Nostalgicum – Reise in die 50er und 60er

In der Altstadt der Westküstenmetropole lädt das kulturhistorische Museum Nostalgicum zur Zeitreise in die 50er und 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein. Doch nicht nur thematisch nimmt das kleine Museum eine besondere Rolle ein. Getragen von einem gemeinnützigen Verein erzählt das Nostalgicum in einer Dauerausstellung ein Stück schwedischer Alltagsgeschichte der 50er und 60er Jahre. Was aber keineswegs heißt, dass Nichtschweden der Generation 50 plus nicht auch einen Teil ihres Lebens wiederfinden. Petticoat, Lockenwickler, Elvis Presley und Joan Baez, das Design der Zeit sind in ganz Europa und darüber hinaus im Gedächtnis verankert. Für die Jüngeren bietet sich ein Einblick in die Kindheit, Jugend ihrer Eltern oder Großeltern. Zudem werden die großen Themen jener Epoche, Ost-West, Vietnam nicht ausgespart. Mit einem Spagat zwischen privat und der großen Welt, versucht die Ausstellung den Zeitgeist zu vermitteln. Immer unter Berücksichtigung schwedischer Eigenheiten.

Dabei baut das Nostalgicum auch auf kleinere, zusätzliche Ausstellungen. So gab es im vergangenen Jahr eine Ausstellung zur „schwedischen Sünde“, welche die Zeit von den zugeknöpften 50ern bis zur sexuellen „Befreiung“ der 60er Jahre dokumentierte.

Durch fünf Räume und eine Durchgangspassage führt die Zeitreise den Besucher. Angefangen in der Nachkriegszeit begleiten Fotos, Zeitschriften, Kataloge, Schmuck, Schallplatten, originalgetreu nachgebildete Zimmer durch die biederen 50er bis zu den Umbrüchen Ende der 60er. Von Elvistolle zur Hippiebewegung, vom Beginn des Kalten Krieges zum Prager Frühling.

Um den Geist jener Jahrzehnte erlebbar zu machen, setzt das Museum auf alle Sinne. Die Zeit lässt sich nicht nur sehen und hören, sondern auch riechen, schmecken, fühlen. „Nicht berühren“-Schilder sucht man vergebens.

Aber nicht nur durch die Ausstellung hebt sich das Nostalgicum ab. Allein, dass es sich um ein gemeinnütziges Museum handelt, ist bemerkenswert. Finanziert wird es vorwiegend durch den Erlös des ebenfalls gemeinnützigen Trödelmarktes in Stenungsund, einem 10.000-Seelenort rund 50 Kilometer nördlich von Göteborg. Von hier kommt auch der Großteil der Ausstellungsstücke.

Darüber hinaus gibt das Museumsprojekt mit dem zugehörigen Café Langzeitarbeitslosen eine Chance ins Berufsleben zurückzufinden. Die Beschäftigten arbeiten so lange in der kleinen Restauration, bis sie mit ihren gewonnenen Erfahrungen eine feste Arbeitsstelle gefunden haben.

Wer sich nun auf die Zeitreise in Göteborg begeben will:

Das Nostalgicum hat dienstags bis freitags zwischen 10 und 18 Uhr, sowie samstags von 12 bis 15 Uhr geöffnet. Für Besucher unter sieben Jahre ist der Eintritt frei, für alle Anderen kostet er 50 Kronen.

Adresse, Kontakt, Wegbeschreibung: https://nostalgicum.wordpress.com/

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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