Überall in Schweden – Hembygdsgårdar

Hembygdsgård in Mjölby, Östergötland Bild aus Wikipedia. Fotograf: Harri Blomberg

Hembygdsgård in Mjölby, Östergötland
Bild aus Wikipedia. Fotograf: Harri Blomberg

Überall in den kleinen Ortschaften trifft man in Schweden immer wieder auf einen Hembygdsgård oder einen Gammalgård. Es handelt sich dabei um eine Art Heimatmuseum, alte Gebäude, Erinnerungen an frühere Zeiten, die man erhalten möchte.

 

Wörtlich übersetzt heißt Hembygdsgård auf Deutsch Heimatgarten oder Heimathof, und ein Gammalgård ist ein alterr Garten oder ein alter Hof. Es handelt sich hier um einen alten Bauernhof oder eine Ansammlung alter Gebäude, die man erhalten hat, um sie der Nachwelt zu zeigen. Viele Dörfer und Ortschaften in Schweden unterhalten so eine Anlage. Unterstützt werden diese gewöhnlich von den Hembygdsföreningar, den Heimatvereinen, die sich dem Erhalt der alten Traditionen und Kulturen widmen.

 

Schon im 19. Jahrhundert war man bestrebt, die traditionellen Kultur Schwedens nicht untergehen zu lassen. Es entstanden die interessanten und heute sehr beliebten Freiluftmuseen wie Skansen in Stockholm, das schon 1891 gegründet wurde oder Jämtli in Östersund, eingeweiht 1912. Hier kann man allerlei über das Leben in früheren Zeiten erfahren. Aber auch in vielen kleineren Orten entstanden daraufhin örtliche Freiluftmuseen oder eben die Hembygdsgårdar.

 

Die Industriealisierung nahm auch in Schweden stark zu, umso wichtiger erschien es daher den Mitglieder und Anhängern der Hembygdsföreningar, der örtlichen Heimatvereinigungen, die alten Bauweisen und Lebensweisen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, sondern für die Nachwelt zu erhalten. Akademisch gebildete Leute engagierten sich, um die ursprüngliche Kultur nicht sterben zu lassen. 1904 wurde in Leksand die erste Hemslöjdsvereinigung gegründet, die das schwedische Kunsthandwerk bewahren wollte, und kurz darauf der Dalarna Hembygdsförbund. Das war der Startschuss für weitere Bewegungen in diese Richtung, die sich über das ganze Land ausbreiteten.

 

So entstanden dann auch die alten Museums-Bauernhöfe, eben die Hembygdsgårdar im ganzen Land. Jedes kleine Dorf ist stolz darauf und freut sich über Besucher, die an den alten Kulturen Interesse zeigen.

 

Die Museen zeigen die alten Häuser, die evtl. hier zusammengetragen wurden, oder einfach auch einen kompletten alten Bauernhof, ausgestattet mit den typischen Möbeln aus der früheren Zeit. Man staunt manchmal wirklich, wie anders damals alles war und wie die Leute ohne unsere modernen Geräte klar kamen, ja vielleicht sogar zufriedener lebten. Auch Werkzeuge sind ausgestellt, man erfährt wie man früher gearbeitet  hat, welchen Beschäftigungen man nachgegangen ist und was für die Menschen wichtig war. Oft veranstalten die Hembygdsgårdar auch traditionelle Feste, wie z.B. an Weihnachten oder Midsommer und dann kann man hier so feiern, wie man es früher getan hat. Im Ganzen zählt man in Schweden heute ungefähr 1440 Hembygdsgårdar.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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