist das Jahr in acht Spielzeiten unterteilt.

So zeigen im Bildmuseet acht Künstler mit samischen Wurzeln in acht Ausstellungen ihre Werke. Norrlandsoperan präsentiert zu jeder Jahreszeit ein Projekt. Acht Konzerte mit jeweils eigenem Thema an verschiedenen Orten.

In der „Jahreszeit des Erwachens“ dem Spätwinter, Gijrradálvvie, stand unter anderem die Samen-Woche sowie die Ausstellung „Samisches Erbe“ auf dem Programm. Im Sommer, der „Jahreszeit des Nachdenkens“ hatte die Norrlandsoperan als ein Highlight des Kulturjahres die Richard-Strauss-Oper „Elektra“ in Open-Air-Version aufgeführt.

Im Frühwinter, der „Jahreszeit der Wanderungen“ gab es ein Adventskonzert der Superlative.

Weitere Höhepunkte im Kalender von Umeå 2014 waren das Volksmusikfestival Umefolk im Februar, das House of Metal Festival einen Monat später und im Oktober das Umeå Jazz Festival.

Dazwischen, im Juli, fand das U x U Festival statt. Eine durch Crowdfunding und nach Wünschen der Besucher gestalteten Musikveranstaltung. Mitgestaltung ist ein weiterer Fokus der Kulturhauptstadt keine 400 km südlich vom Polarkreis.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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