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Dass seine erste Single „Glorious“ 1999 kein riesen-mega-durchschlagender
Knallerhit geworden ist, ist schon seltsam. Genau die richtige Portion Pop und gerade vor dem Abgrund zur Peinlichkeit Stop gemacht, beim Hinzufügen von melancholisch-weinerlichem Kitsch. Dazu ein klasse Popvideo und er ein verdammt ansehnlicher Mann.

Was will man heute eigentlich noch mehr von der Popfabrik? Kritiker zogen bei seinem ersten Album „Liebling“ Vergleiche mit U2, Radiohead oder gar David Bowie. Wenn man eine kleine Portion Schmalz und Glattheit zu den Songs der genannten Musiker tut, kann man dem zustimmen. Zumal Johnson einen weiten Weg durch verschiedene Länder und eine kleine musikalische Reise hinter sich gebracht hat, bis er sein erstes weltweit veröffentlichtes Soloalbum raus bringen konnte.

Am 22. März 1970 wurde Jon Erik Andreas Johnson in Lund/Schweden geboren. Seine Eltern waren beide Jazzmusiker. So sind er und sein älterer Bruder schon als kleine Kinder durch die Welt getourt. „Ich bin auf der Bühne aufgewachsen… war so was wie ein Bandmaskottchen“, erzählt Andreas über diese Zeit. So hat er
auch auf den Konzerten seiner Eltern erste Bühnenerfahrungen gemacht.

Als Teenie ist er dann in einen Stockholmer Vorort gezogen. Das Leben an einem festen Ort und dann noch in der Vorstadt hat ihn ziemlich gelangweilt. Das war die Zeit, als er selber begann Musik zu machen. Seine erste Band „Silver Arrow“ hatte ihren ersten Auftritt in der Schulaula. Johnson war begeistert und wollte
weitermachen, während seine Eltern versuchten, ihn vom professionellen Musikgeschäft fernzuhalten. Doch sie konnten ihn nicht stoppen.

Er gründete die Band „The Planet Waves“, bekam mit dieser einen Plattenvertrag bei der EMI Skandinavien. Er ging wegen der Liebe von 1993 bis 1995 mit seiner Band nach New York, 1995 erschien das Album „Brutal Awakenings“. Doch als sie nach Stockholm zurückkehrten, weiteten sich die Spannungen in der Band aus,
bis es zu Handgreiflichkeiten kam. Man beschloss, sich aufzulösen.

Wieder gibt Andreas nicht auf. Noch einmal versucht er sich mit der EMI Skandinavien. 1997 kommt sein erstes Soloabum „Cottonfish Tales“ raus. Schnell merkt er jedoch, dass die Plattenfirma nicht vor hat, ihm irgendwelche künstlerischen Freiheiten zu lassen, und fasst den Entschluss, sich von der EMI zu trennen.

Johnson geht nach Berlin und trifft dort ein Mädchen, von dem er nur als „Debbie StarLight“ spricht (wahrscheinlich kommen hierher die Vergleiche mit Bowie). Sie ist seine Muse, inspiriert ihn zu den meisten Stücken auf „Liebling“. Debbie stirbt, bevor Andreas aus Berlin wegzieht, er hat nie viel von ihr erzählt. Die
Inspirationen für die letzten Songs des Albums holt er sich bei einem Aufenthalt in der Toskana. In dieser Zeit hat er auch Kontakt zu einer neuen Plattenfirma. Zurück in Schweden will er sein Demo bei der WEA vorstellen. Doch Gerüchte sagen, dass es dazu nicht kam. Das Abspielgerät sei kaputt gewesen. So soll Andreas zur Gitarre gegriffen haben, die im Raum stand und dem A & R „Games We Play“ vorgespielt haben. Er bekommt den Vertrag.

1999 erscheint „Liebling“ auf der WEA, die Single „Glorious“ wird ausgekoppelt. Doch erst Monate nach der Veröffentlichung schlägt sie ein, schafft es in England auf Platz vier. Seine Touren sind in ganz Europa ausverkauft. Auf der Tour hat er schon wieder Ideen zu neuen Songs. Er schreibt die Tracks zu „Deadly Happy“. „Shine“ wird als erste Single ausgekoppelt und gleichzeitig Titeltrack des deutschen Films „666 – Trau keinem, mit dem du schläfst“, in dem unter anderem Boris Becker, Claudia Schiffer und Verona Feldbusch zu sehen sind. Das Album ist etwas kitschiger als der Erstling, aber auch hier sind wieder sehr schöne Popmelodien zu finden.
(Quelle: laut.de)

(Autor: Karsten Piel)

 

Johnson, Andreas

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