Otto Nordenskjöld – schwedische Spuren in Patagonien

Der Lago Nordenskjöld, benannt nach Otto Nordenskjöld. Foto aus Wikipedia. Fotograf: Philipp Ross

Der Lago Nordenskjöld, benannt nach Otto Nordenskjöld. Foto aus Wikipedia. Fotograf: Philipp Ross

Otto Nordenskjöld war ein schwedischer Geologe und Polarforscher, der am anderen Ende der Welt seine Spuren hinterlassen hat. Weit weg von Schweden stößt man auf diesen Namen, der sofort an einen Schweden denken lässt.

Reist man durch den wunderschönen Torres del Paine Nationalpark in Patagonien, so kommt man auch zum türkisfarbenen Lago Nordenskjöld. Ein etwas seltsamer Name für einen See im Süden Chiles, den die Chilenen zu dem auch gar nicht aussprechen können. Dieser See wurde nach Otto Nordenskjöld benannt, der ihn Anfang des 20. Jahrhunderts auf seiner ersten Forschungsreise entdeckte.
Nils Otto Gustav Nordenskjöld wurde 1869 in der Nähe von Jönköping in Schweden geboren. Er studierte an der Universität von Uppsala, wo er auch später als Geologe tätig war. In späteren Jahren wechselte er dann zur Universität von Göteborg, als er dort zum Professor der Geographie und Ethnografie ernannt wurde.

Schon sein Onkel, Adolf Erik Nordenskiöld (mütterlicherseits, daher die andere Schreibweise, Ottos Vater hieß Nordenskjöld, seine Mutter Nordenskiöld) war ein begeisterter Polarforscher, der mehrere Expeditionen nach Spitzbergen durchgeführt hatte. Otto folgte seinen Spuren. Auch ihn zog es in die extremen Regionen des Nordens und auch des Südens. So führten ihn erste Expeditionen Ende des 19. Jahrhunderts nach Patagonien sowie nach Alaska, in die Klondike-Region und auch nach Grönland. Von 1901 bis 1903 führte er zusammen mit dem Kapitän Carl Anton Larsen die Schwedische Antarktisexpedition durch, mit dem Ziel die Ostküste der Antarktis zu erforschen.

Aus wissenschaftlicher Sicht war die Expedition erfolgreich, da viele Erkenntnisse über die antarktische Ostküste gewonnen werden konnten, doch war das Unternehmen von unheilvollen Ereignissen begleitet. Nach dem Verlust des Schiffes, das vom Eis zerdrückt und damit manövrierunfähig wurde, mussten die Teilnehmer unter extremen Bedingungen überwintern, bevor sie vom argentinischen Schiff Uruguay gerettet werden konnten. Nordensköjld selbst ließ sich zuvor auf Snow Hill Island absetzen, wo ihn das Schiff 1 Jahr später wieder abholen sollte. Da kein Schiff zurückkehrte begab er sich auf die Paulet Insel, wo er dann später auch wieder auf die Besatzung des Schiffes traf.

Nordenskjöld hatte den Prinz-Gustav-Kanal und die James-Ross-Insel entdeckt und entsprechend benannt. Nach seiner Expedition verfasste er die sechs Bände über die „Wissenschaftlichen Ergebnisse der Schwedischen Südpolar-Expedition 1901-1903“. Nordenskjöld gelangte durch die Expedition zu großem Ruhm, finanziell war das Unternehmen jedoch ein großer Verlust für ihn.

Drei Jahre später starte Nordenskjöld dann wieder erneut und zwar dieses Mal in die Arktis. Mit der „Île de France“ besuchte man zunächst Danskøya auf Svalbard. Kurz darauf lief das Schiff jedoch auf ein Riff auf und konnte nur durch die Hilfe eines niederländischen Kreuzers befreit werden.

Weitere Forschungsreisen führen Nordenskjöld 1909 nach Grönland und ab 1920 dann nach Südamerika, mit dem Ziel Chile und Peru zu erforschen.

1928 starb Otto Nordenskjöld an den Folgen eines Verkehrsunfalls in Göteborg.

Wie schon erwähnt, wurden viele Regionen nach im benannt. Hier wären zu nennen:

  • Der oben schon erwähnte Lago Nordenskjöld im Torres del Paine Nationalpark
  • Die Nordenskjöld-Küste an der Ostküste der Antarktischen Halbinsel
  • Das sogenannte Nordenskjöld-Becken, ein submarines Becken in der Antarktis
  • Die Nordenskjöld-Eiszunge im Rossmeer, vor der Antarktis
  • Der Nordenskjöld-Gletscher auf Südgeorgien im südlichen Atlantik
  • Der Nordenskjöld-Gipfel, ebenfalls auf Südgeorgien
  • Die Nordenskjöld-Aufschlüsse, Gesteinsformationen in der Antarktis

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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