Schwedens Beitrag zum gemeinsamen Erbe der Welt

Auf dem ganzen Globus gibt es Orte, die so wertvoll sind, dass die Bewahrung dieser dem Interesse der Menschheit dient. Es sind unbezahlbare Schätze, die entweder Kulturgüter oder Naturphänomene sind. Zum Schutze dieser wurde unter anderem die UNESCO gegründet. Weltweit stehen rund 500 Orte unter dem besonderen Schutz der Vereinten Nationen, ungefähr zehn befinden sich im skandinavischen Schweden.

Schweden ist ein Land, das nicht nur die Einheimischen, sondern auch die Touristen mit einer einmalig schönen und zum größten Teil ursprünglichen Natur begeistert und in seinen Bann zieht. Eine Vielzahl von kulturellen Highlights lockt Interessierte nicht nur in die Großstädte, sondern auch an bis heute recht abgelegene Orte des Landes. Vereint mit der sehr traditionsbewussten Bevölkerung macht es das Land zu einem wahren Zauber.

Insbesondere die UNESCO Weltnatur- und Kulturerbe stehen in dem Land unter besonderem Schutz und sind als enorm wertvoll zu werten. Diese sind von Süden nach Norden im ganzen Land zu finden und lassen sich in ihrer Besonderheit kaum unterscheiden geschweige denn bewerten. So finden sich an der schwedischen Westküste in dem in Bohuslän gelegenen Tanum ungefähr 3000 Jahre alte Felsritzzeichnungen aus der Bronzezeit. Auf wenigen Quadratkilometern gibt es eine ungewöhnliche Fülle und Vielzahl dieser Felszeichnungen. Der größte und figurenreichste Granitblock ist Vitlyckehällen. Auf diesem häufen sich die weltbekannten und beliebten Felszeichnungen. Dem Betrachter werden sie durch eine Rotfärbung deutlich gemacht. Um diese Gegend für Touristen und Einheimische gleichermaßen beliebter zu machen, wurde an diesem Ort ein bronzezeitliches Dorf und ein Museum errichtet, das Interessierten das damalige Leben näher bringen soll.

Von einem Weltkulturerbe zum nächsten führt die Märchenstraße Sagavägen. Beginnend an der schwedischen Westküste, der Höga Kusten erstreckt sie sich bis in das Nachbarland Norwegen. Zweifelsohne gehört die Höga Kusten zu den beeindruckensten in Skandinavien. An diesem Ort verbinden sich Meer und faszinierende Bergwelt auf einmalige Art und Weise und in atemberaubender Kombination. Anschließend folgt der Sagavägen begleitet von Trollen, Wittra, Spuchten und Riesen dem Landschaftsverlauf in das südliche Lappland, eine Region die überwiegend durch die Kultur und den Stil der Samen geprägt ist. Noch heute grasen in dieser Landschaft Rentier-Herden der Sami. Die Tradition und Kultur der Sami kann man noch heute in Vilhelmina und Fatmomakke hautnah erleben.

Das Naturerbe der Menschheit in Lappland ist der erste Naturpark in Skandinavien, der zum gemeinsamen Erbe der Menschheit erklärt wurde. Für die Samen ist er gleichzeitig Kulturerbe der Welt. Sagavägen nähert sich mit seinem Verlauf anschließend den Gebirgszügen an der schwedisch-norwegischen Grenze und endet schließlich im  norwegischen  Schärengebiet der Helgaland Küste und dem Weltkulturerbe Vega. Schloss Drottningholm wurde im Jahr 1991 als erstes schwedisches Highlight in die Liste der UNESCO aufgenommen. Das als „Kleine Versailles“ weltbekannte Drottningholm ist einzigartig gut erhalten und ist nach skandinavischem Maßstab ein ungewöhnlich großer Palast.

In der nähe von Schloss Drottningholm befindet sich ein weiteres Weltkulturerbe. Auf der Insel Björko befindet sich ein wichtiges Handelszentrum der Wikinger Birka. Ein Beispiel für ein komplett in streng funktionalistischen Stil gehaltenes Architekturkonzept ist Skogskyrkogarden in der schwedischen Hauptstadt Stockholm.

