Mit dem Fahrrad quer durch Värmland

Der Klarälv ist wohl der wichtigste Fluss Värmlands. Von Norden nach Süden schlängelt er sich durch die Provinz, bevor er in Karlstad in den Vänern mündet. Mit seinen acht Armen gilt das Mündungsgebiet als größtes Süßwasserdelta weltweit. Dank der Holzindustrie war der Klarälv einst die wirtschaftliche Lebensader Värmlands. Daher baute man im späten 19. Jahrhundert am Fluss eine Eisenbahnlinie – die Klarälvsbanan. Nach der endgültigen Stilllegung 1990 wurden die Schienen entfernt, der Weg asphaltiert und ausschließlich für Fahrradfahrer, Skater und Fußgänger freigegeben. Heute ist die 90 Kilometer lange Strecke zwischen Karlstad und Uddeholm bei Hagfors ein beliebtes Ziel für Fahrradtouristen.

Früher muss die Reise mit der Schmalspurbahn recht gemächlich gewesen sein. Knapp drei Stunden benötigte der Zug zu Beginn der 1930er Jahre für die Fahrt von Karlstad nach Hagfors. Dafür hatte man unterwegs die Möglichkeit, an 18 Bahnhöfen zu- oder auszusteigen. Mit dem Fahrrad lässt sich die autofreie Strecke heute gemütlich in zwei Tagen erfahren. Zahlreiche Hotels, Pensionen und Restaurants befinden sich entlang der Route. Dank der Asphaltierung lässt sich die Strecke auch hervorragend von Skaten nutzen. Weiter nördlich geht es dann noch tiefer in die Natur. Von Karlstad kommend schließt sich ab Hagfors der „Klarälvsleden“ an, auf dem man den Klarälv flussaufwärts bis Sysslebäck auf einer Länge von 120 Kilometern begleiten kann. Dort ist der Weg meist nicht mehr asphaltiert, sondern unbefestigt. Für Radfahrer ist der Weg gut befahrbar, für Skater aber nicht mehr geeignet.

Wer nicht individuell planen möchte, kann die Reise auch vorbestellen. Die organisierten Fahrradtouren sind 2-tägig (Klarälvsbanan) oder 7-tägig (Klarälvsleden). Die längste Tagesetappe beträgt 50 Kilometer, für die Übernachtungen wird gesorgt.

Weitere Informationen im Internet gibt es hier: http://www.klaralvsbanan.se/

Autor(in): Christoph- c.baier@speedmail.se

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