Saab

Saab

Das letzte Modell: der Saab 9-3X wurde im Frühjahr 2009 vorgestellt

Über die Kultmarke Saab kann man künftig vielleicht nur in der Vergangenheit sprechen. Kurz vor Weihnachten 2009 gab "General Motors", der Mutterkonzern der schwedischen Autoschmiede, die Suche nach einem Käufer für das Unternehmen auf - und schickte 3400 Mitarbeitern die Kündigung. Zähe Übernahme-Verhandlungen gab es zuvor mit dem Autozulieferer Magna, der russischen Bank Sberbank, mit der schwedischen Luxusmarke "Königsegg" und mit der niederländischen Firma "Spyker Cars".

Das Ringen um die Rettung dauerte ganze zwei Jahre, aber die Bilanz von GM in Europa blieb desaströs: beinahe hätten die Amerikaner auch Opel sprichwörtlich "an die Wand gefahren."

Gegründet wurde "Saab Automobile" 1947 als Teil des Flugzeugherstellers Saab. Der Name ist eine Abkürzung für "Svenska Aeroplan Aktiebolaget" - die Wurzeln liegen also in der Produktion größerer Maschinen. 1969 übernahm Saab auch den Lastwagen-Hersteller Scania und ließ die Brummis seither unter dem Doppelnamen "Saab-Scania" rollen.

Mit den Erfahrungen aus dem Flugzeugbau legten die Saab-Auto-Ingenieure schon in frühen Tagen viel Wert auf Aerodynamik. Saab war innovativ, ein bisschen anders als die anderen, das zeigte sich schon bei der Gestaltung des Cockpits, in dem sich auch ein Pilot wohlgefühlt hätte. Darüber hinaus fuhr Saab mit getunten Fahrzeugen frühe Erfolge im Rallye-Sport ein.

(Autor: Katja Singer)

Saab

Der "Ur-Saab" 1949 bis 1956
Bild: Martin Bergstrand

Doch Saab galt auch als sicheres Auto. "Elch-Schutz" bot bereits der Ur-Saab 92 mit Seitenaufprall-Verstärkung. Bevor der Wagen in Serie ging, hängten die Ingenieure ihn sogar kopfüber auf und ließen ihn zu Boden krachen. So sollte die Festigkeit der Fahrgastzelle geprüft werden.

In Europa bekannte langjährige Modellreihen waren der kleinere Saab 900 (auch als Cabriolet) und der größere Saab 9000. Besonderheiten, die Saab-Fahrer zu schätzen wissen, sind unter anderem die aktiven Kopfstützen, ventilierte Vordersitze, das Night-Panel im Cockpit und die Trionic-Motorsteuerung. Zur Verwirrung zahlreicher Mietwagen-Fahrer, die zum ersten Mal in einen Saab steigen, befindet sich das Zündschloss nicht am Lenkrad, sondern in der Mittelkonsole. Auch dieses Extra konstruierte Saab aus Sicherheitsgründen.

Die Zusammenarbeit mit General Motors seit 1989 und die spätere Übernahme im Jahr 2000 haben Saab mit seinem Stammwerk in Trollhättan kein Glück gebracht. Mit Ausnahme einer kürzeren Phase des Erfolgs in den 90er-Jahren, erwirtschaftete Saab Automobile seit 1989 stets Verluste, die durch die entsprechende Verbuchung von Umsätzen durch den Mutterkonzern GM verursacht wurden. Dann ging es nur noch abwärts: Im Jahr 2008 verkaufte das Unternehmen weltweit noch 93000 Autos, der Weltmarktanteil sank auf 1,1 Prozent.

Die Nachricht über die "Abwicklung" des Traditions-Unternehmens hat nicht nur in Schweden Enttäuschung und Bestürzung ausgelöst. Allerdings weigert sich die schwedische Regierung nach wie vor, die Marke mit staatlichen Mitteln zu retten. Nach Schätzungen schwedischer Medien könnten durch das Ende von Saab insgesamt 8000 Arbeitsplätze bei dem Autobauer und seinen Zulieferern verloren gehen. Das traurige Ende einer schwedischen Institution...

(Autor: Katja Singer)

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