Michel aus Lönneberga wird 50!

(Foto: olivermann.de)

Wer kennt ihn nicht……..diesen Michel oder „Emil“ wie er in Schweden heißt.  Auch wenn Michel vor unserem inneren Auge nie älter als fünf oder sechs Jahre sein wird, sind es in diesem Jahr 50 Jahre her, dass Astrid Lindgren „Michel aus Lönneberga“ geschrieben hat. Illustriert wurde das Buch übrigens von Björn Borg. Dies war das erste Buch über Michel, den Jungen aus Katthult, der sich den lieben langen Tag nur Streiche ausdachte. Die Michel-Bücher wurden in 30 Millionen Exemplaren verkauft und in 52 Sprachen übersetzt. Auch die übrigen Bücher  über Michel erschienen oft mit Illustrationen von Björn Borg .

In den nordischen Ländern, sowie auch in Deutschland, den Niederlanden, Polen und anderen europäischen Ländern, kommen die Bücher ständig in neuen Ausgaben und Auflagen heraus. Die neuesten Übersetzungen der Michel-Geschichten erschienen auf  Türkisch, Japanisch, Chinesisch, Vietnamesisch und sogar auf  Hebräisch. Der kleine Michel wächst in der småländischen Umgebung auf, die viele als typisch schwedisch betrachten. Mit der Michel-Figur war Astrid Lindgren am vertrautesten. Sie mochte diesen kleinen Bengel nicht nur, sondern kannte sich auch sehr gut mit den Menschen und mit der harten Arbeit auf einem småländischen Bauernhof zu Beginn des vorherigen Jahrhunderts aus.  Michel, seine kleine Schwester Ida und alle anderen Bewohner von Katthult haben im Laufe der Jahre viele Leser gefunden. Nicht zuletzt, weil er gute Einfälle hatte, nein, er hatte auch ein gutes Herz. „Michel ist ein guter Junge“ meinte seine Mutter Alma und sein Vater Anton stöhnte immer:“Verflixter Bengel!“. Inspiriert wurde Astrid Lindgren zu den Michel-Geschichten von ihrem Vater Samuel August und ihrem Bruder Gunnar. Ihr Vater hatte viele Erinnerungen an seine Kindheit, die er Astrid und ihren Geschwistern erzählte und die diese dann in ihren Geschichten verarbeitete. Michel aus Lönneberga wurde im August 1962 „geboren“, als sie ihr wütendes Enkelkind besänftigen will und ihm von Michel und  seinen Streichen erzählt.  Die Vorlage für Michel lieferte Björn Borg, dessen vierjähriger Sohn, mit wolligem Haar und blauen Augen, Astrid Lindgren genau in das Bild ihres Michels passte. Im August 1963 war die erste Michelgeschichte „Michel aus Lönneberga“ und die dazugehörigen Bilder fertig. Zur Feier dieses Jubiläums wurde auch in Astrid Lindgrens Welt das „nya Katthult“ das neue Katthult gebaut. Es liegt auf einem Eichenhügel in einem 4,5 Morgen großen Naturgebiet. Hier kann man einen Bauernhof erleben, so wie er zur damaligen Jahrhundertwende aussah und  trifft  auch auf Michel und seine Familie und hat  die Gelegenheit, Michels eigenen Schuppen zu besichtigen, mit all den Figuren, die er geschnitzt hat, wenn er wieder mal im Schuppen eingesperrt war. Zitat von Michel: “ Seine Streiche plant man nicht, sie passieren ganz von alleine. Dass es Unfug war, weiß man erst hinterher.“ (Als Klein-Ida auch mal Unfug machen wollte,1982)

Autorin: Susanne Schneck – familieschneck@aol.com

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