Jumbo Stay – Träumen im Flieger

Der Eingangsbereich vom Jumbo Stay. Foto: OsdPhoto.com (Ostersund Photography) /flickr.com (CC BY 2.0)

Der Eingangsbereich vom Jumbo Stay. Foto: OsdPhoto.com (Ostersund Photography) /flickr.com (CC BY 2.0)

Die Nacht im Flugzeug zu verbringen ist nicht gerade eine verlockende Aussicht. Oder doch? Am Flughafen Stockholm-Arlanda lädt Jumbo Stay gerade dazu ein.

Einst hob die Boeing 747 unter dem Banner von Singapore Airlines, Pan Am und der schwedischen Fluggesellschaft Transjet ab. Als Letztere 2002 in Konkurs ging, wurde das 1976 erbaute Flugzeug ausgemustert. 2009 durfte die alte ausrangierte Maschine wieder an den Start, wenn auch nur am Boden.

Not macht erfinderisch

Nachdem sich der Mensch den Traum vom Fliegen längst erfüllt hat, machte sich Oscar Diös, Jugendherbergs- und Hotelbetreiber aus Uppsala daran, den Traum vom Träumen im Flieger zu verwirklichen. Dabei rührte das Projekt aus einer Notsituation heraus. Die Kapazitäten in Diös’ Häusern waren erschöpft, er musste erweitern. Es sollte ein Objekt in Flughafennähe sein. Bei der Suche stieß der Unternehmer auf die Boeing 747 außer Dienst. Bei den Verantwortlichen des Flughafens Arlanda traf die Idee aus dem Jumbo eine Herberge zu machen auf offene Ohren. Es bedurfte günstiger Übernachtungsmöglichkeiten. Und auch die örtlichen Behörden segneten die Pläne ab.

Suite im Cockpit

Nach aufwendigen Umbaumaßnahmen öffnete 2009 das Jumbo Hostel (heute Jumbo Stay) als weltweit erste Unterkunft seiner Art die Türen.

Mitarbeiter in blauen Uniformen, wie sie einst die Crew-Mitglieder von Transjet trugen, empfangen die Gäste und zeigen ihnen ihre Räumlichkeiten. Anstelle der 450 Sitze bietet der Jumbo ein Café, Bar und – die Hauptsache – 76 Betten in 27 „Zimmern“, vom Einzelzimmer bis zum „Schlafsaal“ mit vier Betten, ausgestattet mit WLAN und Flachbildschirmen, auf denen unter anderem die Starts und Landungen auf dem Stockholmer Flughafen flimmern.

Der exklusivste Schlafplatz an Bord des Jumbo Hostels – in dem Fall mehr Hotel – ist die Suite im Cockpit. Während sich die „normalen“ Gäste WC und Duschen auf dem Gang teilen, verfügt der „Luxusraum“ über ein eigenes Badezimmer. Zwischen Zeugnissen der eigentlichen Bestimmung können zwei Gäste ihren Traum vom Fliegen träumen – oder durch das Panoramafenster das Treiben auf dem Rollfeld verfolgen. Das hat natürlich seinen Preis: 3.300 Kronen kostet die Nacht im Cockpit. Wem es nur ums Schlafen geht, kann sich im Vierbettzimmer für 400 Kronen seinen Schlafplatz sichern. Schließlich ist das Träumen im Flieger nicht vom Budget abhänig.

Mehr zu den „Zimmern“ und Preisen findet man unter www.jumbostay.se.

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

Es liegen bisher noch keine Kommentare vor.

Schreibe einen Kommentar

Facebook
Twitter