Die nordschwedische Holzindustrie kann sich maßgeblich am Wiederaufbau der von der Flutkatastrophe in Japan betroffenen Gebiete beteiligen. Wie die Regierungspräsidentin der Provinz Västerbotten, Chris Heister, gegenüber Sveriges Radio International erklärte, hat Japan bereits angefragt, welche Mengen die Forstwirtschaftsunternehmen der Region liefern können.
Japan ist seit Längerem Abnehmer nordschwedischer Holzkonstruktionen. In der Folge der japanischen Umweltkatastrophe könnten mehrere der schwedischen Unternehmen ihre Produktion auf den Export von Fertighäusern umstellen, erklärt Regierungspräsidentin Heisters. „Wir haben eine inoffizielle Anfrage nach Kapazitäten und geeigneten Herstellern von Fertighäusern bekommen. Der Bedarf in Japan ist nach der Katastrophe ja enorm. Es sollen 350 000 neue Wohnungen gebraucht werden!“
Einer der Hersteller, die ihre Produktion umstellen werden, ist Jörn Trä bei Skelefteå. Zehn bis 20 Bausatzhäuser aus Holz kann das Unternehmen ab nächster Woche pro Tag nach Japan liefern. „Wir müssen so viele Bausätze für kleine Häuser wie möglich herstellen, verpacken und verladen“, erklärt Markus Kempe im Schwedischen Fernsehen. „Dazu müssen wir unser Personal aufstocken und die Reihenfolge unserer übrigen Aufträge revidieren.“
Die japanischen Kunden brauchen kleine Fertighäuser, die sie sich vor Ort schnell zusammen bauen lassen und Schutz vor Wind und Wetter geben. Und das schnellstens. Allein die Schiffsfracht dauert ungefähr einen Monat, der Flugtransport geht in ungefähr zwei Tagen.
„Wir wissen, dass sehr schnell sehr viele Häuser gebraucht werden“, sagt Mariann Holmberg, die Koordinatorin dieses Einsatzes bei der Regionalverwaltung in Umeå. „Vermutlich können Nordschweden und Schweden diesen Bedarf gar nicht decken. Mehr Länder werden an dieser Soforthilfe arbeiten.“
Quelle: Radio Schweden