Schwedisch lernen



Ein Hotel aus Eis und Schnee

Die einen schütteln den Kopf bei dem Gedanken, hier übernachten zu müssen, und erklären dich ganz einfach für verrückt. Die anderen finden es spannend, interessant und ein spezielles Erlebnis, mal dort hin zu reisen.

Das Eishotel im schwedischen Jukkasjärvi, bei Kiruna in Lappland, ca. 200 km nördlich des Polarkreises, ist schon eine besondere Sache.

Ein Hotel, das jedes Jahr neu entsteht. Jedes Jahr im Herbst wird es aus ca. 4000 Tonnen Eis und ca. 30.000 Tonnen Schnee erneut aufgebaut, und im Frühjahr schmilzt es dahin. Einen kleinen Eindruck vom Eishotel kann man jedoch auch im Sommer bekommen. In einer Eishalle, dem Icehotel Art Center,  werden Inventar und Teile des Eishotels ausgestellt, wie z.B. die Eisbar, ein paar Eissessel oder die wunderschönen Kronleuchter aus Eis. Übrigens gibt es auch eine Eisbar in Stockholm, im Nordic Sea Hotel, aus dem gleichen Eis aus Jukkasjärvi wie das Eishotel. Hier kann man sich mal an das Erlebnis herantasten.

Inzwischen finden sich Eishotels nicht nur in Schweden, sondern auch in Finnland, Norwegen, Alaska, Kanada, Rumänien; und sogar in Deutschland wurde inzwischen ein Iglu-Dorf auf der Zugspitze errichtet. Das erste entstand jedoch in Jukkasjärvi und hier findet es jedes Jahr eine Neuauflage. Jukkasjärvi liegt etwa 15 km östlich von Kiruna, der Ort hat nur ca. 500 Einwohner, ist aber aufgrund des Eishotels in den letzten Jahren weltweit bekannt geworden, was nicht alle Bewohner des kleinen Dorfes so ganz angenehm finden. Und auch die Samen haben ihre Probleme damit, da ihre Rentierherden sich nicht mehr auf den gewohnten Weiden bewegen können.

 Es begann damit, dass man 1990 eine Kunstausstellung aus Eisskulpturen veranstaltete. Das Ganze fand in einer Halle statt und einige der Gäste übernachteten dann dort spontan in warmen Schlafsäcken. Ein Jahr später begann man zum ersten Mal, ein Hotel an dieser Stelle aufzubauen. Es war der Schwede Yngve Bergkvis aus Östersund, der die Idee dazu hatte. Er wurde zunächst belächelt, aber wie man heute sieht, hatte er wohl das richtige Gespür. Das Hotel zieht alljährlich Besucher aus der ganzen Welt an.

 Verarbeitet wird das Eis aus dem Torneälv, dem hier vorbeiziehenden Fluss. Bereits im Frühjahr wird das Eis für das nächste Eishotel im kommenden Winter aus dem Fluss herausgeschnitten. Durch das kalte Wasser und die starke Strömung gewinnt man hier besonders klare Eisbausteine. Die Eisblöcke werden dann den Sommer über in einem Kühlhaus gelagert, um daraus für den nächsten Winter die Gegenstände aus Eis für das Hotel herzustellen.

 Anfangs bestand die Anlage aus einer Empfangshalle, Schlafräumen und einer Bar. In den kommenden Jahren wurden die Einrichtungen ständig erweitert, so kamen eine Kirche, ein Kino und schließlich noch ein Theater hinzu, welches an das Globe Theatre erinnern soll und wo klassische Theaterstücke aufgeführt werden.

 Heute umfasst das Eishotel ca. 60 Zimmer, aber wohlgemerkt, das sind nicht einfach kahle Räume. Darunter befinden sich auch ein paar Suiten in fantastischem Design und mit beeindruckenden Eisskulpturen. Wahre Kunstwerke sind die Kronleuchter aus Eis.

Türen gibt es hier keine, die Zimmer sind durch Vorhänge abgetrennt. Die Fenster werden aus klaren Eisblöcken gebildet. Und jedes  Jahr wird die Anlage wieder etwas anders gestaltet.

Übernachten kann man hier etwa von Mitte Dezember bis Mitte April. Die meisten Gäste verbringen eine Nacht im Eiszimmer, für die folgenden Nächte zieht man dann um in die warmen Zimmer der Hotelanlage. Hier in den angrenzenden Räumen befinden sich auch die sanitären Anlagen, die Sauna, der Frühstücksraum und Schließfächer, wo man während der Nacht auf dem Eisbett das Gepäck unterbringen kann. Es ist auch möglich die Anlage einfach mal als Tagesgast zu besichtigen. Im Winter herrschen in dieser Region nicht selten -30°C und im Eishotel beträgt die Innentemperatur ca. -5°.

Aber frieren soll man ja nicht in der Nacht. Man schläft in warmen Schlafsäcken auf Rentierfell. Außerdem bekommt man einen warmen Overall zur Verfügung gestellt. Das „Bett“ selbst besteht aus einem Eisblock. Bevor man schlafen geht, kann man sich noch einen Drink an der Eisbar aus einem Glas aus Eis gönnen. Eines ist sicher, das Hotel bietet die absolute Nachtruhe, hier hört man keine Geräusche.

Am Morgen wird man mit einem heißen Beerensaft geweckt und dann geht’s erst mal in die Sauna, um sich aufzuwärmen. Nach dem Frühstück zieht man dann gewöhnlich um ins angrenzende, doch etwas wärmere Hotel, oder setzt seine Reise fort.

 Das Eishotel ist wirklich eine besondere und absolut sehenswerte Einrichtung.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com


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