Autobrände schockieren landesweit

In mehreren schwedischen Städten sind am Abend des 13. August zahlreiche Autobrände angelegt worden. Die Polizei spricht von einem beispiellosen Ausmaß und geht von koordinierter Brandstiftung aus. Allein im Großraum Göteborg wurden circa 150 Autos angesteckt. Aber auch in Lysekil, Trollhättan, Malmö und Stockholm brannten vereinzelt Autos. Zwei Verdächtige im Alter von 16 und 21 sind inzwischen festgenommen worden.

Hochhaus

Rund um das Wohngebiet „Frölunda torg“ war das Ausmaß der Zerstörung am größten. Foto: Per Pixel Petersson, imagebank.sweden. com

Das Ausmaß der Zerstörung erschreckt Anwohner und Öffentlichkeit. Auf Videofilmen sieht man, wie vermummte Täter systematisch über Parkplätze in Wohngebieten streifen, Autofenster einschlagen, Brandbeschleuniger ausgießen und anzünden. Die Polizei kann öffentlich nur spekulieren, während die Ermittlungen auf Hochtouren laufen. So wird angenommen, dass die Brand-Attacken „Vergeltungsschläge“ von kriminellen Netzwerken sein könnten: Gerade in den Brennpunkten Göteborgs hatte die Polizei zuletzt Erfolge bei der Bekämpfung des Drogenhandels verbuchen können, hieß es.

Ein anderer Ansatz ist, dass hier gelangweilte Jugendliche die Einsatzkräfte „testen“ wollen. In Schweden sind vereinzelte Ausschreitungen und Sachbeschädigung von Jugendlichen bereits öfter vorgekommen, – zumeist in den Sommermonaten, wenn Schulferien und Urlaubszeit das öffentliche Leben teilweise lahmlegen. Jetzt sieht man jedoch eine regelrechte Welle der Zerstörung, die über soziale Netzwerke koordiniert sein könnte: Alle Autobrände wurden gegen 21 Uhr am selben Abend gemeldet.

In Wahlkampfzeiten rufen die Ereignisse die Politiker aller Parteien auf den Plan. In Göteborg-Frölunda, wo die meisten Autos angesteckt wurden, traf am folgenden Tag die gesamte politische Prominenz ein: vom sozialdemokratischen Ministerpräsident Löfven bis zum Herausforder Ulf Kristersson von den Moderaten zeigten alle politischen Vertreter ihre Bestürzung und legten ihre Ideen über mögliche Maßnahmen vor. Am 9. September wählt Schweden ein neues Parlament, und die Sorgen über eine Spaltung der Gesellschaft dominieren derzeit die Debatte.

 

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