"Umsonst und draussen". Vor allem im Sommer eine
Erfolgskombination, auf die auch die Stadt Göteborg setzt. Mit dem großem
Stadtfest "Kulturkalas" hat das Göteborg-Marketing seit 2007 eine kulturelle
Institution geschaffen, die in Schweden ihresgleichen sucht. Sechs Tage lang
verwandelt sich die Innenstadt in ein Freizeitparadies, das zum Flanieren,
Staunen, Mitmachen, Singen, Tanzen und Applaudieren einlädt. Hier wird ein
breites Kulturangebot stimmungsvoll in Szene gesetzt - auf Bühnen, Plätzen sowie
rund um die herausragenden Sehenswürdigkeiten der Stadt. Kleine und große Kunst,
Independance und Mainstream, Mitmach-Programm und Ein-Mann-Show, Comeback und
Debut - alles hat beim Kulturkalas seinen Platz. Ob Literatur, Film, Musik,
Tanz, bildende und darstellende Kunst, Mode, Design, Kulinarik oder Artistik -
"Kultur ist der Kitt, der die unterschiedlichen Lebenswelten zusammenhält", so
das Motto des Events. Und wenn die Veranstalter sich vom Kulturkalas eine
"Energie versprechen, die das folgende Jahr über anhält", so ist der
Vollzeit-Besucher nach sechs Tagen Programm erst einmal völlig ausgepowert -
denn das Angebot ist geballt!
Wo kann man an einem Tag schon Rockkonzert,
Mittelalterevent und Tanzdiele auf einmal besuchen? Im Jahr 2009 rockte etwa die
Band "Europe" den Götaplatz mit Gassenhauern wie "The final countdown". Im Hafen
stellte die Peder-Tordenskiold-Gesellschaft eine große Seeschlacht zwischen
Dänen und Schweden nach. Die beliebten "Dansdax"-Workshops lehrten selbst
Linksfüßlern den Tanz-Klassiker "Bugg", den man abends im Zelt zu Dansband-Musik
gleich ausprobieren konnte. Selbst aktiv werden konnte man auch beim
Walking-Event zugunsten der Brustkrebs-Stiftung "rosa steget".
Das
Programm für den Kulturkalas steht jeweils im Juni fest - und lockt Sommergäste
sowie Einheimische gleichermaßen. Vom 10. bis 15. August 2010 ist es dann wieder
soweit: Man dürfte diesmal die Marke von 1.000 Darbietungen erreichen - und bei
guten Wetter mehr als 700.000 Besucher empfangen. Die Stadt und viele
ortsansässige Sponsoren lassen sich das umfangreiche Programm einiges kosten. Zu
Beginn der Kulturkalas-Reihe waren es rund 1,8 Millionen Euro. Das war es ihnen
auch deshalb wert, weil die Vorgänger-Veranstaltung "Göteborg Kalas" nicht den
erhofften Effekt auf die Stadt hatte. Bierbuden und "Futterkrippen" dominierten
damals das Bild, alkoholbedingte Ausfälle und Straftaten schreckten das Publikum
ab. Somit ist der Kulturkalas auch erfolgreiches Beispiel für die Imagearbeit
einer Stadt, die ganz auf Kultur- und Event-Tourismus setzt.