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Stadtbummel durch Karlskrona: Bummeln im Grünen

Blekingeflickan im Hoglands park

Blekingeflickan im Hoglands park. Erschaffen von Gustav Nilsson, 1960. Im Hintergrund die Statue Karls XIII. Foto: Boatbuilder /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

 

Ein Stadtbummel durch das Welterbe „Marinestadt Karlskrona“ mit den Festungsanlagen, Marinehafen und –werft, historischer Bebauung kann tages- und Tage füllend sein. Aussicht auf Erholung und Zerstreuung bietet die Schärenwelt vor der Haustür. Doch auch bei den Streifzügen durch Schwedens einzige Barockstadt selbst gibt es Möglichkeiten zum Verschnaufen – in den Parks und Grünanlagen.

Ebenso wie Meer und Marine in Karlskrona gegenwärtig sind, prägt Grün das Stadtbild und nimmt eine nicht unwichtige Rolle im Leben der Stadt im südschwedischen Schärengarten ein. Die Parks und Grünanlagen „verschönern das Stadtbild, sind Treffpunkte und bieten Möglichkeiten der Erholung und Entspannung“ wie es auf der Homepage Karlskronas heißt. In der Welterbestadt, wie in ganz Blekinge sind die Wege nicht weit und so wird aus einem Stadtbummel schnell ein Bummeln im Grünen.

Barockträdgården i Grevagården

Barockträdgården i Grevagården

Barockträdgården i Grevagården. Blick über die obere Terasse des Barockgartens auf den früheren Palast des Admirals Hans Wachtmeister. Heute Teil des Blekinge Museums. Foto: Boatbuilder /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Zu dem Anwesen gehört ein Barockgarten, der 1978 rekonstruiert wurde. Die kleine Anlage lädt auf zwei Ebenen zum Wandeln ein. Die untere der quadratisch angelegten Terrassen zeigt ornamental getrimmte Büsche. Eine zweiseitige Treppe führt zur zweiten Stufe des streng angelegten Barockgartens. Zu beiden Seiten der Treppe stehen zwei große Eiben, die wahrscheinlich 1704 gepflanzt wurden. Dazu in Reih und Glied, in klare Formen geschnittene Büsche.

Karl XIII. und das „Blekinge-Mädchen“ im Hoglands park

Gerade erst eröffnet hat der Pavillon im Hoglands park. Für Stadtbummler die Chance eines Kaffees und einer Stärkung und eines Toilettengangs. Der Hoglands park, zwischen Stortorget und Bahnhof gelegen, ist einer der ältesten Parks von Karlskrona.

Angelegt wurde der Park zwischen 1813 und 1825, die ersten Bäume bereits rund 100 Jahre früher gepflanzt. In den 1860er Jahren änderte sich das Gesicht der Anlage, der französische Stil hielt Einzug. Seit 2009 ändert sich das Aussehen erneut. In Schritten soll der Park restauriert, die Vegetation der frühen Jahre wieder hergestellt werden.

Der Name „Hoglands park“ erinnert an die Schlacht von Hogland. Befehlshaber der schwedischen Flotte war der spätere König Karl XIII. Ihn ehrt nicht nur der Name, sondern auch die Statue im Zentrum der Grünanlage.

Im südlichen Bereich ein Brunnen mit drei Stufen, vier Wasserstrahlen und eine Statue in der Mitte. Die Statue, Blekingeflickan, ein Mädchen schön, jung, unschuldig – das „Blekinge-Mädchen“. Die Wasserstrahlen symbolisieren die Ströme der Provinz, die Stufen oder Ablagen stehen für das Landschaftsbild. Schon Selma Lagerlöf beschrieb Blekinge als Treppe. Erschaffer des Brunnens war Gunnar Nilsson im Jahr 1960.

Admiralitätspark mit Admiralitätsglockenturm

Mehr als zwanzig verschiedene Baumarten sind im Amiralitetsparken vertreten. Ursprünglich gab es auf dem Areal zwischen Stortorget und Marinehafen einen quadratischen Marktplatz, den Amiralitetstorget, im nördlichen Teil, die Bastion Wachtmeister – woran ein Gedenkstein erinnert – und es sollte die Kirche der Admiralitätsgemeinde entstehen. Doch diese musste sich mit dem „Provisorium“ der Admiralitätskirche begnügen. Anstatt einer Kirche ragt der Admiralitätsglockenturm (Amiralitetsklockstapeln) in den Himmel. Der Park wurde in den Jahren 1885 bis 1887 um den Baumbestand herum angelegt.

Brunnen im Park auf Kungsholmen

Brunnen im Park auf der Festungsinsel Kungsholmen. Foto: Boatbuilder /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Der „Versteckte Park“

Nicht weit vom Admiralitätspark sind Admiralitätskirche und Marinehafen und zu einem grünen Kleinod.

2011 wurde an der alten Stadtmauer eine baufällige Bretterwand abgerissen. Dahinter kam ein Garten zum Vorschein. Allerdings war der als solcher nicht erkennbar. Vom Wildwuchs befreit und aufgeräumt blühte die vergessene Grünanlage zu einem kleinen Schmuckstück auf. Blieb die Frage des Namens für die Entdeckung. Die Wahl viel auf Gömda parken – der „Versteckte Park“. Eine Hilfe für die Suche: Der Park liegt am südlichen Ende der Konstapelsgatan, kurz bevor diese auf die Varvsgatan trifft.

Kapellparken

Eine weitere grüne Oase liegt nordöstlich des zentralen Markplatzes von Karlskrona, an der Ecke Östra Köpmansgatan und Drottninggatan. Als die Stadt noch in den Kinderschuhen steckte, stand an der Stelle die Hedvig Eleonora kyrka, auch als Altstadt-Kirche bezeichnet. Es war die erste Kirche der Stadt. Von der Friedrichskirche am bzw. auf dem Stortorget ersetzt, wurde die Kirche schließlich abgerissen. Auch der alte Stadtfriedhof musste 1940 weichen. Schließlich wurde das Gelände zum Kapellparken. An die Vergangenheit der Parkanlage erinnert noch die 1846 erbaute Friedhofskapelle.

Wämöparken und andere „grüne“ Ziele

Viel grün gepaart mit kleinem Zoo, Kultur, Freilichtmuseum, Vergnügen bietet der Wämöparken nördlich des Zentrums der Stadt, auf der Insel Vämö. Den Rahmen eines Stadtbummels durch Karlskrona mag der Park, der schon mal als „Blekinges Skansen“ bezeichnet wird, sprengen. Zum Bummeln im Grünen oder für einen Familienausflug ist er ein gern besuchtes Ziel.

Beliebt für einen Spaziergang ist auch Brändaholm, auf Kungsholmen gibt es neben der imposanten Festungsanlage einen Park mit exotischen Pflanzen. Etwas längere Wege und etwas mehr Zeit sind für Besuche des Gutshofes Skärva mit seinem englischen Park, den Lyckapårken, den Lavendelgarten in Fågelmara oder das Naturparadies Torhamns Udde nötig und lohnenswert.

Spaziergang auf Brändaholm:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=KTSdidkzN9s[/youtube]

Mehr zu den Parks, Gärten, Grünanlagen in und um Karlskrona unter www.karlskrona.se und mit neuem Auftritt www.visitkarlskrona.se.

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de


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