Der Siljansee in Dalarna

Am Siljansee. Fotograf: Heide

Die Provinz Dalarna ist eigentlich Schweden wie man es sich vorstellt: rote Holzhäuschen, liebliche Landschaften, die beliebten Dalarna-Pferdchen („dalahästar“) und anderes Kunsthandwerk, viel Tradition, Volksmusik. Und mitten in Dalarna liegt der Siljan-See, der größte See der Provinz und ein beliebtes Urlaubsziel für Touristen und Einheimische.

Größter See der Provinz Dalarna und siebtgrößter See von ganz Schweden, das ist der Siljansee. Er hat eine Fläche von 290 km² und ist an der tiefsten Stelle 143 m tief. Er wird vom Österdalälven durchflossen und von Norden her fließt das Wasser des Orsasjön in den See. Im Süden direkt angeschlossen ist der Insjön.

Der Siljansee entstand vor etwa 370 Millionen Jahren durch den Einschlag eines Meteoriten. Es entstand der sogenannte Siljansring. Dieser Einschlagkrater gilt als der größte in Europa. Die wichtigsten Orte um den Siljansee sind Rättvik, Mora und Leksand, die vor allem im Sommer gerne besucht werden, aber durchaus auch im Winter etwas zu bieten haben. Nicht direkt am See liegen Orsa und Boda. Im See selbst befindet sich die Insel Sollerön, die über zwei Brücken mit dem Festland verbunden ist und zur Gemeinde Mora gehört.

Noch um die Jahrhundertwende, um 1900 waren viele Dampfboote auf dem See im Einsatz. Heute finden hier noch verschiedene Vergnügungsfahrten statt, z.B. verkehrt die Gustav Wasa in den Sommermonaten zwischen Rättvik und Mora. Sie legt in Rättvik an der 625 m langen Långbryggan an, einer Landungsbrücke, die 1895 erbaut wurde. Berühmt sind auch die sonntäglichen Kirchbootfahrten auf dem See, die in verschiedenen Orten veranstaltet werden. Hier rudern die Einheimischen in ihren Booten zur sonntäglichen Messe. Vor allem Rättvik ist dafür bekannt.

Rund um den Siljansee gibt es viel zu erleben. Campingplätze oder Hüttendörfer finden sich überall, und auch viele Badeplätze direkt am See. Im Sommer wird hier richtig gefeiert und die warme Jahreszeit und das Leben in der freien Natur genossen. An Midsommar tanzt man um den Maibaum und im Sommer finden volkstümliche und musikalische Veranstaltungen statt, wie „Musik vid Siljan“ oder das Folklorefestival Rättviksdansen.
Viele Wanderwege führen durch die Wälder und auf die Berge in der Umgebung des Siljansees und bieten wunderschöne Ausblicke auf den See. Häufig führen diese Wanderwege an den sogenannten Fäbodar vorbei. Das sind alte Sennhütten, wo noch wie in früheren Zeiten Landwirtschaft betrieben wird und Speisen zubereitet werden. Hier lohnt sich eine Rast, um das traditionelle Essen kennenzulernen. Interessant ist auch eine Fahrt mit dem Sessellift, oder auch eine Wanderung auf den Gesundaberget auf der Südseite des Sees, von wo man ebenfalls die Aussicht genießen kann. Dort in der Nähe befindet sich auch Tomteland, die Heimat des Nikolauses. Der kleine Vergnügungspark ist im Sommer und Winter geöffnet.

Im Winter ist der See manchmal stellenweise zugefroren, so dass man, wenn es die Bedingungen zulassen, auf dem See Schlittschuhlaufen kann. Ansonsten finden sich viele Langlaufspuren in der Umgebung und auch einen Skihang, die Slalombakke in Rättvik. Die verschneite Winterlandschaft rund um den Siljansee ist durchaus auch einen Besuch wert.

Aber vor allem im Sommer kommen viele Besucher an den Siljansee, trotzdem herrscht hier kein Touristenrummel. Alles geht noch ruhig und gemütlich zu. Hier kann man sich in der schönen Natur richtig erholen und schwedische Bräuche und Traditionen kennenlernen.

Autorin: Heide Walker – Heide.Walker@web.de

2 Kommentare

  1. Harald Neuburger

    Der See ist im Winter nicht manchmal, sondern so gut wie immer zugefroren. Zum Glück! Man kann dann nämlich auf sehr gut präparierten Bahnen gnadenlos Schlittschuhlaufen. Besonders schön ist es übrigens auch auf dem benachbarten Orsa-See – die dort gepflegte Eisbahn ist ca. 15 km lang.

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  2. Christine Labudda

    30mal hatte ich ganz allein auf der Fäbod Rossberg 2-3 Wochen Urlaub. Ich habe die absolute Stille, einen herrlichen Sternenhimmel, viele Heidelbeeren, Pilze, den dichten Wald und den Weg nach Malin Bambo genossen.

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