Mankell, Marklund und Co. – schwedische Krimis

Foto: Flimmer.de

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Mankell, Marklund und Co. – schwedische Krimis, wer kennt sie nicht. Im Jahre 1965 begann die Ära der schwedischen Krimis. Das Autorenpaar Maj Sjöwall und Per Wahlöö schrieben „Die Tote in Götakanal“ (im Original: „Roseanna“). Die beiden schufen einen Polizisten mit einem Allerweltsnamen, der zweifelllos als Vater aller folgenden schwedischen Kommisare gesehen werden kann: Martin Beck. In insgesamt zehn Romanen spielt Martin Beck den Kommisar und schilderte seine Sichtweite der schwedischen Gesellschaftsentwicklung. In den Romanen fand hier auch erstmals eine Verknüpfung offener Gesellschaftskritik mit spannenden Krimis statt. Diese Krimireihe wurde sehr erfolgreich und erreichte Millionenauflagen. Auch in Deutschland.Seit Jahren knüpfen nunmehr auch jüngere schwedische Autoren an die Erfolge von Sjöwall und Wahlöö an. Die bekanntesten unter ihnen, wie Helene Tursten mit ihrer Kommisarin Irene Huss, Håkan Nessers Van Veeteren, Liza Marklunds Stockholmer Reporterin Annika Bengtzon. Hierzu zählt auch der leider schon verstorbene Stieg Larson, mit Michael Blomquist und Lisbeth Salander sowie Åke Edwardson mit Kommissar Erik Winter.Auch äußerst spannende Krimis schrieben Hjorth & Rosenfeldt mit ihrem Hauptakteur Sebastian Bergmann.

Der aber wohl berühmteste Kommissar der Geschichte ist zweifellos Kurt Wallander, erfunden vom Schriftsteller Henning Mankell. Hier kann man in Ystad auch ganze Führungen und Besichtigungen verschiedener Drehorte der Wallanderkrimis erleben und auch das Haus, in dem Kurt Wallander in den Krimis seinen Wohnsitz hat.

In den schwedischen Krimis geht es weniger um globale Weltverbesserung als mehr um Kritik an generellen Problemen westlicher Demokratie. Organisierte und internationale Kriminalität schwappt auch in die typische schwedische Idylle (Mankell) oder Terroristen versetzen Stockholm in Angst und Schrecken (Marklund). Themen der Krimis ist auch hier die eskalierende Gewalt.

Aber auch die Kommissare sind sind mehr die absoluten Helden ohne Fehler und Makel. Auch sie kämpfen neben den beruflichen Problemen im Privatleben mit allerei Problemen: Alkoholmissbrauch, angeschlagene Gesundheit und Übergewicht, gescheiterte Ehen und Beziehungen, soziale Isolation u.v.m. Aber gerade diese Verbindung dieser Problemen mit den bodenständigen Helden macht den Erfolg der schwedischen Krimis aus.

Aber warum sind die schwedischen Krimis gerade auch in Deutschland so populär? Diese Frage können auch die Autoren nicht beantworten. Einzig Håkan Nesser wusste folgendes zu antworten:  „Das weiss ich nicht. Das ist ein deutsches Problem.In meinen optimistischen Augenblicken glaube ich, dass es daran liegt, dass wir einfach gute Bücher schreiben.“ (Originalaussage Nesser).

Autor(in): Susanne S. – familieschneck@aol.com

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