Der Runenstein von Rök – die längste bekannte Runeninschrift

 

In der Gemeinde Ödeshög, in Östergötland an einer Kirche, befindet sich der Rökstein. Ein Runenstein, der die Forscher bis heute am meisten fasziniert und beschäftigt.

Der Runenstein von Rök

Es gibt mehr als 6 500 bekannte Runensteininschriften . Dieses Exemplar entstand im 9. Jahrhundert. Im Zuge der Christianisierung wurde der 3,82 Meter große Stein in die Kirche eingemauert. 1840 wurde die baufällige Kirche abgerissen und Arbeiter entdeckten erneut diesen besonderen Stein, jedoch verwendeten sie den Rök wieder für den Bau der neuen Kirche. Zwölf Jahre später wurde er dann von Forschern im Hof der Kirche ausgestellt. Seinen endgültigen Platz außerhalb der Friedhofsmauern erhielt er 1933 und wird seit dem durch einen Unterstand vor den Naturgewalten geschützt. Ab diesem Zeitpunkt begann auch die Erforschung der Inenschrift. Der Rökstein wurde auf allen Seiten beschrieben, mit 750 Runenzeichen trägt der Rök die längste uns heute bekannteste Runeninschrift. Die erste vollständige Übersetzung erfolgte 1910 vom Norweger Sophus Bogge.

Das interessante an dem Rök ist jedoch die unterschiedliche Interpretation der übersetzten Innenschrift. Es ist zumindest sicher, dass jemand namens Varin diesen Stein für seinen todgeweihten Sohn Vämond herstellte.

Danach reihen sich Buchstabenspiele, Geheimrunen und eine Mischung aus urgermanischen und der seit dem 8. Jahrhundert bekannten Kurzzweigrunen aneinander. Die Vorderseite beschreibt diverse Kämpfe der Ostgoten im Reich, die Rückseite schildert Kämpfe im dänischen Reich. Der Rök wird häufig so interpretiert, dass Varin von den erfolgreichen Taten seiner Vorfahren berichtet und diese zu Ehren von Vämond und seinem Geschlecht festhalten wollte. Wenn man nun die vorhandenen Geheimrunen betrachtet, wird deutlich, dass eher von heimischen Ereignissen berichtet wird. Das kann aus den genannten Orts- und Personennamen abgeleitet werden, die sich alle in der näheren Umgebung des Röks wiederfinden. Ebenso können diese geheimnisvollen Runen als ein Zauber oder Opfer gedeutet werden, damit die Götter gnädig gestimmt werden und somit die gesamte Familie beschützen.

Für uns sind die Bedeutungen der eingeritzten Sagen völlig unbekannt und somit nicht nachvollziehbar, jedoch waren die Ereignisse für die damaligen Menschen ohne Probleme zu verstehen und zu deuten.
Es bleibt fraglich, ob wir den genauen Kontext des Röksteins jemals in allen Einzelheiten erfassen können und uns nicht immer mit Interpretationsversuchen helfen müssen.

„Nach Vämod stehen diese Runen. Aber Varin schrieb sie, der Vater nach dem gestorbenen Sohn. Ich sage den jungen Männern die Sage von den beiden Beutestücken, die zwölfmal genommen wurden, beide Beutestücke auf einmal, von verschiedenen Männern. Ich sage als zweites, wer vor neun Menschenaltern lebte und das Leben unter den Hreidgoten verlor. Und er starb unter ihnen wegen seiner Missetaten.
Es herrschte Theoderich, der Kühngemute,
der Fürst der Seekrieger,
über den Strand des Hreidmeers.
Jetzt sitzt er gerüstet
auf seinem gotischen Ross,
den Schild auf der Schulter.
Der Held der Märinge.
Das sage ich als zwölftes, wo das Ross der Walküre Speise erblicken wird auf dem Schlachtfeld, zwanzig Könige, die da liegen.
Das sage ich als dreizehntes, welche zwanzig Könige auf Seeland saßen, vier Winter, mit vier Namen, Söhne von vier Brüdern. Fünf Valke, Radulfs Söhne: fünf Hreidulfe, Ragulfs Söhne; fünf Haisle, Haruds Söhne; fünf Gunmunde, Berns Söhne. Jetzt sagt jeder den jungen Männern alles … forscht nach. Ich sage den jungen Männern, wer von Ingevalds Männern wieder gutgemacht wurde dank des Opfers einer Hausfrau. Ich sage den jungen Männern, welchem Helden ein Nachkomme geboren ist. Vilen ist es. Er konnte einen Riesen fällen. Vilen ist es … Ich sage den jungen Männern: Thor
Sibbe, der Hüter der Heiligtümer, zeugte neunzigjährig einen Sohn.“

Autor(in): Sandra Benthien – sandra_benthien@freenet.de

schwedische Artikel kaufen in der Schwedenstube



Es liegen bisher noch keine Kommentare vor.

Schreibe einen Kommentar

Facebook
Twitter