Außergewöhnliche Hotels in Schweden

Zimmer im Eishotel. Foto: Heide

Zimmer im Eishotel. Foto: Heide

Jedes Land rühmt sich seiner besonderen Hotels. Immer wieder liest man Tipps für die Hotels mit dem schönsten Ausblick, den schönsten Pools oder irgendwelchen Besonderheiten. Auch Schweden hat hier etwas zu bieten. Auch hier gibt es außergewöhnliche Hotels, die einen Aufenthalt wert sind oder die man sich einfach mal ansieht.

Schlafen „on ice“

Fangen wir an mit dem berühmtesten der speziellen Hotels in Schweden, dem Eishotel in Jukkasjärvi. Es gibt wohl nur wenige derartige Einrichtungen in anderen Ländern, auch wenn Eishotels, Schneehotels oder Igluhotels inzwischen auch anderweitig Gäste anlocken. Aber das „Icehotel“ bei Kiruna in Lappland übertrifft die anderen in einer Hinsicht: Es ist das erste und älteste seiner Art.

Nach einer Kunstausstellung aus Eisskulpturen im Jahr 1990 entwickelte sich die Idee, an der gleichen Stelle jedes Jahr ein Hotel aus Eis und Schnee entstehen zu lassen. So wurde das Eishotel zum ersten Mal 1991 und seither jedes Jahr wieder gebaut: aus ca. 4000 Tonnen Eis aus dem Fluss Torneälv sowie ca. 30.000 Tonnen Schnee. Es zieht Besucher aus der ganzen Welt an, inzwischen gibt es sogar schon Charterflüge aus Japan, die speziell zum Eishotel anreisen. Die Nacht auf einem Bett aus Eis, mit etwas Styropor und einen Rentierfell darüber, ist nicht ganz billig, aber es ist ein Erlebnis! Allzu kälteempfindlich sollte man vielleicht nicht sein, aber es ist nicht so, dass man in der Nacht wirklich friert. Man bekommt einen warmen Schlafsack, trägt Thermounterwäsche, warme Socken und eine Kopfbedeckung und am Morgen wird man mit einem warmen Preiselbeersaft geweckt und geht anschließend erst einmal in die Sauna. Und bei Abreise bekommt man die Bestätigung, dass man die Nacht im Eishotel überlebt hat, in Form eines Zertifikats.

Aber man muss nicht unbedingt übernachten, um das Hotel einfach mal kennenzulernen. Es ist tagsüber auch erlaubt, einfach durch die Räume zu laufen oder auch an einer Führung teilzunehmen. Jedes Zimmer ist anders, und alle Zimmer und das „Mobiliar“ darin sind echte Kunstwerke. Und einen Drink an der Eisbar in Gläsern aus Eis sollte man sich auch nicht entgehen lassen.

Das Iglootel Lapland in Arjeplog.

Das Iglootel Lapland in Arjeplog.

Eine ähnliche Einrichtung wie das Eishotel ist das Iglootel bei Piteå, das seit 2012 stets neu aufgebaut wird, und das genau wie das Eishotel auch im Frühling wieder dahinschmilzt. Auch hier entstehen Kunstwerke aus Eis und Schnee, auch hier gibt es eine Eisbar und auch hier schläft man warm eingepackt in der Kälte in einem Raum aus Schnee. Mehrere Iglus stehen zur Verfügung für 2 bis 6 Personen, die über den Hauptiglu miteinander verbunden sind. Das Motto des Iglootels wechselt jedes Jahr und so fällt auch hier die Einrichtung und Gestaltung der Iglus jedes Jahr etwas anders aus. Im Gegensatz zum Eishotel wird das Mobiliar hier aber mit Tischen und Stühlen aus Holz ergänzt.

Eine besondere Atmosphäre entsteht durch Beleuchtungsanlagen, die die Räume in farbiges Licht hüllen. Von Deutschland aus ist das Iglootel über Arvidsjaur per Flug zu erreichen. Die Fluggesellschaft => FlyCar verkehrt hier auch deshalb, weil sich in der Nähe das berühmte Wintertestgelände der Autofirmen befindet. Ein Umstand, der auch zum Erfolg des Hotels beigetragen hat: Das Iglootel stand nämlich zuerst in Arjeplog. Der Erfolg brachte die Einrichtung an ihre Kapazitätsgrenzen, und 2019 ist das Iglootel an seinen neuen Standort Piteå gezogen.

