Geschichte des Albert Bonniers Förlag, Teil 1

Bonnier-Hochhaus Quelle:wikipedia.org

Die heutige Bonnier AG, ein weltweit agierender Medienkonzern mit ca. 175 Unternehmen in 16 verschiedenen Ländern, u.a. auch in Deutschland, ist der größte und einer der ältesten belletristischen Verlage Schwedens. Heute liegt der Schwerpunkt zwar noch im Buchverlags- und Zeitschriftenwesen, jedoch sind mittlerweile auch Beteiligungen an Fernsehsendern und Filmproduktionsgesellschaften dazu gekommen. Was nicht so bekannt sein dürfte ist die Tatsache, dass das Familienunternehmen auf deutsche Wurzeln zurück blicken kann.

Im Jahre 1801 wanderte der Deutsche Gutkind Hirschel, Sohn eines jüdischen Geldverleihers, in der Hoffnung auf ein besseres Leben, von Dresden nach Dänemark aus. Dort änderte er seinen Namen in Gerhard Bonnier und verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Französischlehrer, bevor er 1804 in Kopenhagen einen Buchhandel eröffnete. Schnell kamen noch eine Druckerei, ein Verlag und eine Tageszeitung dazu. Vielleicht expandierte Gerhard Bonnier zu schnell, denn schon nach einigen erfolgreichen Jahren ging er in Konkurs. Seine Söhne sollten sich als bessere Unternehmer erweisen.

Adolf Bonnier, der älteste der drei Söhne, wanderte nach Schweden aus und eröffnete in Göteborg und in Stockholm Buchhandlungen. 1834 gründete er dann einen Buchverlag, der schon nach wenigen Jahren zu den größten Verlagen Schwedens zählte. Der jüngste Sohn Gerhard Bonniers, David Felix Bonnier, übernahm 1843 den Buchhandel seines Bruders in Göteborg und gründete nebenbei nicht nur selbst einen Verlag, sondern 1859 auch die Göteborgs-Posten, heute eine der größten Zeitungen Schwedens. Nach dem Tod von Adolf und David Felix Bonnier und einigen finanziellen Schwierigkeiten verkauften deren Söhne die jeweiligen restlichen Verlagsanteile an ihren Onkel Albert Bonnier, den mittleren der drei Brüder.

Albert Bonnier gründete im Alter von 17 Jahren seinen eigenen Verlag in Stockholm. 1837 gab er seinen ersten Titel Bevis att Napoleon aldrig har existerat heraus. Im Gegensatz zu seinen Brüdern begann er seine Verlagstätigkeit eher vorsichtig und verlegte in der ersten Zeit größtenteils Fachbücher. Mit dem Kauf der Hörbergschen Druckerei 1856, konnte Albert Bonnier sein Unternehmen dann langsam ausbauen und finanziell stabilisieren. Eine sichere Einkommensquelle wurde zum Beispiel der Schwedische Handelskalender, der 1859 zum ersten Mal heraus kam. Einige der ersten Autoren deren Werke im Albert Bonniers Förlag veröffentlicht wurden waren Zacharias Topelius, August Blanche und Viktor Rydberg.

Mit dem Eintritt Karl Otto Bonniers in die Firma seines Vaters, nahm der belletristische Anteil der Veröffentlichungen dann fortwährend zu.

Autor(in): Svenja Bichbäumer – svenjabich@web.de

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