ASAP Rocky in Stockholm vor Gericht

Update: Inzwischen wurde in Stockholm das Urteil gesprochen. Der US-Sänger wurde wegen Körperverletzung zu Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 12500 Kronen verurteilt. ASAP Rocky war bei der Urteilsverkündung nicht anwesend, da er bereits nach dem letzten Verhandlungstag auf freien Fuß gesetzt worden war. Die Zeit in der schwedischen Untersuchungshaft beschrieb der Rapper vor seinen Fans als „crazy“.

—–

Ein Zwischenfall in den Straßen von Stockholm wird zur Staatsangelegenheit. US-Präsident Donald Trump hat sich in den Fall um den Rapper „ASAP Rocky“ eingeschaltet, der wegen Körperverletzung vor Gericht in Schweden steht. Trump hatte Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven angerufen und sich über die Untersuchungshaft des Sängers beschwert. Jetzt, wo der Prozess am Amtsgericht Stockholm begonnen hat, schickt die US-Regierung außerdem einen Gesandten, der eigentlich für internationale Geiselverhandlungen zuständig ist. Alles soll so aussehen, als sei der prominente Sänger ein Opfer der schwedischen Justiz.

Viel Wind also um einen Vorfall, der in dieser Form leider zum Alltag für Polizei und Justizbehörden gehört: Eine Schlägerei aus ungeklärter Ursache, die zur Anzeige führt. Wo der Tatverdächtige festgenommen und vor Gericht gestellt wird.  Wo Videobeweise und Zeugenaussagen eine gute Grundlage für die Anklage sind. Und wo ein Nebenkläger auf Schmerzensgeld plädiert. So geschehen nach einem Konzert des Sängers aus Harlem, der Anfang Juli mitten in Stockholm gegen einen 19jährigen handgreiflich wurde.

Derzeit wird vor dem Gericht in Stockholm geklärt, ob ASAP Rocky vorsätzlich oder aus Notwehr gehandelt hat. Die Videoaufnahmen zeigen unschöne Szenen, bei denen ASAP Rocky den Nebenkläger zu Boden stößt und auf ihn einschlägt, zusammen mit zwei anderen Männern. Der US-Amerikaner gibt an, sich gegen einen Stalker gewehrt zu haben. Der Betroffene hingegen soll nicht einml gewusst haben, wer „ASAP Rocky“ überhaupt ist. Er sei unprovoziert angegriffen worden.

Mit schwedischer Gelassenheit sollte der Fall „abgearbeitet“ werden, wie jeder andere auch. Doch dann schaltete sich die US-Präsident persönlich ein. Er beklagte in einem Tweet das schwedische System der Untersuchungshaft und sei „enttäuscht darüber, dass der schwedische Ministerpräsident nichts für ASAP Rocky tun könne“. Löfven verwies auf die Unabhängigkeit der Justiz und zeigte Trump die kalte Schulter, nach dem Motto: „Vor dem Gesetz sind alle gleich“. Die Kritik am System der U-Haft jedoch bleibt. Anwaltsverbände in Schweden plädieren derzeit lautstark für eine Gesetzesänderung, die Freilassung auf Kaution zulässt.

Mehr über den Musiker ASAP Rocky bei => Wikipedia

Bericht über den Prozess bei => Euronews

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

STOCKHOLM ????

Ein Beitrag geteilt von PRETTY FLACKO (@asaprocky) am

ASAP Rocky bei Instagram: Sein letzter Eintrag vor der Festnahme in Stockholm.

Es liegen bisher noch keine Kommentare vor.

Schreibe einen Kommentar

Facebook
Twitter