Agnetha Fältskog – die blonde Sängerin von ABBA

Agnetha Fältskog während ihrer Zeit als ABBA Mitglied. Foto aus Wikipedia. Fotograf: Helge Øverås

Agnetha Fältskog während ihrer Zeit als ABBA Mitglied. Foto aus Wikipedia. Fotograf: Helge Øverås

 

Die beliebte schwedische Popband ABBA hat sich schon vor vielen Jahren getrennt. 1982 war das Ende der Band. Immer wieder hofften die Fans auf einen neuen gemeinsamen Auftritt, was leider nie geschah. Trotzdem haben die Bandmitglieder ihre Karriere individuell fortgesetzt. Auch Agnetha Fältskog, die blonde Sängerin der Gruppe und ehemalige Frau von Björn Ulvaeus, konnte nach der Trennung einige Erfolge verzeichnen und feiert nun im Jahre 2013 Comeback mit ihrem Album A.

Agnetha Fältskog wurde am 5. April 1950 in Jönköping geboren. Sie war schon vor ihrer Karriere als ABBA-Mitglied musikalisch aktiv und auch nicht ganz unbekannt. Schon als Kind lernte Agnetha Klavierspielen und komponierte eigene Lieder. Nach der Schule arbeitete sie als Telefonistin in einem Autowerk in Jönköping und trat nebenbei als Sängerin der Band Bernt Enghardt’s Orkestra auf. Mit ihrem Lied „Jag var så kär“ (Ich war so verliebt) viel sie 1967 dem Talentsucher Karl-Gerhard Lundkvist auf. Er war begeistert von ihrer Stimme und vermittelte ihr einen Plattenvertrag. Agnetha konnte das gar nicht so richtig glauben, sie hielt sich nicht für etwas Besonderes. Aber das Leben sollte sich für sie anders entwickeln als sie erwartete. Ihr Song „Jag var så kär“ landete 1968 auf Nummer 1 der schwedischen Hitparade. In Schweden wurde sie dann schnell bekannt. Durch eine Verbindung mit einem deutschen Produzenten, mit dem sie auch kurzzeitig verlobt war, nahm Agnetha ein paar Lieder in Berlin auf, die jedoch erfolglos blieben.

1969 lernte sie Björn Ulvaeus kennen, ebenfalls ein späteres ABBA-Mitglied, der bereits ein erfolgreicher Musiker und Mitglied der Band Hootenanny Singers war. Die beiden heirateten am 6. Juli 1971.

1971 verkörperte Agnetha die Maria Magdalena in der schwedischen Fassung von Jesus Christ Superstar und zwischen 1967 und 1975 veröffentlichte sie mehrere Soloalben, wobei sie die meisten Lieder selbst komponierte.

1972 wurde dann die Band ABBA gegründet. Zusammen mit Anni-Frid Lyngstad und Benny Andersson bildeten Björn und Agnetha diese später so erfolgreiche und beliebte Band. Der Name ABBA setzt sich zusammen aus den Vornamen der Bandmitglieder: Agnetha, Anni-Frid, Björn und Benny. Vor allem die Stimme von Agnetha hat den ABBA-Sound deutlich geprägt. Schon zwei Jahre nach Gründung der Band kam der große Erfolg. Im englischen Brighton präsentierten sie beim Eurovision Song Contest ihren Song Waterloo und landeten auf Platz 1. Danach folgte ein Erfolgssong nach dem anderen: Mamma Mia, Dancing Queen, Fernando, SOS und viele andere.

Mit Björn bekam Agnetha zwei Kinder, Linda wurde 1973 geboren und Peter Christian 1977. Durch ihre Rolle als Mutter geriet Agnetha immer mehr in Konflikt mit den Interessen der Band. Während Anni-Frid und Benny sich 1978 zur Heirat entschlossen, kriselte es immer mehr in der Ehe von Agnetha und Björn. Für Agnetha war das Familienleben wichtiger als die Karriere, sie wollte sich mehr um ihre Kinder kümmern, doch Björn wollte den Erfolg von ABBA nicht vernachlässigen. Björn und ABBA zuliebe machte sie weiter, aber es fiel ihr immer schwerer, sich von ihren Kindern zu trennen. So kam es 1980 zur Scheidung.

