Imposante Küstenlandschaften und rauschendes
Meerwasser sind für die schwedische Westküste charakteristisch. Die
Atlantikküste Schwedens ist Bohuslän, an diese schließt sich das Skagerrak, die
Nordsee und an diese schließt sich die weite Welt. Überwiegend weht der Wind aus
Westen. An stürmischen Tagen haben Wellen von den britischen Inseln bis nach
Schweden freie Bahn. Die Zeugen hierfür sind das an Land gespülte Strand- und
Treibgut. Die Landschaft Bohuslän liegt dort, wo die letzte Abzweigung des
skandinavischen Bergrückens aufs Meer trifft. Aus diesen Gründen entstand die
eindrucksvolle Landschaft der schwedischen Küste.
Das sich an die
Küste anschließende Land ist durch kahl liegende Felsen geprägt, deren Graniz
immer roter wird, je mehr man sich gen Norden wendet. Küstenweiden mit üppiger
Flora säumen die Zwischenräume. Tiefe Täler schneiden sich in die Berglandschaft
der Westküste. Der lehmhaltige Boden gehört zu den fruchtbarsten Böden des
Landes und bietet optimale Ernte- und Weidemöglichkeiten. Die typischen
schwedischen Bauernhöfe reichen bis an die Küstenlinie heran und machen die
schwedische Landschaft so noch reizvoller. Da sie sich eng an die Hänge
schmiegen sind sie vor dem oftmals starken Wind geschützt.
Im Laufe der
Jahrhunderte haben sich viele Künstler von diesem Bild einer kontrastreichen
Landschaft und deren besonders weichem Licht inspirieren lassen. Dieses geht aus
der Kombination von salziger See, Bergen und Boden hervor. Aber nicht nur
Künstler verschiedenster Art, sondern auch Wasserratten, Touristen und
Kulturdurstige strömen seit Ende des 19. Jahrhunderts in diese Region. Nördlich
von Vinga, eine kleine winzige Schäre, beginnend erstreckt sich ein schiffbarer
Kanal. Dieser wird von Seglern so stark genutzt, dass er bei den Schweden
oftmals als E6 des Nordens bezeichnet.
Einer der beliebtesten
schwedischen Dichter und Sänger, Evert Taube wuchs an diesem Ort als Sohn eines
Leuchtturmwächters auf. Die Balladen des Dichters spiegeln die Romantik der
schwedischen Schären wieder, ganz gleich ob an der West- oder Ostküste des
Landes. Die Festung auf der Insel Marstrand ragt am Horizont empor, wenn man
Vinga den Rücken kehrt. Schon seit dem 19. Jahrhundert ist Marstrand als Badeort
sehr beliebt. Zu diesem Zeitpunkt war König Oskar der Zweite der prominenteste
Gast der Insel. Mit den Jahren hat sie sich zu einer Hochburg des Segelsportes
entwickelt.
Das nächst größte Eiland und gleichzeitig auch die
drittgrößte Insel des Landes ist Orust. In ganz Europa ist sie vor allem auf
Grund ihrer Schiffswerften, Wälder und Landwirtschaft bekannt. Die engen Kanäle
rund um Flatön und Bassholmen ziehen vor allem jene an die das impulsive
Fahrwasser scheuen. Von dort aus kann man Bootsfanatiker beim Restaurieren ihrer
Lieblinge beobachten und die für Schweden ach so typische idyllische Ruhe
genießen. Zwischen Fiskebäckskil und der Stadt Lysekil verkehrt eine Fähre
quer durch den Gullmarsfjord. Das Leben im Meer kann man vom Havets Hus aus
beobachten. Gemäß schwedischer Tradition ist dieses bis heute recht üppig. Auch
für Taucher bringt dieser Punkt durchaus seine Reize mit sich. An einen einst
sehr wichtigen Industriezweig erinnern noch heute die Steinbrüche, die neben
Fischerei, Landwirtschaft und Schiffbau platziert waren. Eine Reminiszenze dran
ist der Bohus Malmön. Aus dieser Gegend stammt das Material aus dem der sich in
Paris findende Arc de Triomphe gefertigt wurde.
Nördlicher rücken der
Kosterrännan immer mehr ins Bild. Der Kanal befindet sich zwischen den
Kosterinseln und Strömstad. Es ist die einzige Meeresumgebung des Landes mit
Arten, die man sonst nur in tiefen Gewässern findet. Das Meeresforschungslabor
befindet sich südlich von Tjärnö. Noch heute erforschen die Wissenschaftler hier
die reiche Unterwasserwelt. Das Tjärnöaquarium bietet während des Sommers die
Möglichkeit diese Artenvielfalt zu beobachten. In Zusammenarbeit mit Experten
aus Lysekil und Fiskebäcksil beobachten sie Gefahren die für das empfindliche
Meeresökosystem lauern. Ein wenig landeinwärts, also im Osten des Landes, bieten
lange schale Bullarseen und die Kynnefjäll-Hügel ein einmaliges Naturerlebnis.
Es ist die Heimat zahlreicher schwedischer Legenden und Sagen, die sich in der
märchenhaften Landschaft zugetragen haben sollen.
Tanum gehört mit
seinen Felszeichnungen zu den Weltkulturerben der UNESCO. Orte die so wertvoll
sind, dass sie unter besonderem Schutz stehen der Vereinigten Nationen stehen.
Es ist die Heimat von über 3000 Jahre alten in Fels gehauenen Bronzeszenen. Bis
heute ist es den Experten nicht gelungen, sich auf eine Botschaft zu einigen,
die aus jener Zeit transferiert worden sein soll. Jedoch ist man sich einig,
dass sich in diesen Szenen Themen wie Konflikte und Macht wieder finden, die
heute in Fernsehsendungen vorherrschend sind.