Die Kolonie Nya Sverige

Nya Sverige (Neuschweden) war der Name der Kolonie, die 1638 in Nordamerika gegründet wurde. Das Gebiet umfasste die heutigen Teilstaaten Delaware, Pennsylvania und New Jersey der USA. Die Initiative für eine schwedische Kolonie kam von niederländischen vermögenden Kaufleuten. Bereits im Jahre 1624 hatte Willem Usselinx von König Gustav II. Adolf den Auftrag bekommen, eine schwedische Kompanie zu gründen, die mit Asien, Afrika und Amerika Handel betreibt. Zu diesem Zeitpunkt war diese Planung jedoch unrealistisch, weil das nötige Kapital dafür nicht zur Verfügung stand. Reichskanzler Axel Oxenstierna war 1635 zu Besuch in Holland. Dort kam er in Kontakt mit den Kaufmännern Sammuel Blommaert, Peter Spiring und den Deutschen Peter Minuit, der Gouverneur der Kolonie Nieuw-Nederlands war. Ziel dieses Treffens war es, eine eventuelle schwedische Kolonie zu gründen. Zu Beginn des Jahres 1637 kam Peter Minuit nach Schweden, um vorzuschlagen, eine Kolonie am Fluss Delaware in Nordamerika zu gründen. Nachdem die schwedische Regierung einwilligte, wurde das Kapital eingesammelt, das je zur Hälfte von Schweden und der Niederlande zur Verfügung gestellt wurde. Daraufhin wurde die Söderkompaniet (später Nya Sverigekompaniet) gegründet. Ziel war eigentlich, Tabak und Felle nach Schweden einzuführen.

Im November 1637 verließen zwei Schiffe, Kalmar Nyckel und Fågel Grip, den Hafen von Göteborg. Die Besatzung bestand aus Schweden und Niederländern. Am darauf folgenden März 1638 kamen sie am Delaware an. Minuit leitete sofort Verhandlungen mit den Indianern zum Landkauf ein. Der erste Kauf umfasste den rechten Flussstrand des Delaware von der Mündung bis zum Nebenfluss Schuylkill. Es wurde dann ein Festungsbau mit einigen Holzhäusern, der Fort Christina genannt wurde, zu Ehren der damaligen Königin Kristina errichtet.

Während der nächsten 17 Jahre wurden insgesamt 11 Expeditionen von Schweden zur der Kolonie Nya Sverige durchgeführt. Insgesamt 600 Schweden und Finnen siedelten dort an. Es entstanden Farmen und Siedlung an beiden Seiten des Delaware Flusses. Mit dem Gouverneur Johan Printz erreichte die Kolonie die größte Ausdehnung. Er errichtete mehrere Festungsbauten und Blockhäuser, wie zum Beispiel Nya Elfsborg, Nya Göteborg, Nya Stockholm, Nya Vasa, Mölndal, Upland und eine Anzahl anderer Forts und Handelsstationen. Mit dem Landkauf von Minuit, Ridder und Printz umfasste die Kolonie die ganze westliche Seite des Delawares von Cape Henlopen bis zur der Küste des heutigen Trenton, und die östliche Seite das Gebiet von Nya Elfsborg. Insgesamt war das Gebiet 200 km lang.

Es gab große Konflikte mit den Niederländern, die ihr Gebiet weiter ausbreiten wollten. Von Amsterdam kam 1655 eine Flotte von 7 Schiffen, die mit Ausrüstung, Soldaten und Kriegsmaterial gefüllt waren. Sie belagerten im September 1655 Fort Christina, und der Gouverneur Rising mußte die schwedische Kolonie aufgeben. Er kehrte mit einem Teil seines Volkes zurück nach Schweden, das diplomatisch versucht die Kolonie zurück zu bekommen. Dieses war aber nicht erfolgreich. Im Jahr 1664 eroberte England das Gebiet. Trotzdem wanderten auch später viele Schweden dorthin aus.

Autor: Ralf Huslage – rhuslage@yahoo.de

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