Handynutzung während des Autofahrens in Schweden

So bitte nicht! Foto: privat

So bitte nicht! Foto: privat

Bis vor Kurzem war Schweden eines der ganz wenigen Länder in Europa, das die Handynutzung während des Autofahrens erlaubte. Paradiesische Zustände für die in ihr Mobiltelefon verliebten Schweden. Aber damit ist jetzt Schluss – oder doch nicht? Ab 1. Dezember letzten Jahres wurden die Bestimmungen bezüglich der Benutzung des Handys während der Autofahrt verschärft. Das neue Gesetz war allerdings von Anfang an in der Kritik.

Neue Bestimmungen

Im Originalwortlaut heißt es: „Vid färd på väg med ett motordrivet fordon får föraren ägnar sig åt aktiviteter såsom användande av mobiltelefon och annan kommunikationsutrustning, endast om det inte inverkar menligt på framförandet av fordonet.” Also, es ist dem Fahrer nur erlaubt zu telefonieren oder andere Kommunikationausrüstung zu nutzen, wenn es sich nicht nachteilig auf das Fahren auswirkt. Aber ab wann wirkt es sich nachteilig auf das Fahren aus? In Jönköping ging man auf Nummer sicher und überließ die Beurteilung von zwei Fällen der Staatsanwaltschaft. Es liegt wohl an der Undeutlichkeit des neuen Gesetzes, dass bisher nur wenige Autofahrer zu einer Geldstrafe verurteilt wurden. Das Bußgeld kann bis zu 4000 kr betragen und wird ggf., d. h. bei einer Verurteilung, vom Gericht festgelegt.

Wann ist die Handynutzung nachteilig?

Die Benutzung des Handys ist also nicht per se verboten. Als nachteilige Auswirkung wird aber unter anderem Folgendes angesehen:

  • SMS schreiben
  • surfen
  • Filme anschauen
  • das GPS bedienen
  • Handyspiele spielen
  • Lieder auf Spotify suchen
  • ein heruntergefallenes Handy aufheben.

Eben alles was den Blick oder die Aufmerksamkeit vom Fahren ablenkt. Hintergrund dieser schwammigen Gesetzesformulierung ist die Ansicht, dass das Mobiltelefon auch unterstützende Funktionen für den Fahrer besitzt (oder in Zukunft besitzen wird). Entgegen anderen Ländern, in denen eine Freisprecheinrichtung für das Telefonieren während der Fahrt obligatorisch ist, stützt sich Schweden mit seiner neuen Bestimmung auf Studien, nach denen nicht die Hand am Ohr das Problem ist, sondern das Telefonieren an sich, welches die Aufmerksamkeit stört. Eine Freisprecheinrichtung wäre demnach also wirkungslos. (Quelle: Transportstyrelsen)

Autorin: Angelika Schulze – angelika@schulze-uebersetzungen.eu

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