Schlafen zwischen Baumwipfeln

Noch etwas weiter südlich, genau genommen in der Provinz Norbotten befindet sich ein weiteres einzigartiges Hotel: das Treehotel in Harads. Zwischen Boden und Jokkmokk gelegen, rühmt es sich, durch die außergewöhnliche Gestaltung etwas Besonderes zu sein. Übernachten kann man hier Sommer wie Winter. Man wohnt sprichwörtlich im Wald, hoch oben in den Bäumen. Ein Traum vieler Kinder, den man sich hier als Erwachsener erfüllen kann. Und natürlich genießen auch Familien zusammen dieses Erlebnis! Doch handelt es ich hier nicht um eine einfache, rustikale Unterkunft, sondern um ein außergewöhnliches, komfortables und luxuriöses Hotel. Das Treehotel vermarktet sich vielmehr als Designhotel, das sich perfekt in die natürliche Umgebung integriert und auch hohen Umwelt-Ansprüchen genügt. Der Bau der Anlage ist noch nicht vollständig abgeschlossen, aber bisher gibt es 8 „Hütten“ in den Wipfeln, die die Gäste stets aufs Neue beeindrucken. Sie tragen Namen tragen wie Vogelnest, Blauer Kokon, Kabine, Ufo, Dragonfly oder einfach „das 7. Zimmer“. Alle sind ihrem Namen entsprechend gestaltet – im wahrsten Sinne „Kunst am Bau“. Auch der Frühstücksraum sowie eine Sauna sind in den Bäumen untergebracht. Man kann gespannt sein, was an weiteren Ideen für die nächsten Zimmer dazu kommen werden.

Vom König der Wälder zur Königin

Übernachten im Elchpark.

Übernachten im Elchpark.

Nun reisen wir weiter nach Süden in die Landschaft Västergötland. 150 km nördlich von Göteborg trifft man auf den König der Wälder – und zwar im Elchpark Wrågården’s Wildlife, in der Nähe der Stadt Falköping. Neben Elchen tummeln sich hier gemütliche Bisons, und inmitten dieser sanften Riesen kann man auch übernachten! Groß ist das erste Elch-Hotel der Welt zwar nicht, – genau genommen besteht es aus 2 Hütten, – und es liegt auch weit unter dem Preisniveau der bisher genannten Hotels.

Die beiden Hütten sehen aus wie zwei große Findlinge, sie sind aus Holz und Beton gezimmert und sind auf einer Seite mit einem Elchkopf dekoriert. Ideal sind die „Elchzimmer“ für Familien mit Kindern, bis 5 Personen können darin schlafen. Draußen gibt es noch einen Bereich, wo man Grillen kann, oder einfach nur zum draußen sitzen und die Tiere beobachten, denn diese kommen bis an die Hütten heran. Zwei zahme Elche sollen sich sogar streicheln lassen…

Vom König der Wälder zur Königin des Mälaren. In Stockholm, in der Nähe der Altstadt, liegt ein kleines originelles Hotel – direkt am See Mälaren. Es trägt den Namen Mälardrottningen, die „Königin vom Mälaren“ und es handelt sich hier um ein Schiff, das zu einem Hotel umgebaut wurde. Das Schiff wurde 1924 für einen Millionär namens Billings aus New York gebaut. Damals hieß es noch Vanadis. Später kaufte der Woolworth-Millionär, Frank W. Hutton, das Schiff und schenkte es seiner Tochter Barbara zum 18. Geburtstag. Auf ihrem Schiff verkehrten Royals und Filmstars aus der ganzen Welt. So wandelt man also in den Fußspuren einiger Berühmtheiten, wenn man das Hotel Mälardrottningen betritt. 1980 begann man, das Schiff umzubauen, und seit September 1982 liegt die ehemalige Huttonjacht nun an ihrem heutigen Standort, am Rande von Riddarholmen. Seither heißt das Schiff passenderweise „Mälardrottningen“ und beherbergt Gäste aus aller Welt.

Das etwas außergewöhnliche Hotel ist kein Luxushotel und nur für Leute geeignet, die in kleinen Räumen gut zurechtkommen. Man wohnt in Kajüten unterschiedlicher Kategorie, wobei die einfachsten mit Stockbetten ausgerüstet und nur 6 m² groß sind, – eben eine „Budget-Schiffskabine“. Aber es gibt auch größere Kabinen mit Doppelbetten, die richtig geräumig sind und die mal die Kabine des Kapitäns oder der Offiziere waren. Beim Frühstück hat man das Gefühl, man befindet sich auf See, nicht etwa weil es schaukelt, sondern weil man vom Frühstücksraum direkt auf den Mälaren blicken kann.

Das sind nun also die Beschreibungen von fünf etwas anderen Hotels in Schweden. Es gibt sicher noch andere, die aus dem Rahmen fallen und die man bei einem Urlaub in Schweden erforschen kann.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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