Schwedens Geschichte: Gustav Vasa – Aufbruch in eine neue Zeit

Aus der Kunstsammlung der Universität Uppsala: Gustav Vasa. Wahrscheinlich eine Ende des 16. Jhd. entstandene Kopie eines Porträts des Königs von 1542 von Jacob Binck. Quelle: commons.wikimedia.org

Aus der Kunstsammlung der Universität Uppsala: Gustav Vasa. Wahrscheinlich eine Ende des 16. Jhd. entstandene Kopie eines Porträts des Königs von 1542 von Jacob Binck. Quelle: commons.wikimedia.org

 

In Strängnäs wurde der Grundstein für weitreichende Veränderungen in Schwedens Geschichte gelegt: Am 6. Juni 1523 wurde im Dom des unweit der heutigen Hauptstadt Stockholm gelegenen Örtchens Gustav Eriksson Vasa zum König gewählt. Eine Wahl, die das Ende des Zeitalters der Kalmarer Union besiegelte. Eine Wahl, die für den Beginn einer Neuordnung Schwedens steht – der Aufbruch in eine neue Zeit.

Wasa-Knäckebrot, Vasaloppet, das finnische Vaasa, Gustaf Vasa kyrka und Vasa-Museum in Stockholm inklusive der „Vasa“, der schwedische Nationalfeiertag, auch für das heutige Orchester der Königlich Schwedischen Nationaloper legte er die Grundlagen – kaum ein schwedischer König fand einen vergleichbaren Nachhall wie Gustav I. Vasa (1523-1560). Wobei der zwar 1523 gewählte, jedoch erst 1528 gekrönte Monarch zu Lebzeiten als Gustav Eriksson oder König Jösta bekannt war. Der Name Gustav Vasa kam erst im 17. Jahrhundert auf.

Reformer und Reformator

Unter der Führung des um 1496 geborenen Sprosses eines der vornehmsten Häuser des Reiches– der sich früh der Opposition gegen die dänische Vorherrschaft anschloss und Vater sowie zwei Onkel im Stockholmer Blutbad von 1520 verlor – erlangte Schweden seine Unabhängigkeit. Mit dem Reichsverweser Gustav Eriksson Vasa (1521-1523) von Dänemark, unter dem König Gustav I. Vasa konnte auch der Einfluss der Hanse zurückgedrängt werden. Mit Gustav Vasa verbinden sich Reformen im (noch) mittelalterlich strukturierten Schweden, die Neuordnung von Staat und Verwaltung.

Die Gustaf Vasa kyrka am Odenplan in Norrmalm, Stockholm. Foto: Håkan Svensson (Xauxa) /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Die Gustaf Vasa kyrka am Odenplan in Norrmalm, Stockholm. Foto: Håkan Svensson (Xauxa) /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Dazu gehört auch die Aufnahme der „neuen Lehre“ Luthers, die Reformation der Kirche, die Loslösung der Kirche von Rom zu einer nationalisierten Kirche.

König zur Zeitenwende

Doch nicht nur die Reformation schwappte über die Ostsee. Gustav Vasas Politik stand im Zeichen des Absolutismus. Sie führte zur Stärkung der monarchischen Zentralmacht. Er setzte die Erbmonarchie (1544) im schwedischen Königreich durch. Damit begründete der König eine Dynastie, die über ein Jahrhundert die Geschicke des Landes lenkte, die den Weg Schwedens zu einer europäischen Großmacht ebnete.

Die Neuerungen Gustavs I. (nach seinem Tod, die seiner Söhne) riefen – wenig überraschend – Widerstand bei Klerus, Adel und auch Bauern hervor. Von den Revanchegelüsten Dänemarks abgesehen.

Der Aufbruch in eine neue Zeit wurde von Aufständen begleitet. Besonders gefährlich wurde Gustav Vasa der Dacke-Aufstand 1542/43 in Småland. Er geriet zum größten reinen Bauernaufstand in Skandinavien.

Der König setzte sich durch: Gustav I. Vasa führte Schweden vom Mittelalter in die Neuzeit.

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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