Klarälven – Der klare Fluss

Klarälven in Karlstad

Kurz vorm Ende seiner Reise: Der Klarälven in Karlstad. Foto: Göran Höglund (Kartläsarn) /flickr.com (CC BY-ND 2.0)

 

Die Klarheit des Wassers gab dem Strom seinen Namen – Klarälven. Es ist Schwedens längster Fluss, der nicht ins Meer mündet. Noch bis 1991 wurde auf dem „klaren Fluss“ Flößerei betrieben. Heute zieht es Angler, Kanuten und Freizeitabenteurer, die einmal wie Huckleberry Finn in See stechen wollen an und auf den Klarälven. Eine Floßfahrt auf dem Klarälven zählt zu den Dingen, die man erlebt haben sollte.

Floßabenteuer auf dem Klarälven

Wobei Floßfahrt nicht gleich Floßfahrt: Das Magazin „National Geographic“ setzte das  Angebot des Veranstalters „Vildmark i Värmland“ – ausgezeichnet mit dem schwedischen Qualitätssiegel für ökologischen Tourismus naturens bästa – als eine der besten geführten Touren der Welt auf die Liste der „50 Tours of a Lifetime“.

Floß auf dem Klarälven

Typisches Fortbewegungsmittel: Mit dem Floß auf dem Klarälven. Foto: _annemie_ (Annemarie Schmidt)/ flickr.com (CC BY-SA 2.0)

Ein anderer Anbieter von Erlebnissen auf den Spuren der Flößer ist zum Beispiel Sverigeflotten. Doch ist das Angebot nur halb so abenteuerlich: Das Floß wird nicht selber gebaut.

Ob mit selbst gebautem Gefährt oder nicht – das Baumfällen bleibt Urlaubern erspart – die Floßtouren finden auf einem etwa 100 km langen Flussabschnitt südlich von Sysslebäck bis Edebäck statt. Mit 1 bis 5 km/h folgen die Hobby-Huckleberry-Finns und -Tom-Sawyers dem Lauf des Klarälvens, der sich in diesem Bereich mäandernd seinen Weg durch Värmland bahnt.

Vom Rogen in den Vänern

Papiermühle in Forshaga

Papiermühle in Forshaga am Klarälven. Foto: Mikael Wiman /flickr.com (CC BY-ND 2.0)

Seine wilden Zeiten hat der „klare Fluss“ an dieser Stelle hinter sich. Anders sieht es im Oberlauf aus. Da zeigt sich der Klarälven, der noch nicht Klarälven heißt, in Wald-, Berg- und Hügellandschaften als wildes Gewässer. Der Ursprung des Flusses liegt im See Rogen in Härjedalen. Bald erreicht der junge Fluss Norwegen, fließt in den Femundsee, setzt seine Reise als Femundselva fort. Als solcher ergießt er sich in den Sennsjøen. Fortan heißt der Fluss Trysilelva. Erst nach dem Abfluss aus dem Höljessjön, wo der Fluss die Turbinen des in den Sommermonaten für Besucher geöffneten Höljes Kraftwerkes antreibt und seinen Teil zur Erzeugung von jährlich 530 Gw/h Strom beiträgt, und ein paar Kilometern unter Tage tritt der Klarälven zum Vorschein. Nun schon recht zahm strömt das Gewässer durchs nördliche Värmland, windet sich Richtung Süden um sich schließlich aufzufächern und sich nach 460 km in einem Delta mit acht Mündungsarmen um Karlstad in Schwedens größtem See, dem Vänern zu verlieren.

Dank der relativ geringen Fließgeschwindigkeit im Unterlauf eignet sich der „klare Fluss“ als Tummelplatz für die ganze „Wasserrattenfamilie“, allerdings ist dann und wann die Floßdichte recht hoch. Wer der „Staugefahr“ aus dem Weg gehen beziehungsweise radeln möchte kann dies auf dem Klarävlsleden und der Klarälvsbanan – auf den Pfaden der Pilger, die am Klarälven entlang ins norwegische Nidaros (heute Trondheim) zum Grab des heiligen Olavs zogen und heute wieder vermehrt ziehen.

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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