Trotzdem bestand die Band ABBA weiter und konnte mit Chiquitita wieder einen großen Erfolg erzielen.
1979/1980 unternahm sie mit der Gruppe noch eine große Welttournee durch Amerika, Europa und Japan. Doch von nun an wurde das gemeinsame Arbeiten immer schwieriger.

Nach der Trennung von ABBA setzte Agnetha ihre Solokarriere fort. Aber jetzt komponierte sie nicht mehr selbst, sondern suchte ihre Songs aus. Ihr erstes englischsprachiges Album entstand 1983 mit dem Titel „Wrap your arms around me“. Einzig der Song „Man“ aus diesem Album war eine Eigenkomposition. Das Album verkaufte sich auch international sehr gut. Als nächstes folgte 1985 das Album „Eyes of a Woman“.

Nachdem ihr Vertrag bei der Plattenfirma Polar Music auslief, lernte sie den ehemaligen Sänger der Band Chicago, Peter Cetera kennen, mit dem sie zusammen ein Album mit dem Titel „I Stand Alone“ produzierte. Dieses Album wurde in Los Angeles aufgenommen und war geprägt vom Westcoast Sound der 1980er Jahre.

Auch wenn Agnetha als Solosängerin nie so erfolgreich war wie zusammen mit ABBA, so verzeichnete sie doch einige sehenswerte Erfolge in Skandinavien, den Benelux-Staaten und Südafrika, und auch in Deutschland, Großbritannien, Australien und USA liefen ihre Songs.

Nach ihrem Album „I Stand Alone“ mit Peter Cetera zog sie sich aus dem Musikgeschäft zurück und lebte mit ihrer Tochter Linda und deren Familie auf ihrem Bauernhof auf der Insel Helgö im Mälarensee, westlich von Stockholm.

Nach der Scheidung von Björn hatte sie einige kurzzeitige Beziehungen. 1990 heirate sie den schwedischen Arzt Tomas Sonnenfeld, die Ehe wurde jedoch 1993 wieder geschieden. Im gleichen Jahr beging ihre Mutter Selbstmord und ein Jahr später starb auch ihr Vater. 1996 veröffentlichte sie ein Buch über ihr Leben: Som jag är (So, wie ich bin), das auch auf Englisch und Dänisch herausgegeben wurde.

Ein Beziehung mit einem in Schweden lebenden Niederländer, Gert van der Graaf, stellte sich als verhängnisvoll heraus. Er belästigte sie zusehends und drang auch in ihr Anwesen ein. Er wurde schließlich zu hohen Geldstrafen verurteilt und erhielt ein Einreiseverbot für Schweden.

Lange Zeit zeigte sich Agnetha nicht mehr in der Öffentlichkeit. Erst 2004 nahm sie wieder ein Album auf, mit dem Titel „My Colouring Book“. Mit dem Titel „If I thought you’d ever change“ landete sie gleich auf Platz 11 in der britische Hitparade. Zusammen mit dem Titel „I know there’s something going on“ von Anni-Frid war dieser Song somit die erfolgreichste Solo-Single eines ABBA-Mitglieds.
2008 veröffentlichte Agnetha eine Doppel CD in Schwedisch und Englisch mit Hits aus ihrer gesamten Solokarriere von 1967 bis 2004. Damit landete sie in Schweden auf Platz 4.

Agnetha war das Gesicht von ABBA. Wenn man an ABBA dachte, dachte man zuerst an die blonde Sängerin Agnetha. Auch nach der Auflösung von ABBA blieb das Interesse an ihr bestehen. Während ihrer Zeit mit ABBA, aber auch als Solokünstlerin hat sie insgesamt 300 Millionen Platten verkauft.
Einerseits wurde ihr der Rummel um sie zu viel und sie zog sich daher immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück, aber andererseits war sie eine begabte Musikerin, hatte Freude an der Musik und brachte immer wieder neue Songs heraus.

Lange Zeit hörte man nichts mehr von ihr, aber im Oktober 2012 wurde bekannt, dass Agnetha mit dem schwedischen Songwriter Jörgen Elofsson an einem neuen Album arbeitete. Dieses erschien im Mai 2013 in Deutschland und kurz darauf in weiteren Ländern. Der Titel des Albums lautet „A“, in Anspielung auf den Anfangsbuchstaben ihres Namens und von ABBA. Hier stellt sie verträumte Texte und poppige Diskosongs vor. Und es klingt nach ABBA.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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