Der Vergnügungspark Jamtli in Östersund

 

Alltagsleben in Jamtli. Foto: Heide

Alltagsleben in Jämtli. Foto: Heide

Jamtli in Östersund – das ist gleichzeitig Vergnügungspark, Freiluftmuseum und Tierpark. Ein ähnlicher Freizeitpark wie Skansen in Stockholm und auch einen Besuch wert.

Das Freiluftmuseum Jamtli in Östersund, in der Provinz Jämtland, ca. 550 km nördlich von Stockholm bietet Unterhaltung und Informationen für Jung und Alt. Der Name Jamtli spielt auf die Provinz an, genauer gesagt auf seine Bewohner. Jamtli ist ein Wort aus dem jämtlländischen Dialekt und bedeutet so viel wie „der Ort der Jämtländer“. Und das trifft es ja auch. Jamtli zeigt Gebäude und das Leben der Menschen im 18. und 19. Jahrhundert eben in der Provinz Jämtland. Über den Namen des Freiluftmuseums durften die Bewohner Jämtlands sogar selbst abstimmen bzw. Vorschläge einreichen, aus denen dann der passendste Name ausgesucht wurde.

Östersund befindet sich etwa in der Mitte der Inlandsbahnstrecke, die von Mora durch die schwedische Natur bis nach Gällivare führt. Die Bahn ist etwa 2 Tage unterwegs, übernachtet wird dabei in Östersund, also bietet sich hier ein Besuch von Jamtli an. Aber auch Durchreisende mit dem Auto oder Wohnmobil finden häufig den Weg nach Jamtli.

Die ersten Wurzeln des Museum gehen auf das 19. Jahrhundert zurück, als verschiedene Vereinigungen sich Gedanken darüber machten, ein Museum über Jämtland und seine Bewohner anzulegen. Eingeweiht wurde es dann im Jahre 1912. Historische Gebäude und Gegenstände wurden gesammelt und in dieses Museum verlegt. Das heißt, die Gebäude, die man heute in Jamtli bewundern kann, standen mal irgendwo in Jämtland oder Härjedalen. Aber auch Tänzen, Musik und Kunstwerken sollte ein Andenken bewahrt werden. Man wollte die alten Traditionen aufrechterhalten und vor dem Verschwinden im Zeitalter der Industrialisierung bewahren. In den Anfangszeiten waren die gesammelten Gegenstände in den unterschiedlichen historischen Gebäuden verteilt. 1920 begann man dann aber damit, ein Museum zu bauen und einzurichten, in dem dann Sammelstücke, Textilien, Kleidungsstücke und archäologische Funde ausgestellt wurden.

Im Jahre 1971 kam die Idee auf, das Museum mit mehr Leben zu erfüllen. Bisher waren Gebäude und Ausstellungsstücke einfach nur tote Gegenstände, nun kamen Schauspieler in den Park, die den Besuchern vermittelten, wie die Leute in früheren Zeiten gelebt, gearbeitet und gekocht hatten. In den Fäbodar lernt man, wie Sauermilch, Brot oder Marmelade zubereitet wurden. Die Besucher werden richtig gehend in das damalige Alltagsleben mit einbezogen und in frühere Zeiten versetzt. Seit 1986 nennt man den Park daher auch Jamtli Historieland. Geschichtliche Ereignisse werden rekonstruiert und dem Zuschauer vermittelt.

1990 wurde das Museumsgebäude neu gebaut und 5 Jahre später eröffnet. Die Geschichte und Kultur von Härjedalen und Jämtland werden hier präsentiert. Das alte Museumsgebäude ist immer noch vorhanden, dient aber heute als Bürogebäude und Archiv, unter anderem befindet sich hier die größte Sammlung historischer Fotografien von ganz Schweden.

Der Park ist zu einem beliebten Touristenziel geworden, vor allem auch für Familien mit Kindern. Man bummelt durch die alten Gebäude und Gärten und streichelt die Tiere in den Fäbodar. Oder man besucht das traditionelle Café Slalom und stärkt sich bei Kaffee und leckeren Waffeln oder Kuchen. Erholung und Bildung zugleich werden den Besuchern im Freiluftmuseum Jamtli geboten.

Das Museum ist ganzjährig von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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