Am 27. November 1885 unterschrieb Alfred Nobel in Paris
sein berühmtes Testament, das den Nobelpreis ermöglichte:
„... Mit dem
ganzen Rest meines realisierbaren Vermögens ist folgendermaßen zu verfahren: Das
Kapital, von den Testamentvollstreckern in sicheren Wertpapieren realisiert,
soll einen Fond bilden, dessen jährliche Zinsen als Preise denen zugeteilt
werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen gebracht
haben. Die Zinsen werden in fünf gleiche Teile geteilt, von denen zufällt: ein
Teil dem, der auf dem Gebiete der Physik die wichtigste Entdeckung oder
Erfindung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigste chemische Entdeckung
oder Verbesserung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigste Entdeckung auf
dem Gebiete der Physiologie oder der Medizin gemacht hat; ein Teil dem, der in
der Literatur das beste in idealistischer Richtung geschaffen hat; ein Teil dem,
der am meisten oder am besten für die Verbrüderung der Völker gewirkt hat, für
die Abschaffung oder Verminderung der stehenden Heere sowie für die Bildung und
Verbreitung von Friedenskongressen. Die Preise für Physik und Chemie werden von
der Schwedischen Akademie der Wissenschaften verteilt; die für physiologische
oder medizinische Arbeiten vom Karolinischen Institut in Stockholm und die für
die Eifrigsten im Kampf um den Frieden von einem Ausschuss von fünf Personen,
die vom norwegischen Storting gewählt werden. Es ist mein ausdrücklicher Wille,
dass bei der Preisverteilung keinerlei Rücksicht auf die Nationalität genommen
werden darf, so dass nur der Würdigste den Preis erhält, ob er nun Skandinavier
ist oder nicht...“
Paris, 27 November 1895
Alfred Bernhard
Nobel
Nobel legte auch fest, wer für die Vergabe der Preise zuständig
sein wollte: Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften vergibt die
Auszeichnungen für Physik und Chemie, das Karolinska Institut den Nobelpreis für
Physiologie oder Medizin und die Schwedische Akademie den für Literatur. Während
es sich bei diesen Institutionen um wissenschaftliche handelt, ist für die
Vergabe des Friedensnobelpreises eine vom norwegischen Parlament bestimmte
Kommission, das Norwegische Nobelpreiskomitee, zuständig.
Die
Verleihungen der Nobelpreise finden jeweils am 10. Dezember, dem Todestag Alfred
Nobels, in Oslo und Stockholm statt, erstmalig 1901. Rund eine Million
Euro pro Fachrichtung erhalten die Gewinner. Ausgezeichnet werden die fünf
klassischen, von Alfred Nobel selbst benannten Fächer. Zusätzlich wird ein
Preis im Gedenken Nobels für Wirtschaftswissenschaften verliehen, gestiftet von
der Schwedischen Reichsbank.