Ostkaka – der småländische Käsekuchen

Der traditionelle Ostkaka. Foto: Wikipedia

Was ist ein typisch schwedisches Dessert? Natürlich der berühmte Ostkaka. Es ist vor allem in Småland, aber auch in einer ähnlichen Variante in Hälsingland zu Hause.
Es handelt sich um einen Käsekuchen, der am liebsten warm oder lauwarm gegessen wird. Dazu serviert man Marmelade und Sahne oder auch Früchte und Eis.

Die Ursprünge dieses Kuchens gehen schon auf das 17. Jahrhundert zurück. Am bekanntesten ist der Ostkaka aus Småland. In Hälsingland nennt man ihn Hälsingeostkaka, dieser unterscheidet sich von dem traditionellen småländischen Ostkaka sowohl im Rezept als auch in der Art, wie man ihn serviert.

Hergestellt wird er im Wesentlichen aus Milch, Lab und Mehl. Der Milch wird Lab hinzugefügt, wodurch diese gerinnt und die Masse die gewünschte Konsistenz bekommt. Anschließend wird der Kuchen im Ofen gebacken. Will man es sich etwas einfacher machen, kann man auch Quark oder Frischkäse verwenden.

Der traditionelle Ostkaka aus Småland enthält neben den bereits genannten Zutaten noch Mandeln, Bittermandeln, Eier, Sahne und Puderzucker. Seine Konsistenz ist körniger als bei der hälsingländischen Version.

Der Hauptunterschied zum hälsingländischen Ostkaka besteht darin, dass man in Hälsingland keine Mandeln verwendet. Man schneidet den gebackenen Kuchen in Scheiben, gibt etwas Sahne auf die Kuchenscheiben und lässt das Ganze nochmal kurz im Ofen warm werden. Serviert wird der Kuchen mit einer Beerensoße oder auch mit Moltebeermarmelade und Sahne.

Der Ostkaka wurde am 18. Oktober 2004 vom Reichstag zum offiziellen Nationalgericht erklärt.
Und seit 2004 feiert man in Schweden immer am 14. November den Tag des Ostkaka, der von den „Freunden des Ostakaka“, einem gemeinnützigen Verein eingeführt wurde. Hinter diesem Verein steht die Frödinge Mejeri, eine Molkerei, die ganz Schweden mit dem beliebten Ostkaka versorgt.

In Hälsingland findet sogar jedes Jahr eine besonders Meisterschaft statt: Wer bäckt den besten Ostkaka?

Bei besonderen Anlässen gehört der Ostkaka selbstverständlich immer dazu. So z.B. auf dem småländischen Weihnachtsbuffet, aber auch beim Hyttsill, dem traditionellen Heringsessen, das die Glasbläsereien in Småland anbieten.

Einer besonderen Tradition gemäß beginnt man mit dem Verspeisen des Ostkaka immer aus der Mitte heraus. Woher stammt diese doch etwas merkwürdige Verhaltensweise? Ein Grund dafür soll sein, dass der Kuchen in der Mitte einfach cremiger und saftiger ist, daher bietet man den Gästen zuerst ein Stück aus der Mitte an. Es gibt aber auch die Auslegung, dass der Kuchen früher in einer Kupferform mit Zinnbeschichtung gebacken wurde. War die Zinnbeschichtung schon beschädigt, dann konnte von dem giftigen Kupfer in den Kuchen eindringen. Um die Gäste vor diesem Kupfer zu bewahren, das sich natürlich vor allem in den Außenschichten des Kuchens ansammeln konnte, reichte man ihnen freundlicherweise ein Stück aus der Mitte.

Der Ostkaka ist also ein Dessert, das man in Schweden probieren sollte. Oder vielleicht auch mal selbst backen. Aber bitte nicht mit dem amerikanischen Cheesecake verwechseln, der zwar übersetzt auch Käsekuchen heißt, der aber in der Konsistenz und auch im Geschmack ganz anders ist.

Und hier noch ein Rezept für einen Hälsingeostkaka mit Saffran:

  • 2 ½ l Milch, am besten Rohmilch
  • ¾ dl Mehl
  • ½ EL Lab (aus der Apotheke)
  • ½ Päckchen Safran

Milch auf 37° erwärmen. Mehl mit etwas Milch anrühren und in die übrige Milch geben. Lab hinein rühren und ca. 1 Std. stehen lassen.
Masse durch ein Küchentuch abgießen. Über Nacht in den Kühlschrank stellen.
In eine runde Kuchenform füllen und im Wasserbad im Backofen bei 250° etwa 1 ½ Stunden backen.
Abkühlen lassen, noch vorhandene Flüssigkeit abgießen, dann die Oberfläche mit dem in etwas Wasser angerührten Safran bestreichen.
Guten Appetit!

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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