Aber auch der Längstwellensender Grimeton in der Gemeinde Varberg gehört zweifellos zu den bekanntesten UNESCO Weltkulturerben des Landes. Die Anlage verfügt über den einzigen noch funktionsfähigen Maschinensender der Welt. Dieser wurde zu besonderen Anlässen auf der Frequenz 17,2 kHz zur Ausstrahlung einer kurzen Morsebotschaft in Betrieb genommen. Eine Alexanderson-Antenne mit zwölf 2,2 Kilometer langen Kupferdrähten als Sendeantenne. Diese ist an sechs, wie riesige Hochspannungsmasten aussehenden, Türmen aufgehängt. Mit Hilfe einer am Soundkartenmeingang eines PCs angeschlossenen Spule kann das Signal von SAQ in ganz Europa problemlos empfangen werden.

Am 1. Dezember des Jahres 1924 erfolgte die Inbetriebnahme des Senders. Die offizielle Eröffnung war jedoch erst am 2. Juli des darauf folgenden Jahres. Bei der Veranstaltung war auch der damalige König Gustav V. und der Erfinder der Anlage anwesend. Ursprünglich war der Sender Teil eines Netzwerkes aus siebzehn Sendern gleicher Bauart, die mit 200-kW-Alexanderson-Alternatoren ausgerüstet waren. Auch wenn eigentlich mehr Sender geplant waren wurden letztendlich nur neun Stationen in den USA, Hawaii, Wales, Polen und eben in Schweden tatsächlich in Betrieb genommen. Seine eigentliche Anwendung fand er in der Kommunikation zwischen Grimeton Radio und Radio Central in Long Island. Das schwedische Militär nutzte den Sender nach dem zweiten Weltkrieg für die Kommunikation mit seinen U-Booten, da die elektromagnetischen Wellen dieses Frequenzbereiches einige Meter tief in Salzwasser eindringen können. Da das von dem Militär ausgehende Interesse jedoch mit den Jahren sank wurde die Anlage, welche sich noch in einem perfekten Betriebszustand befand, 1995 geschlossen. Einige Kurzwellenantennen gehören ebenfalls zur Sendeanlage in Grimeton, sowie ein 1966 errichteter 260 Meter hoher abgespannter Stahlfachwerkmast zur Verbreitung von UKW-Hörfunk- und TV-Programmen. 19996 wurde der Sende auf Grund der Bemühungen von Interessenverbänden zur Sicherung der Anlage zum gesetzlichen schwedischen Industriemonument gemacht. Im Rahmen dessen wurde die Finanzierung der Erhaltungsmaßnahmen wurde somit auf unbegrenzte Zeit sichergestellt. Mittlerweile steht der Längstwellensender in Grimeton auf der Liste der wichtigsten Orte in Schweden. Zur Jahrtausendwende sandte der schwedische König Carl XVI. Gustaf eine an die erste über Grimeton ausgestrahlte Nachricht angelehnte Neujahrsbotschaft um die Erde. Die Meldung wurde nach Expertenschätzungen rund von einhundert Personen auf dem Globus gehört. Schließlich wurde die Sendeanlage am 2. Juli 2004 von der UNESO zum Weltkulturerbe erklärt und ist somit das 13. in dem Land der Mittsommersonne.

Auf der beliebten Urlaubsinsel Gotland liegt die Hansestadt Visby. Mit ihren gut erhaltenen Stadtmauern schafft sie ein einmalig schönes mittelalterliches Ambiente und Flair. Eine Reminiszenze an den Bergbau stellt die Engelsbergs Bruk in Västmanland  Aber Schweden vereint in sich noch eine Vielzahl weiterer Weltkulturerbe. Ein weiteres ist die Kirchenstadt Gammelstads in Lulea in Schwedens Norden. Hierbei handelt es sich um eine Ansammlung kleiner Hütten, in denen Familien übernachteten, die weit reisen mussten, wenn sie an Kirchenfesten teilnehmen wollten.

(Autor: Nancy Fischer)

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