Hembygdspark Blåbärskullen in Mörlunda

 

Blick vom Parkeingang

Der Ort Mörlunda liegt in Südschweden im östlichen Teil des småländischen Hochlandes, einer Wald- und Seenlandschaft, zwischen dem Fluss Emån und den Seen Våmmesjö und Lillesjö, etwa 20 km südlich von Hultsfred. Mörlunda hat ca. 838 Einwohner und eine Fläche von 2,19 qkm. Übersetzt heisst Mörlunda soviel wie „Moorwald“ und ist erstmals 1339 urkundlich erwähnt. Die Besiedlung um Mörlunda hat eine lange Geschichte. Seit der Steinzeit sind Ansiedlungen in dieser offenen Landschaft bis zum heutigen Tage nachgewiesen. Archologische Funde sind die Zeugen der bewegten Vergangenheit dieser Gegend. Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts hat die dänische Armee den Ort völlig zerstört.

Der  Hügel „Blåbärskullen“ ist mit historischen Häusern aus dem 18. Jahrhundert bebaut. Dort werden die alten und sehenswerten Gebäude aus Mörlunda  und den umliegenden Dörfern vor dem Verfall bewahrt. Der Heimatverein Mörlunda wurde am 24. Januar 1963 gegründet. Zur Zeit besteht der Verein aus ca. 600 Mitgliedern. Die Tätigkeit des Vereins besteht darin, zu erforschen, die Dinge zu nutzen und das Wissen zu verbreiten und zu veröffentlichen. Er fördert das Verständnis für die Heimat und bewahrt die Kultur. Das erste Haus, das auf dem Blåbärskullen gebaut wurde, war „Turkstugan“ . Dieses Haus wurde von Elof Karlsson aus Tulunda geschenkt. Im Jahre 1965 wurde es auf den Blåbärskullen gebracht. Die Hütte wurde im 17. Jahrhundert in Björkenas,Mörkjölehorve gebaut. Später kaufte der Knecht Jonas Jonsson Turk die  Hütte für 30 Reichstaler. Es wurde erzählt, dass er die Hütte Stock um Stock nach Tulunda trug, um sie dort wieder aufzubauen. 1967 kaufte die Gemeinde Mörlunda Blåbärskullen und bot kostenlose Nutzung für 49 Jahre. 1969 wurde das Ävlingehaus in den Park integriert. August Per Jonsson und seine Schwester Carolina waren die letzten Bewohner dieses Hauses,  ein zweistöckiges Hauptgebäude aus dem frühen 18. Jahrhundert. Das Gebäude wurde im Jahre 1969 von Ävlingebo auf den Blåbärskullen gebracht. Das Erdgeschoss ist während der Jahre verändert worden und zeugt vom Stil des 19. Jahrhunderts. Dann folgten weitere Gebäude von unterschiedlicher Grösse und Aussehen. Man findet hier sehr breite Dielen und an den Decken gemalte Blumengirlanden. Die an der Wand fest angebrachten Betten wurden mit Stroh und „Schafreisig“ gepolstert. d.h. Zweige und Äste, die man von den Kappen der Bäume kriegte. Die meisten von den Möbeln wurden zusammen mit dem Haus verkauft.

Heute findet man viele schöne alte Dinge und Gegenstände in den Häusern am Blåbärskullen. Es gibt viele Bücher und alte Fotografien, ein Schulmuseum und eine Weberei und Werkzeuge aus längst vergangener Zeit. Im Juli gibt es an den Wochenden immer ein Musikcafé mit Lifemusik verschiedener Musikgruppen oder auch Solisten. Dazu gibt es Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Die Gebäude sind auch alle geöffnet, so das man in Ruhe durch alle Häuser spazieren kann. Unter der Woche ist das Aussengelände jederzeit zugänglich. Je nach Saison finden auch Führungen statt. Grössere Veranstaltungen im Jahr wie z.B. Valborg oder Midsommar finden dort auch unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung statt. Im Dezember gibt es auch einen Julmarknad (Weihnachtsmarkt). Jeden Mittwoch zwischen 9 und 13 Uhr findet sich eine Gruppe von Personen zusammen, die sich am Blåbärskullen treffen,  um ihn in Ordnung zu halten. Es gibt verschiedene Tätigkeiten und Aufgaben. Dazu serviert der Verein Kaffee und Würstchen.

Autor(in): Susanne S. – familieschneck@aol.com

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