Die ältesten Zeugnisse der schwedischen Sprache finden
sich in Form von Runen. Runen sind Buchstaben, die meist in harte Materialien
geritzt oder gemeißelt wurden und deshalb hauptsächlich aus geraden Strichen
bestanden. Wahrscheinlich stammen die Runen von norditalischen/etruskischen
Schriften ab (wohl mit Einfluss des lateinischen Alphabets) und verbreiteten
sich über den ganzen germanischen Kulturraum mit einem Schwerpunkt in
Südskandinavien. Belegt sind sie ab dem 2. Jahrhundert n. Chr.
Bis etwa
800 n. Chr. existierte ein Runenalphabet (Runenreihe), das aus 24 Zeichen
bestand und "älteres Futhark" (benannt nach den ersten sechs Runen) oder
urgermanische Runen genannt wird. In Skandinavien ersetzte danach das "jüngere
Futhark", bestehend aus lediglich 16 Zeichen, das vorhergehende. Obwohl das
Futhark kleiner wurde, war die Sprache inzwischen komplizierter geworden (mehr
Vokale), weshalb manche Runen mehreren Lauten entsprechen konnten. Aus diesem
Grund hat man sich ab Ende des 10. Jahrhunderts oft mit punktierten Runen, die
jeweils einen etwas anderen Lautwert hatten, Abhilfe zu schaffen
versucht.
Zwar kam mit dem Christentum auch die lateinische Schrift, Runen
wurden aber das ganze Mittelalter hindurch verwendet. In Nordschweden sollen
Runen sogar noch im 19. Jahrhundert geschrieben worden sein.