Am 4. Oktober ist Kanelbullens dag

Kanelbulle. Foto aus Wikipedia. Fotograf: Ranveig

Kanelbulle.
Foto aus Wikipedia. Fotograf: Ranveig

In Schweden widmet man vielen Ereignissen oder auch bestimmten Speisen einen eigenen Tag. Dazu gehört auch der Kanelbullens dag, ganz im Gedenken an die beliebten Kanelbulle.

Die Schweden lieben ihr „Fikabröd“. Das heißt ein Gebäck zum Kaffee, und hier vor allem die Kanelbulle – eine leckere Hefeteigschnecke mit viel Zimt und häufig auch viel Zucker Sie gehört in Schweden einfach zum Alltag, ist in jeder Bäckerei zu finden, häufig sogar an Tankstellen und Kiosken, auch wenn dort die Qualität natürlich nicht an die einer Kanelbulle aus einer richtig guten Konditorei herankommt.

Eine richtig gute Kanelbulle ist schon etwas Leckeres und alleine schon der Geruch nach Zimt und Hefeteig macht Appetit. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass man diesem Lieblingsgebäck einen eigenen Tag gewidmet hat, nämlich den Kanelbullens dag am 4. Oktober.

Dieser Tag wurde 1999 von Kaeth Gardestedt vom „Hembakningsrådet“, einer Organisation verschiedener Firmen aus der Lebensmittelindustrie zu deren 50jährigem Jubiläum gegründet. In dieser Vereinigung hatten sich Mehl-, Hefe-, Zucker und Margarinehersteller zusammengeschlossen. Man wollte mit diesem Tag auf die schwedische Tradition des Essens von Hefegebäck und eben vor allem auf die Kanelbulle aufmerksam machen und so ganz nebenbei natürlich auch den Verkauf von Mehl, Hefe, Zucker und Margarine ankurbeln. An diesem Tag wird überall Werbung für dieses Gebäck gemacht, überall werden Sonderangebote offeriert und jeder „muss“ an diesem Tag einfach eine Kanelbulle essen.

Dabei ist dieser Tag nicht nur in Schweden ein Gedenktag, sondern auch unter Schweden, die im Ausland leben, wie z.B. in Neuseeland. Auch Mitglieder schwedischer Kirchengemeinden im Ausland feiern diesen Tag traditionell mit der Kanelbulle.

Kanelbulle Kaffee

Kanelbullen gehören zur schwedischen Kaffeepause – „swedish fika“ – einfach dazu! Foto. Tina Stafrén/ imagebank.sweden.se

Aber warum gerade der 4. Oktober?

Kaeth Gardestedt wollte nicht, dass der Tag mit anderen Essenstraditionen konkurriert, wie z.B. den Semlor im Februar, Hering und Kartoffeln im Juni, den Krebsen und dem Surströmming im August, dem Gänseessen im November  oder den Lussekatter in der Adventszeit. Außerdem war der 4. Oktober im Jahre 1999, als man den Kanelbullens dag einführte, der internationale Tag der Kinder. Man feierte also den Tag der Kinder zusammen mit dem was Kinder gerne essen, dem beliebten Zimtgebäck.

Die beliebte Zimtschnecke besteht aus Weizenmehl, Hefe, Zucker, und Butter oder Margarine und einer Füllung aus Butter/Margarine, Zucker und Zimt. Der Teig wird häufig noch mit Kardamon gewürzt. Zum Schluss werden die Bullar mit Ei bestrichen und mit mehr oder weniger Hagelzucker bestreut. Meistens sind die Kanelbullar zu einer Schnecke geformt, aber gelegentlich kommen auch andere Formen vor.

Zimtschnecken kennt man in vielen Ländern. In Deutschland werden die reinen Zimtschnecken eher seltener angeboten, bei uns isst man eher Nussschnecken, die aber häufig auch gut mit Zimt gewürzt sind. Die Amerikaner bevorzugen ihre Cinnamon roll und glauben, sie hätten dieses Gebäck erfunden. Die Heimat der Kanelbulle ist jedoch Schweden, hier wurde sie etwa 1920 erfunden und von hier aus verbreitete sie sich in anderen Ländern.

Die Kanelbullar sind so mit Schweden verbunden, dass sie auch in der schwedischen Literatur immer wieder erwähnt werden, sei es in Kinderbüchern wie „Pettersson und Findus“ wo sogar für die Kinder ein Rezept vorgestellt wird, als auch in den schwedischen Kriminalromanen, wo man die Pausen natürlich mit Kaffee und Kanelbullar gestaltet.

Und damit man sich der schwedischen Tradition anschließen und an diesem „feierlichen“ Tag auch selbst Kanelbullar backen kann, gebe ich hier das Rezept bekannt:

Es ist für 25 Stück gedacht:

Zutaten

35 g Hefe

125 ml (ca. 105 g) Zucker

300 ml Milch

1 Ei

120 g Butter

1 TL Salz

1 TL Kardamom, gemahlen

750 g Weizenmehl

Für die Füllung:100 g weiche Butter, 50 ml (ca. 43 g) Zucker, 2 EL Zimt

Zum Bepinseln:1 Ei, 2 EL Wasser, Hagelzucker

Zubereitung: In einer Schüssel die Hefe in etwas Milch auflösen. Butter zerlassen und zur Milch geben. Die restlichen Zutaten hinzufügen und den Teig 10-15 Minuten durchkneten. Den Teig zugedeckt 30 Minuten bei Zimmertemperatur gehen lassen. Anschließend ca. 3 mm dick und auf eine Breite von ca. 30 cm ausrollen und mit der weichen Butter bestreichen. Zucker und Zimt mischen und über den Teig streuen. Diesen dann zu einer langen Rolle zusammenrollen und in 25 Scheiben schneiden. Die Scheiben mit der Schnittfläche nach oben in Papierförmchen legen und auf einem Backblech zugedeckt ca. 60 Minuten oder bis zur doppelten Größe gehen lassen. Backofen auf 220° vorheizen. Ei und Wasser vermischen, die Schnecken damit bepinseln und mit Hagelzucker bestreuen. Ca. 5-6 Minuten backen. Auf dem Gitterrost abkühlen lassen.

 

Guten Appetit und einen schönen Kanelbullensdag!

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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