Doch das Streben nach Größe wurde dem prächtigen Schiff
zum Verhängnis. Es sank auf seiner Jungfernfahrt - nur 1300 Meter vom Stapellauf
entfernt. Eine Ironie der Geschichte, die dem Museumsbesucher erst in der
ergänzenden Ausstellung voll bewusst wird. Die Katastrophe, die vermutlich 50
Menschenleben und einen gut Teil des königlichen Reichtums gekostet hat, wird
detailliert beschrieben. Für den Laien gut verständlich, werden die möglichen
Gründe des Schiffbruchs erklärt. Doch wer am Ende eigentlich "Schuld" hat, kann
jeder für sich selbst entscheiden: War es ein Konstruktionsfehler oder die
Ungeduld des Königs? Ein unfähiger Admiral oder schludrige Matrosen? Klar ist,
dass zweistöckige Kanonendecks damals als echte Innovation, aber auch als
Risikofaktor galten: Die Stabilität der Vasa litt unter der nachträglichen
Aufstockung.
Ein weiterer spannender Aspekt der Vasa-Ausstellung ist die
Bergung des Schiffes und seine Restauration. Dass es überhaupt so gut erhalten
ist, ist dem "Mikroklima" im Stockholmer Hafenbecken zu verdanken. Und der
Beharrlichkeit vieler begeisterter Restaurateure, die über 30 Jahre mit dem
Wiederaufbau verbracht haben. 1961 konnte das schlammbedeckte Schiff gehoben
werden, 1990 wurde das Vasa-Museum offiziell eingeweiht. Schon auf dessen
Baustelle fanden sich 1989 rund 200.000 Interessierte ein. Im Jahr 2008 zählte
die wichtige Stockholmer Attraktion rund 1.143.404 Besucher.
Auf der
ausführlichen Homepage des Vasamuseums können Interessierte schon vorab alles
über die unglaubliche Geschichte der Vasa nachlesen - auch auf deutsch. Doch
erst, wenn man vor ihr steht und sich klein fühlt, ist die Zeitreise perfekt.
Ein seltener Museumsgenuss, der die Reise wert ist.
Öffnungszeiten: 2.
Januar bis 31. Mai und 1. September bis 30. Dezember - 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr,
mittwochs 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr.
1. Juni bis 31. August: 8.30 Uhr bis 18.00
Uhr.
Eintrittspreise: Erwachsene: 110 SEK
Kinder bis 18 Jahre: 0
SEK
Studenten (mit Ausweis): 80 SEK
Museumsführungen finden mehrmals am Tag in englischer Sprache statt. Führungen für Gruppen mit mehr als neun Personen müssen im Voraus gebucht werden.
Bilder:
wikimedia.commons