Snille och smak – die Schwedische Akademie

Die meisten verbinden mit der Schwedischen Akademie (Svenska Akademien) sicherlich jene Institution, die über die Vergabe des Literaturnobelpreises bestimmt. Die Aufgaben sind jedoch durchaus vielfältiger und beinhalten die Förderung der schwedischen Sprache und Literatur. Dazu gibt es verschiedene Arbeitsgruppen und Projekte innerhalb der Akademie.

Gegründet am 20. März 1786 von Gustav III. hat die Akademie immer genau 18 Mitglieder. Daher stammt auch die Bezeichnung De Aderton (Die Achtzehn). Vertreter der Akademie kommen aus unterschiedlichen Bereichen. Neben Schriftstellern, die zu Beginn eher weniger vertreten waren, sind Historiker, Linguisten, Literaturwissenschaftler und auch ein Jurist unter ihnen, oftmals auch bekannte Persönlichkeiten wie zum Beispiel Dag Hammarskjöld, Pär Lagerkvist, Selma Lagerlöf. Weil die Mitgliedschaft auf Lebenszeit läuft, ist es nicht möglich einfach irgendwann wieder auszutreten. Einige Mitglieder taten dies dennoch aus Protest (u.a Kerstin Ekman aufgrund des Todesurteils gegen Salman Rushdie, zu dem sich die Akademie nicht äußerte und Knut Ahnlund, der sich damit gegen die Verleihung des Literaturnobelpreises gegen Elfriede Jelinek wandte). Offiziell sind dies dann keine aktiven Mitglieder – so der offizielle Sprachgebrauch -, das heißt, ihre Stühle bleiben während der Sitzungen unbesetzt.

Zu den wichtigsten Veröffentlichungen zählen das Svenska Akademiens ordbok (SAOB) und die Svenska Akademiens ordlista (SAOL). Das Wörterbuchprojekt (SAOB) beschäftigt sich mit der geschriebenen Sprache seit 1521 und ist vergleichbar dem Deutschen Wörterbuch (DWB bzw. Der Grimm). Mittlerweile sind 35 Bände bis zum Buchstaben T erschienen, wobei eben auch Wörter und Ausdrücke aufgenommen sind, die heute nicht mehr im Sprachgebrauch vorkommen. Es handelt sich um die umfassendste Beschreibung der schwedischen Sprache – und es wird noch fleißig weitergearbeitet. Die sog. Wörterliste (SAOL) erschien erstmals 1874 und auch sie versteht sich als Beschreibung der schwedischen Sprache. Hier finden sich Hinweise zu Schreibweise, Deklination und Wortbildung des aktuellen Sprachgebrauchs. Außerdem erscheint ein klassisches Wörterbuch, das Svensk ordbok (SO). Auch wenn diese Werke des Öfteren so verstanden werden, haben die keinen normgebenden Charakter wie beispielsweise der deutsche Duden.

Darüber hinaus veröffentlicht die Akademie in Zusammenarbeit mit dem Atlantis-Verlag die Serie Svenska klassiker sowie weitere Schriften. Außerdem betreibt sie die Nobelbiblioteket in der Stockholmer Altstadt und führt dort Lesungen und Seminare durch.

Der Wahlspruch der Schwedischen Akademie lautet übrigens Snille och smak, was in Etwa mit Geist und Geschmack übersetzt werden kann.

 

Autorin: Christiane – trollet@gmx.de

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