Döda fall

In anderen Ländern versteckt man seine großen nationalen Blamagen. In Schweden werden sie als Sehenswürdigkeiten angepriesen.

Das berühmteste Desaster-stück ist sicherlich die Wasa, dieses Kriegsschiff, dass während seiner Jungfernfahrt in Sichtweite des Hafens sank, und 300 ?) Jahre später mit großen Aufwand geborgen und restauriert wurde. Heute kann man die Vasa in Stockholm bewundern, in voller Lebensgröße und man kann über das Leben damals mehr erfahren- und an einem Computer selbst simulieren, warum das Schiff damals sinken musste.

Döda Fall 2011 Foto: Tina

Döda Fall 2011 Foto: Tina

Ein weiteres Desasterstück findet sich in Jämtland zwischen den Orten Hammarstrand und Ragunda: der „Döda Fall“ (toter Fall).

Früher erstreckte sich an dieser Stelle der Storforsen, einer der wildesten Wasserfälle Schwedens, der den Ragundasee mit dem Indalsälv verband. Der Storforsen stellte die die aufstrebende Holzindustrie der Region vor ein Problem: man konnte die Stämme nicht über den Wasserfall flößen. Stattdessen musste man Leute teuer bezahlen, damit die die Stämme an dem Wasserfall vorbei trugen. Immer wieder gab es Pläne, einen Kanal zu ziehen und den Wasserfall so zu umgehen, aber lange Zeit wurde daraus nichts, bis der Kaufmann Magnus Huss sich der Sache annahm. Huss beschloss einfach Wasser durch eine Rinne links vom eigentlichen Wasserfall zu leiten und das Wasser selbst eine Rinne ausgraben zu lassen. Das klappte zuerst auch plangemäß.

Im Frühjahr 1796 kam ein besonders starkes Hochwasser. Dieses grub sich in das Bachbett ein, und in der Nacht vom 6 auf den 7. Juni brach sich das Wasser endgültig Bahn. Innerhalb von nur 5 Stunden lief der gigantische Ragundasee in einer riesigen Flutwelle leer, und als der Morgen heranbrach, gab es keinen See und keinen Wasserfall mehr- Der Fall war tot.

Vegetation im Döda Fall Foto: Tina

Vegetation im Döda Fall Foto: Tina

Wo sich der Wasserfall früher befand, erstreckt sich heute eine Felsenlandschaft, deren karge Geologie und Flora sich völlig von den satten Nadelwäldern rings umher abhebt. Durch den Fall erstreckt sich ein Holzpfad, auf dem man bequem durch den döda Fall spazieren kann, ohne die Natur zu stören. Ich kann nur jedem wärmstens empfehlen, der in der Gegend unterwegs ist, am Döda Fall Halt zu machen. Im Sommer finden hier auf einer kleinen Bühne Freilichtspiele statt, und ein Touristenzentrum verkauft Eis und Getränke (Saison: 30.5 – 30.8.). Der Döda Fall und der Naturpfad sind das ganze Jahr über zugänglich.

 

Autor(in): Tina Skupin – tskupin32@gmail.com

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