Der Regisseur Kay Pollak

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Er begann mit einem Studium der Mathematik und Statistik. Allerdings zog es ihn schon damals zu den Künsten der Schauspielerei und engagierte sich für das Studententheater als Regisseur, Schauspieler und Autor. Zwei Dinge, die nicht so recht zusammenpassen zu scheinen und nicht unbedingt die großen Gefühle erklären können, die Pollak in seinem populärsten Werk „Wie im Himmel“ (Så som i himmelen) schürt.

Weiterhin streckt er seine Fühler auch noch in eine weitere Richtung aus: Er ist Verfasser eines psychologischen Ratgebers und gibt regelmäßig Seminare – zumindest nach seiner ersten Zeit des Filmemachens, von dem er sich 1986 offiziell verabschiedete.

Es ist interessant zu erfahren, welche Filme dieser vielseitig interessierte und fähige Mensch geschaffen hat. Zu Beginn wären seine ersten Schritte in Fernsehserien und Kinderprogrammen während der letzten 60er Jahre zu nennen. Danach seinen ersten Spielfilm 1967: Elvis! Elvis! Er basiert auf den Romanen von Maria Gripe, die von dem kleinen Jungen Elvis, benannt nach dem Idol seiner Mutter, und dessen schwieriges Leben handeln.

Durch seinen zweiten Film, „Heimliche Ausflüge“ (Barnens ö) wurde er soweit erfolgreich, dass er den Guldbagge-Preis für die beste Regie erhielt.

Er handelt vom 11 Jahr alten Reine Larsson, der alleine einen Sommer in Stockholm verbringt, obwohl er eigentlich in der Kolonie Barnens ö sein sollte. Dies zumindest denkt seine Mutter, allerdings ist Reine der Meinung, wichtigere Dinge erledigen zu müssen. Zum Beispiel, in Erfahrung zu bringen, wer sein Vater ist. Ob es Gott gibt. Oder die Hölle. Und schlussendlich mit dem Erwachsenwerden.

Dieser Film gelangte auch nach Deutschland und schaffte es ebenso wie sein Nachfolger „Love Me!“ (Älksa mej!) zur Berlinale.

Das ist die Filmgeschichte, die vor seinem offiziellen Rückszug geschah. Doch 2004 kehrte er mit einem Meisterwerk zurück: „Wie im Himmel“ (Så som i himmelen). Was meiner Ansicht nach die Filme Pollaks recht gut beschreibt: Es gesehen immer Schwierigkeiten und Hindernisse treten auf. Doch insbesondere beim neuesten Film merkt man: Man schaut dennoch nach vorne und verspürt Glücksgefühle. Es darf verraten sein, dass das Ende von „Wie im Himmel“ für mich sehr traurig war – ich aber zusammen mit der Hauptrolle großes Glück verspürt habe. Und womöglich schöpft Kay Pollak aus dieser Mentalität immer wieder Kraft und Inspiration – denn dies ist für das Leben auch notwendig. Ein Blick auf seine helle, bebilderte Website zeigt, dass alles im Grunde positiv gestimmt ist. Aber ohne diesen Touch von amerikanischen Motivationstrainer, sondern als ein ehrlicher, fühlender und dennoch rationaler Coach. Es wäre interessant, ein Seminar von ihm mitzuerleben.

Alles in allem empfinde ich ihn als einen faszinierenden Mann mit eindrucksvollen Geschichten, die er gefühlsnah und nachhaltig an den Mann/an die Frau bringt.

Mehr zu Kay Pollak und seinen Büchern, sowie Seminaren und einigen Punkten, die ihn inspirieren, erhält man auf seiner schwedischsprachigen Website.

Autor(in): Tanja Brodbeck – tanja.brodbeck@yahoo.de

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